Abo

HaushaltÜber Gladbachs Zahlenwerk wird im Stadtrat entschieden

3 min
Das Foto zeigt die Sitzung des Gladbacher Finanzausschusses

Die Sitzung des Gladbacher Finanzausschuss am Donnerstag, 19. März

Alles vertagt in den Stadtrat: Der Gladbacher Hauswahlt wird im Stadtrat beraten

Die Debatte über den Bergisch Gladbacher Haushalt für 2026 wird im Stadtrat geführt, nicht in den Ausschüssen. Bemüht man einen legendären Filmklassiker: Am kommenden Dienstag ist „High Noon“. Die Hauptdarsteller heißen hier aber nicht, wie im Western von 1952, Gary Cooper und Grace Kelly. Es sind Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) und Stadtkämmerer Thore Eggert (FDP), die sich den Fraktionsvorsitzenden und ihren Haushaltsreden stellen.

Und es ist auch nicht 12 Uhr mittags, sondern 17 Uhr nachmittags, wenn die Sitzung im Ratssaal von Bensberg eröffnet wird. Showdown hin oder her: Die Abstimmung zum Zahlenwerk wird spannend und Pulverdampf wird bei den Haushaltsreden auch aufsteigen. Nicht alle werden die Friedenspfeife rauchen wollen, das ist absehbar.

CDU für Änderungen

Dass es erheblichen Änderungsbedarf geben werde, hatte vorab die CDU-Fraktion bereits angekündigt. Mancher hätte auch eine Vorab-Diskussion am Donnerstagabend im Finanzausschuss der Stadt erwartet. Das war aber nicht der Fall, alles wurde vertagt – die Investitionslisten für 2026, die Personalplanung und auch die Hebesätze zur Grundsteuer B.

Offenbar mochten die Ausschusspolitiker Auge in Auge mit den von Papierfabrikantin Maria Zanders gemalten Bibelszenen im Gladbacher Ratssaal nicht die politische Keule auspacken. Es ist seit rund zehn Jahren Gladbacher Tradition, dass die Hauptdebatte um den Haushaltsentwurf im Stadtrat geführt wird. Auch in den übrigen Fachausschüssen vertagten die Politiker einmütig und einstimmig, und so geschah es auch im Finanzausschuss.

Die Zeit bis zur Ratssitzung nutzen die Politiker für letzte Abstimmungen. Dass sich in den Wochen zuvor die Verwaltungsspitze zu den Beratungen in den Fraktionen einfindet, hat auch Tradition. Um bei „High Noon“ zu bleiben: Im „Saloon“, dem Ratssaal, geht es um sehr viel Geld.

Hohes Defizit

Rund 48,7 Millionen Euro betrug zur Haushaltseinbringung das Defizit. Um das Loch zu stopfen, soll die Grundsteuer B um 100 Prozentpunkte klettern (davon 25 zur aufkommensneutralen Umstellung). Dieser Anstieg schmeckt nicht jeder Fraktion. Strikte Disziplin bei Ausgaben und Personal: Das sind die beiden Stellschrauben, die die CDU bereits in den Blick gerückt hat. Auch ein neuer Haushaltsbegleitbeschluss wird beantragt werden, damit kann intensiver an Inhalten gearbeitet werden (derzeit gibt es einen Beschluss nach FDP und FWG-Anlauf).

Auch die Fraktionschefs von SPD und Grünen werden ihre Sicht der Dinge berichten, als weitere Hauptdarsteller. Es kann dann ein langer „High Noon“ werden für alle Akteure. Punkt für Punkt könnte über die Personalia in den einzelnen Geschäftsbereichen abgestimmt werden, zusätzlich zu den Haushaltsreden.

Auch diese können einiges an Zeit beanspruchen, bei fünf Ratsfraktionen, zwei Ratsgruppen und zwei Einzelratsmitgliedern. Im Film gibt es ein glückliches Ende für den Sheriff und seine Braut. Im Gladbacher „High Noon“ bauen Kreutz und Eggert auf eine Mehrheit im Stadtrat.