Am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium muss wegen des Schimmelbefalls Unterricht ausgelagert werden. Die Ersatzbauten kommen erst im November.
Bergisch GladbachSchimmel in Containern schränkt Schulbetrieb am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium ein

In Kürze konnte auf dem Gelände des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach wenigstens ein neuer Ersatzcontainer aufgestellt werden.
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Die Sanierung und Teilneubau des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums in Bergisch Gladbach droht zur unendlichen Geschichte zu werden. Auf der Großbaustelle an der Reuterstraße sind in den Sommerferien neue Probleme aufgetreten. Der Schulbetrieb zum Schulstart kann nicht wie geplant laufen. Alle müssen enger zusammenrücken.
In drei Klassencontainern wurde Schimmel entdeckt. „Nicht in den Räumen, sondern innerhalb des geschlossenen Deckenaufbaus“, betont Marc Pawlowski vom Pressebüro. Ein direkter Kontakt von Schülern und Lehrern mit dem Schimmel habe aber nicht stattgefunden.
Zwölf Klassenzimmer fallen weg
Die drei Bauten zu sanieren, habe sich als unwirtschaftlich herausgestellt. Die Container müssten nun durch neue ersetzt werden. Für den Wegfall von zwölf Klassenzimmern am NCG musste sehr kurzfristig eine Lösung gefunden werden.
In Abstimmung mit der Schulleitung könnten fünf Räume im Mitteltrakt vorerst weiter genutzt werden, so die Verwaltung. Eigentlich hätte der Mitteltrakt laut Zeitplan direkt nach den Ferien saniert werden sollen. Dies wurde jetzt zurückgestellt und voraussichtlich bis Ende November verschoben, bis zwei neue Container installiert sind.
Ein dritter neuer Container ist bereits in den Ferien ausgestattet worden, sodass dort drei Räume für den Unterricht zur Verfügung stehen. Es müssten aber noch technische Details geklärt werden, um die Räume für den digitalen Unterricht auszustatten, heißt es.
Unterricht muss in die Musikschule ausgelagert werden
Der Raum der Schul-Sozialarbeiterin ist jetzt ein Kursraum. Zudem hat die benachbarte Musikschule dem Gymnasium zwei Räume – das Studio und den Kammermusiksaal – für die Übergangszeit angeboten.
„Es werden sich Einschränkungen ergeben, da eine Raumauslastung zu nahezu 100 Prozent es nicht anders ermöglicht“, sagt Schulleiter Sven Hees. Dies bedeute, dass nicht jeder Unterricht in Fachräumen stattfinden könne. „Aber wir sind trotzdem zufrieden, dass dank der tatkräftigen Unterstützung der Verwaltung die neuerliche Belastung relativ umfassend kompensiert werden kann.“
Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen versichert: „An der Aufstellung der beiden Container wird prioritär gearbeitet.“ Die neuen Container würden mehr Platz bieten, die technische Ausrüstung den heutigen Anforderungen entsprechen. Es sei der Bereitschaft aller Beteiligten zu verdanken, dass die Einschränkungen für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte möglichst gering gehalten werden konnten.
Die Bauarbeiten auf dem Schulgelände an der Reuterstraße laufen bereits seit 2020. Seitdem ist das NCG eine einzige Baustelle. Der Baulärm, das Hin- und Her-Ziehen der Klassen belasten den Schulalltag. Auch die Kosten sind in die Höhe geschossen. Die Ausgaben sind von anfangs kalkulierten 27,3 Millionen Euro auf die gewaltige Summe von nunmehr 48,4 Millionen Euro geklettert.
Die Kostenexplosion begründete die Stadtverwaltung zuletzt vor allem mit Insolvenzen von ausführenden Firmen beziehungsweise der Kündigung von Verträgen seitens der Stadt, weil Arbeiten mangelhaft ausgeführt wurden. Dies wirkt sich auch auf die Bauzeit aus, die sich ebenfalls verdoppelt hat. Die Fertigstellung ist aktuell für das Jahr 2027 avisiert.