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Reform im SchweinsgaloppGladbacher Krankenhäuser protestieren gegen GKV-Spargesetz

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Beschäftigte aus Pflege und Ärzteschaft stehen vor dem Eingang des Vinzenz Pallotti Hospital.

Beschäftigte aus Pflege und Ärzteschaft blockierten aus Protest den Eingang am Vinzenz Pallotti Hospital für wenige Minuten.

Bei der Gesundheitsvorsorge muss gespart werden, findet die Bundesregierung. Das führt auch bei Kliniken im Bergischen zu Protest.

Wer am Freitag ins Krankenhaus wollte, musste kleine Einschränkungen hinnehmen. Am Vinzenz Pallotti Hospital der GFO-Kliniken in Bensberg war der Haupteingang verengt. Das wirkte wie ein symbolischer Stau.

Viele Beschäftigte aus Pflege und Ärzteschaft kamen für wenige Minuten vor die Tür. Eingesperrt, ausgesperrt, blockiert: Das war ein symbolischer Akt. Die Botschaft der Kliniken war jedoch bitterer Ernst. Das geplante GKV-Spargesetz der Bundesregierung schnürt der Gesundheitsversorgung die Luft ab.

Zwei Drittel der Kliniken in NRW sind frei-gemeinnützig

Das Kernproblem liegt in der Struktur. Zwei Drittel der Kliniken in NRW sind frei-gemeinnützig. Sie dürfen kaum Rücklagen bilden. Außerdem haben sie keine Kommune im Rücken, die Defizite ausgleicht.

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„Am härtesten trifft es die Kliniken der freien Träger“, bestätigt Dr. Thorsten Löhr, Ärztlicher Direktor der GFO-Klinik in Bensberg. Wenn feste Sätze für Leistungen vorgegeben werden, höhere Tariflöhne aber nicht gegenfinanziert sind, geht die Rechnung nicht mehr auf.

Dem EVK würden ab 2027 jährlich fünf Millionen Euro fehlen

Chefarzt Dr. Gereon Schiffer räumt zwar ein: „Klar muss etwas getan werden, wir haben eine Überversorgung in NRW.“ Die GFO-Kliniken haben jedoch bereits Dienste gebündelt. Die beiden Kliniken ordnen sich neu. Das Marienkrankenhaus wird zum Zentrum für ambulante Therapie. Das VPH wird zum zentralen Standort für die stationäre Versorgung.

Ralf Wolf, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am EVK (l.) und ärztlicher Direktor Andreas Hecker protestieren vor dem Eingang des EVK.

Protestiert wurde auch am EVK, unter anderem von Ralf Wolf, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung (l.) und dem ärztlichen Direktor Andreas Hecker.

Auch der Ärztliche Direktor des EVK, Dr. Andreas Hecker, betont, man werde sich spezialisieren. Doch ohne Geld nützen Pläne nichts. Es geht um viel Geld. Dem Evangelischen Krankenhaus auf dem Quirlsberg würden ab 2027 jährlich fünf Millionen Euro fehlen. „Ein massiver Einschnitt“, warnt Geschäftsführer Sebastian Haeger.

Die Geburtsthilfe am EVK könnte schon bald auf der Kippe stehen

Besonders brisant ist die Lage in der Geburtshilfe am EVK. Mit knapp 600 Geburten im Jahr ist die Station ohnehin ein Zuschussgeschäft. Fällt nun wie geplant eine Förderung von einer halben Million Euro weg, steht das Angebot auf der Kippe.

Dabei investiert der Campus bis 2030 rund 120 Millionen Euro aus eigener Kraft in neue OP-Säle und in die Altenpflege. „Wir reagieren auf eine älter werdende Gesellschaft“, so Haeger. Doch die Politik gehe nun mit dem Rasenmäher über mühsam aufgebaute Pflegestellen und blockiere die Refinanzierung von Tarifsteigerungen.

Trotz des Protests blieb kein Operationssaal geschlossen

„In den vergangenen Jahren wurde politisch viel dafür getan, Pflege- und Gesundheitsberufe attraktiver zu machen“, sagt Haeger. Faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. „Genau das wird jetzt wieder infrage gestellt.“

Am Freitag blieb trotz des Protests weder ein Kreißsaal noch ein Operationssaal geschlossen. Noch nicht. Doch die Wut im Vinzenz Pallotti Hospital und auf dem Quirlsberg bleibt. Eine solche Reform im Schweinsgalopp im Sommer durchzupeitschen, zeigt laut Haeger vor allem eines: Die Politik lässt die Kliniken im Stich.