Bergisch Gladbach – Die Idee der CDU-Fraktion klang vernünftig: Weil morgens die Straßen voll sind und Müllfahrzeuge beim Ladevorgang den Verkehrsfluss behindern, sollten die Müllkipper erst nach 9 Uhr auf allen Hauptachsen unterwegs sein. Dies könne den Verkehr entlasten, so die Hoffnung der Fraktion. Bislang praktiziert der Abfallwirtschaftsbetrieb dieses System auf zehn verkehrsstarken Straßen; dort wird erst zu späterer Stunde am Vormittag geleert.
Eine Chance auf Ausweitung des späten Leerens wird es wohl nicht geben. Die Antwort, die nach Prüfung der Abfallwirtschaftsbetrieb abgegeben hat, ist jedenfalls ablehnend ausgefallen. Bei einer neuen Tourenstruktur würde es vermehrt Leerfahrten auf Straßen geben, die später erneut angefahren werden müssten. Damit nehme der Verkehr weiter zu, die Emissionen stiegen, die Umwelt werde stärker belastet.
Kleine Veränderungen aus Sicht der Verwaltung machbar
Auch müssten weitere Mitarbeiter eingestellt werden für die Zusatzrouten, vielleicht sogar ein weiteres Müllfahrzeug gekauft werden. Damit stiegen die Abfallgebühren für die Bürger. Das Verdrängen der Müllfahrzeuge in die Nebenstraßen bringt nach Ansicht der Abfallexperten ein neues Problem: eine Zusatzbelastung dieser Nebenstraßen.
Neben den Hauptverkehrsstraßen würde sich der Schwerlastverkehr dann auch noch in den Nebenstraßen wiederfinden. „Unserer Einschätzung nach nicht verkehrsentlastend.“ Weil bei einer Umstrukturierung die großen Müllautos verstärkt morgens in den Nebenstraßen unterwegs seien, wachse außerdem die Unfallgefahr für Schulkinder. Beim Abfallwirtschaftsbetrieb geht man sogar von einer massiven Erhöhung der Unfallgefahr aus. „Dies sollte unbedingt vermieden werden“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Außerdem müsse davon ausgegangen werden, „dass die Eltern die Risikosteigerung nicht unkommentiert hinnehmen würden.“
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Eine kleine Veränderungen sei allerdings nach Meinung der Verwaltung machbar und könne geprüft werden: in den hellen Monaten Mai bis September den Dienstbeginn von 6.30 Uhr auf 6 Uhr zu verlegen. Damit könnten Teile der „kritischen Straße“ vor dem Anlaufen des Berufsverkehrs angefahren werden. Der Entsorger des Dualen Systems, die Kölner Firma Zentek, lehnt ein Entgegenkommen rundweg ab. Der Wunsch, die Zeiten anzupassen, könne man nicht entsprechen, zitiert die Stadt aus einer Anfrage beim Entsorger. Eine Weisungsbefugnis der Stadt oder des Abfallwirtschaftsbetriebs gebe es nicht nicht.

