Die Familie von Siemens sucht einen Käufer für das markante Gehöft auf einer Anhöhe zwischen Sand und Herkenrath.
Platz für kreative KöpfeGut Plätzchen in Bergisch Gladbach sucht einen neuen Besitzer

Seit einiger Zeit steht Gut Plätzchen leer. Bisher wurde es von einem Pächter landwirtschaftlich genutzt.
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Was wird aus Gut Plätzchen? Das markante Gehöft auf der Anhöhe zwischen Sand und Herkenrath, in unmittelbarer Nähe zur St. Rochus-Kapelle gelegen, steht seit einiger Zeit leer. Bisher landwirtschaftlich von einem Pächter genutzt, sucht die Familie von Siemens, Eigentümerin der Immobilie, nun einen Käufer für das Anwesen.
Das Objekt sei „ein Juwel“ , aber nicht einfach zu vermarkten, meint Immobilienmakler Heinz Peter Hinterecker, der das Anwesen an den Mann bringen soll. Denn es setze nicht nur eine umfassende Renovierung, sondern auch ein neues Nutzungskonzept für den „privilegierten Betrieb“ voraus. Zwar rufe der idyllisch liegende Hof mit seinen Nebengebäuden, Remise, Kuh- und Hühnerstall und den umliegenden Wiesen etliche Menschen auf den Plan, die sich die Anlage einmal aus nächster Nähe betrachten wollten, berichtet Peter Grün von der Schlossverwaltung Lerbach, doch ein Käufer sei bisher nicht darunter gewesen.
Bei dem Areal handelt es sich nicht um Bauland
Eine knappe Million, genauer 990.000 Euro, soll Gut Plätzchen kosten, das laut Expośe im heutigen Zustand über eine Wohn- und Nutzfläche von rund 268 Quadratmetern und ein Grundstück von knapp 28.000 Quadratmetern verfügt. Doch das Areal liegt im Außenbereich, zudem überwiegend im Landschaftsschutzgebiet. „Es ist kein Bauland“, bedauert Hinterecker. Dabei würde „eine subtile Bebauung im Umfeld dem Gut nicht schaden“, meint Architekturhistoriker Prof. Michael Werling aus städtebaulicher Sicht, doch die Lage im Außenbereich schiebe dem einen Riegel vor.

Vor Ort steht noch ein Stall.
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Hof Plätzchen wurde abgebrochen und 1954 durch einen Neubau ersetzt. Der brannte 1967 wegen eines Blitzeinschlages ab.
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Hinterecker kann sich auf dem Gut ein neues Domizil für Wohngemeinschaften, generationsübergreifendes Wohnen oder auch einen Pferdehof vorstellen. Bis zu fünf Wohneinheiten seien möglich. Ähnliche Ideen nenne bereits das Integrierte Handlungskonzept für den Standort, sagt Werling, der auch die Geschichte des Hofes erforschte. Inzwischen befasst sich auch die Master-Studentin Julia Dietrich von der Fakultät Architektur der Fachhochschule Köln mit Gut Plätzchen und den Möglichkeiten, das Anwesen nachhaltig mit Blick auf ökologische Materialien umzubauen.
Das ursprüngliche Bauernhaus existierte wohl im 17. Jahrhundert
Die Hofstelle ist uralt, die Gebäude darauf nicht. Das ursprüngliche Bauernhaus habe bereits im 17. Jahrhundert existiert, aber näher an der Herkenrather Straße gelegen als das heutige Haupthaus, so Werling. Es wurde wohl nicht nur Landwirtschaft betrieben, sondern auch eine Gaststätte für Fuhrleute, die mit ihren Pferdegespannen den beschwerlichen Weg den Berg hinauf kamen.
Vermutlich im Zusammenhang mit der Ausweitung des landwirtschaftlichen Betriebs, der als „Musterbetrieb für Milchvieh“ angelegt worden sei, wurde das alte Fachwerkhaus abgebrochen und 1954 durch einen Neubau ersetzt. „Doch schon 1967 schlug der Blitz ins Haus ein und das Gebäude brannte ab“, so Werling. Einige Meter versetzt baute man anschließend das heutige Wohnhaus. Aus diesen Jahren stammt vermutlich auch der Rund-Laufstall für Kühe, so Hinterecker. In seiner Art „einmalig in Bergisch Gladbach“.
