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„Lebende Legende“Bergisch Gladbacher Karnevalist wird im Landtag geehrt

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Es sind Rainer Schmeltzer und Robert Grünwald zu sehen. Grünwald hält eine Urkunde in den Händen.

Landtagsvizepräsident Rainer Schmeltzer überreichte den Orden an Robert Grünwald.

Der Gladbacher Karnevalist Robert Grünwald wurde im Landtag mit dem Orden „Würdigung des Brauchtums“ geehrt.

Sein Herz für den Karneval ist mindestens ebenso groß wie für Fotografie und Film – dabei ist Robert Grünwald eigentlich mal in der Fastnacht Süddeutschlands groß geworden. Aber das ist lange her.

Diese Woche jedenfalls ist der Vollblutkarnevalist und engagierte Förderer des Brauchtums im nordrhein-westfälischen Landtag für seine Verdienste um den Fastelovend in Bergisch Gladbach von Landtagspräsident André Kuper mit dem Orden „Würdigung des Brauchtums“ gewürdigt worden.

Neben Grünwald wurden 16 weitere Karnevalisten aus NRW ausgezeichnet

„Der Landtag bedankt sich für das langjährige, beispielhafte und beherzte Engagement“, sagte Kuper, bevor sein Vize Rainer Schmeltzer die Auszeichnung überreichte. Mit dem Gladbacher Robert Grünwald waren lediglich 16 weitere Karnevalistinnen und Karnevalisten aus NRW ausgezeichnet worden.

Darunter auch Marita Köllner („Et fussich Julche“), die ein Foto mit Grünwald und dem Vorstand des Regionalverbands Rhein-Berg (RRB) im Bund Deutscher Karneval (BDK) machen ließ.

Grünwald ist Karnevalist von klein auf: „Neben der Leidenschaft für Fotografie und Film hat ihn schon als 15-Jähriger das Brauchtum fasziniert“, heißt es in der von RRB-Präsident Rolf Woschei für den Landtagspräsidenten verfassten Laudatio.

Zunächst lernte Grünwald die Fastnacht kennen

Da er Anfang der 1950er Jahre zunächst im süddeutschen Raum wohnte, lernte Robert Grünwald zunächst die Fastnacht in all ihren Facetten kennen. „Schließlich im Bergischen und in der Wahlheimat Bergisch Gladbach angekommen, erfuhr er dann die regionalen Unterschiede des rheinischen Karnevals“, so die Laudatio weiter.

Es sind mehrere verkleidete Karnevalisten zu sehen.

Karnevalisten bei der Ehrung im Landtag.

Mitten hinein in die fünfte Jahreszeit geriet er durch den Präsidenten des Festausschusses Bergisch Gladbacher Karneval, den rasenden Reporter, späteren Bürgermeister und Bundestagsabgeordneten Franz Heinrich Krey. Denn Robert Grünwald hielt das karnevalistische Treiben ab Anfang der 60er Jahre in Film und Bild fest.

Grünwald stieg intensiv in den Karneval ein

1965 gründete er zusammen mit einer Hand voll Karnevalisten auf Anregung von Krey die „Vereinigung zur Erhaltung und Pflege des heimatlichen Brauchtums“, die bis heute als Dachvereinigung des Brauchtums in Gladbach fungiert und beispielsweise Veranstalterin des Gladbacher Sonntagszugs ist und dabei liebevoll kurz „Die Vereinigung mit dem langen Namen“ genannt wird.

Rasch kam er auch mit dem Bund Deutscher Karneval und mit dem „Regionalverband Rhein-Berg“ (RRB) in Kontakt. „Dessen Präsident, Horst Neuhäuser, übertrug Robert Grünwald dann die Mammutaufgabe, im Amt des Vizepräsidenten Köln-Porz neu in den Verband zu integrieren“, so der heutige RRB-Präsident Woschei.

„In diesem Amt hat Robert Grünwald 14 Jahre lang Maßstäbe gesetzt, die bis heute nachwirken.“ 2006 wurde er zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt, 2011 erfolgte die höchste Auszeichnung vom Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval.

Grünwald zeichnet sein Namensgedächtnis aus

Er erhielt den Verdienstorden in Gold mit Brillanten. Für seine Verdienste um das heimatliche Brauchtum wurde er 2019, zu seinem 77. Geburtstag, zudem mit der Montanus-Plakette ausgezeichnet.

„Robert Grünwald hat sich vielfältig für den Karneval engagiert, auch als Zugkommentator, als Sitzungs- und Senatspräsident“, so die Laudatio des Landtagspräsidenten. „Die Gesellschaftsabende der von ihm gegründeten KG „Treue Husaren“ waren unter seiner Präsidentschaft spektakulär.

Beachtlich war und ist zudem sein Namensgedächtnis, das ihn mit seinen 80 Jahren ebenso auszeichnet. Wolfgang Bosbach bezeichnete ihn einmal als „Lebende Legende“. Auch das ist durchaus als Auszeichnung zu verstehen.“