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Bergisch GladbachSiedlungsgesellschaft will Stadtarchiv kaufen

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Auf dem Grundstück befindet sich derzeit noch das Stadtarchiv, das Anfang 2018 ins frühere Lübbe-Verlagsgebäude umzieht.

Bergisch Gladbach – Es gibt noch keine Verträge. Jedoch sind sich Verkäufer und Käufer im Vorfeld wohl einig: Die Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft (RBS) will das städtische Grundstück Hauptstraße 310 mit dem alten Amtsgerichtsgebäude – aktuell noch der Sitz des Stadtarchivs und ehemaliges Domizil des Kinderschutzbundes – in Bergisch Gladbach übernehmen und dort Wohnungen bauen. Das hat diese Zeitung aus der Stadtverwaltung erfahren. Sabine Merschjohann, Geschäftsführerin der RBS, bestätigt: „Darüber sind wir ernsthaft im Gespräch.“

Noch kein Angebot

Auch sie betont auf Nachfrage, die Verträge seien nicht in trockenen Tüchern. Wenn sich Politik und Verwaltung in Gladbach einig seien, die Immobilie an die Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen, könne das Projekt zügig realisiert werden. „An uns soll es nicht liegen, ich würde mit dem Vorhaben gerne Gas geben“, erklärt Sabine Merschjohann.

In einem Gespräch zwischen Stadtverwaltung und RBS über Flächen, die der Gesellschaft für den Bau günstiger Mietwohnungen angeboten werden könnten, ist noch über weitere Grundstücke beraten worden. Merschjohann: „Wir haben sechs Flächen identifiziert, für die Baurecht geschaffen werden kann. Allerdings sind es nur drei Grundstücke, wo relativ zeitnah die rechtliche Grundlage für eine Bebauung vorzubereiten ist.“ Neben der Hauptstraße 310 sei es ein Grundstück in der Innenstadt und eines im Stadtteil Gronau. Allerdings macht die Geschäftsführerin deutlich: „Wir haben bisher noch kein Kaufangebot gemacht.“

Umzug am Jahresende

Der Umzug des Stadtarchivs beginnt zum Jahresende. Das neue Archivgebäude hinter dem Gustav-Lübbe-Haus an der Scheidtbachstraße soll nach Angaben der Verwaltung im November an die Stadt übergeben werden. Dann müsse das spezielle Mobiliar des Archivs eingerichtet werden. Der eigentliche Umzug könne erst Anfang 2018 über die Bühne gehen. Folglich leert sich erst dann der Altbau an der Hauptstraße, der für den Bau neuer Wohnungen abgebrochen werden müsste.

Das Stadtarchiv ist zurzeit an der Hauptstraße 310 beengt in teils städtischen, teils angemieteten Räumen. Da dort die Magazinkapazitäten schon länger nicht mehr ausreichen, müssen die Bestände bereits an anderen Orten zwischengelagert werden. Auch die übrigen Räume und die technische Ausstattung gelten als unzureichend und veraltet.

Fokus mehr auf Bergisch Gladbach

Zur Idee der Gladbacher Politiker im Hauptausschuss, die RBS solle ihren Fokus noch mehr auf die Stadt richten und im Grunde könne die Stadt dann auch das Sagen in der Wohnungsgesellschaft haben, gibt sich Sabine Merschjohann zurückhaltend. Ziel des Rheinisch-Bergischen-Kreises, der ebenso wie die Stadt Bergisch Gladbach zu einem Drittel an Gesellschaft beteiligt ist, sei es, auch die kleinen Kommunen im Mietwohnungsbau zu unterstützen. „Allerdings ist Bergisch Gladbach als Wohnort natürlich viel stärker gefragt, als die ländlichen Gegenden“, sagt die Geschäftsführerin.

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Weiter fortgeschritten ist nach Angaben der RBS die Planung, dass die Siedlungsgesellschaft als Investor das Mehrgenerationenhaus in Refrath realisiert. „Wir wären Bauherr, Vermieter und Verwalter der Wohnungen“, erläutert die RBS-Chefin. Das Konzept haben die Vereine „mitein-anders“ und „Wohnfreu(n)de Refrath“ entwickelt. Baurecht gebe es noch nicht.

Das Projekt umfasst 27 Wohnungen für junge Familien und Senioren, Behinderte und Nichtbehinderte sowie einem Drittel sozialer Wohnungsbau. Es soll im Wohnviertel der Straße An der Wallburg entstehen.