RücktrittswelleTiefer Riss in der Bergisch Gladbacher FDP

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Finanzminister Christian Lindner auf dem Kreisparteitag der FDP in Bergisch Gladbach - seine Partei ist vor Ort zerstritten.

Finanzminister Christian Lindner auf dem Kreisparteitag der FDP in Bergisch Gladbach - seine Partei ist vor Ort zerstritten.

Ratsherr Willy Bartz verlässt die Fraktion und drei sachkundige Bürger treten zurück.

Eigentlich könnten die Liberalen in Bergisch Gladbach nach den Ergebnissen der Europawahl ein wenig zufrieden sein. 8,1 Prozent wählten FDP - ein Ergebnis weit über dem Bundesdurchschnitt, wo die Liberalen 5,0 Prozent erreichten. Eigentlich also so etwas wie ein Grund zur Zufriedenheit. Dazu passt allerdings überhaupt nicht, dass FDP-Europakandidat und Stadtratsmitglied Willy Bartz am Wahlsonntag seinen Austritt aus der FDP-Fraktion erklärte - und drei weitere sachkundige Bürger ebenfalls der Fraktion den Rücken kehrten. Unterm Strich ein echter Riss in der mit drei Mitgliedern kleinen FDP-Fraktion.

Es herrsche große Unzufriedenheit mit Dorothee Wasmuth

Auf Nachfrage begründete Bartz seinen Schritt vor allem mit der „großen Unzufriedenheit“ mit Dorothee Wasmuth. Wasmuth ist Fraktionschefin und Kreisvorsitzende. Diese Unzufriedenheit gebe es schon sehr lange, aber jetzt, nach der Europawahl sei der Zeitpunkt gekommen, um Konsequenzen zu ziehen. Bartz will weiter im Stadtrat bleiben und auch weiter in der FDP. „Im Bundestagswahlkampf werde ich mich selbstverständlich für Christian Lindner einsetzen - so wie immer in den vergangenen Jahren.“ Als konkrete inhaltliche Gründe nannte Bartz die rigorose Contra-Einstellung der FDP im Rat gegen Grün-Rot.

Durch Gespräche soll Schaden von der FDP abgewandt werden

Dabei begann die FDP die aktuelle Wahlperiode ja als Partner von Rot-Grün in einem Ampelbündnis. Dieses Bündnis verließ die FDP und positionierte sich anschließend mehrmals sehr klar gegen die Rot-Grün und stimmte mit der CDU.

Dorothee Wasmuth bedauerte im Gespräch mit dieser Zeitung die Entscheidungen von Bartz und den sachkundigen Bürgern. Sie verwies auf die weitere Unterstützung von Alexander Engel, dem dritten FDP-Ratsmitglied, auf die Unterstützung aus der Kreispartei und von Gladbachs Kämmerer Thore Eggert (FDP). „Ich glaube, dass das eine sehr persönliche Geschichte zwischen mir und einigen FDP-Mitgliedern in Bergisch Gladbach ist.“ Zu keinem Zeitpunkt sei die Kritik parteiintern geäußert worden. „Das hätte ich dann schon erwartet, bevor man austritt und so austeilt.“ Wasmuth spricht von einem „großen Schaden“ für die Partei, der hätte unbedingt vermieden werden müssen.

Sie sei nach wie vor gesprächsbereit und es würden in den nächsten Tagen auch Gespräche geführt. Es müsse immer um die Partei gehen. Eine „persönliche Schlammschlacht“ sei so ziemlich das Letzte, was sich die FDP nun leisten könne.

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