Auf dem PrüfstandTiefgarage ist Kostentreiber bei neuer Feuerwache in Bergisch Gladbach

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Modell der neuen Feuerwache Bergisch Gladbach

Modell der neuen Feuerwache Bergisch Gladbach

Der Ausschuss spricht sich außerdem für das Feuerwehr-Ehrenamt aus.

Wichtige Vorentscheidungen für die Zukunft der Feuerwehr sind im Ausschuss für Infrastruktur gefallen.

Planungen: Der Ausschuss fasste einstimmig einen Grundsatzbeschluss zum Neubau der Feuer- und Rettungswache 2/Süd in Frankenforst, formal muss der Rat am 20. Juni bestätigen. Wie von Thomas Mandt vom Beraterbüro VBD empfohlen, wird ein Generalplaner übernehmen. Zunächst wird bei den Architektenleistungen bis Phase 3 ausgeschrieben. Für den Bau soll später ein Generalunternehmer beauftragt werden.

Bei den Kosten haben wir geschluckt
Martin Lucke (CDU)

Kosten: Rund 68 Millionen Euro kalkuliert die Stadt, mit eingepreister Baukostensteigerung in den kommenden Jahren. „Bei den Kosten haben wir geschluckt“, sagte Martin Lucke (CDU). Insbesondere nannte er die Tiefgarage, die ein Kostentreiber sei. Im Ausschuss verständigten sich die Politiker, dass ein Generalplaner sämtliche Planungsdetails umfassend überprüfen soll, auch die Tiefgarage. Als Träger der Rettungsdienste übernehmen die Krankenkassen etwa ein Drittel der Baukosten.

Nachhaltigkeit: Erfüllen wird das Gebäude mindestens Effizienzstandard 40, damit ist eine Aufnahme ins Klimaförderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW möglich. Berücksichtigt wird ein Lebenszyklus-Ansatz von 50 Jahren, von Herstellung über Betrieb bis zum Rückbau. Die Planer erwarten rund drei Millionen Euro an Mehrkosten. Bis zu 60 Baugewerke müssen ausgeschrieben werden, bis zu sieben europaweit.

Stadt und Eigentümer verhandeln über Grundstück für Feuerwache in Frankenforst

Grundstück: Derzeit laufen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Eigentümer, dem Landesbetrieb Wald und Holz. Wie Feuerwehrdezernent Jörg Köhler ausführte, wird momentan über die Bewertung des Grundstücks gesprochen. Die Lage an Frankenforster Straße und Rather Weg lasse unterschiedliche Bewertungen zu.

Größe: Durch einen Flächenbeschluss ist die Feuerwache auf ein Minimum reduziert (7920 Quadratmeter). „Ein späterer Ausbau der Feuerwache ist nicht möglich“, sagte Köhler zur Lage an der Autobahn. Kritische Worte kamen von der CDU, Martin Lucke nannte das Gebäude eine „Schmalspurvariante“.

Ausschuss beschließt Einführung der Berufsfeuerwehr in Bergisch Gladbach

Feuerwachen: Ende 2028 soll der Neubau fertiggestellt werden. Auf der Altwache Wipperfürther Straße in Bensberg verbleiben nur die ehrenamtlichen Kräfte. Diese Wache müsste ebenfalls modernisiert werden, erklärte der Feuerwehrchef. Entweder Neubau am bisherigen Standort oder Miete einer geeigneten Gewerbehalle. Die Stadt orientiere sich bereits auf dem Grundstücksmarkt. Zur Feuerwache Nord/Paffrather Straße meinte Köhler, dass der ehrenamtliche Löschzug Paffrath/Hand möglicherweise dort bleiben könnte. Bislang war ein Neubau im Stadtteil geplant. Weil einige Module zur Feuerwache 2 umzögen, werde dort der Platz vergrößert. Köhler bekräftigte auch, dass auf dem Zanders-Gelände eine Wache für die Stadtmitte entstehen könnte.

Berufsfeuerwehr: Im Ausschuss gab es ein einstimmigen Entscheidung zur Einführung der Berufsfeuerwehr, der Rat muss am 20. Juni bestätigen. Damit soll es gelingen, Feuerwehr-Nachwuchs zu verpflichten.

Ehrenamtler: „Wir planen eine Offensive für das Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr“, kündigte Jörg Köhler an. Durch die Berufsfeuerwehr könnte der Eindruck entstehen, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in die zweite Reihe gesetzt würden. „Das ist nicht so“, sagte Köhler mit Nachdruck.

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