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Holocaust-GedenkenZwi Eshed berichtet in Bergisch Gladbach, wie er den Nazis entkam

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Der Israeli Zwi Eshed berichtet davon, wie er als Kind den Holocaust überlebte.

Zwi Eshed überlebte als Kind den Holocaust in einer christlichen holländischen Familie. 

Zwi Eshed wurde als Hermann Obstfeld 1939 in Amsterdam geboren. Eine holländische Familie versteckte ihn vor den Nazis.

Rund um den Holocaust-Gedenktag am Freitag besuchte Zwi Eshed Bergisch Gladbach.Der Städtepartnerschaftsverein Ganey Tikva - Bergisch Gladbach hatte ihn eingeladen und zusammen mit dem Katholischen Bildungswerk wurde die Reise nach Deutschland organisiert. Und sein Enkel Asif Eshed nimmt an einem Austauschprogramm mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium teil.

Der Partnerschaftsverein beurteilt den Besuch als einen „absoluten“ Glücksfall für Bergisch Gladbach. Und das war er dann auch, denn der direkte Kontakt zu Zwi Eshed entwickelte bei jedem Zuhörer eine ganz besondere Betroffenheit und Nähe zu einer Zeit, die heute so unvorstellbar erscheint.

Dabei ist die Geschichte von Zwi Eshed eine Geschichte mit Happy End. Er und seine Eltern überlebten die Nazi-Herrschaft in Holland. Versteckt bei einer holländischen Familie, die für diesen Einsatz vom Staat Israel postum mit dem Orden „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurde. Zwi Eshed sieht sich noch heute auch als Teil dieser holländischen Familie.

Gott sei Dank hat das Geld meiner Eltern gereicht.
Zwi Eshed

Nach dem Krieg wanderte Zwi Eshed nach Israel aus. Er wollte nie wieder in eine Situation kommen, um für Schutz dankbar sein zu müssen. Als sein Enkel vor einigen Jahren Auschwitz besuchte, schrieb der Großvater ihm einen Brief. Zwi Eshed las diesen Brief bei seinem Vortrag im Gladbacher Rathaus vor. Er listete alle Familienmitglieder auf, die von Nazis umgebracht worden waren. Eine lange Liste.

Dabei versagte ihm ein wenig die Stimme und die Betroffenheit aller Zuhörer war im Saal spürbar. Und dann sagte er, dass wenn Menschen in Deutschland zu solch einem Verbrecher fähig sind, dann seien Menschen auf der ganzen Welt zu solchen Verbrechen fähig.

Völkermorde, nicht so perfekt organisiert wie bei den Nazis, habe es nach dem Holocaust immer wieder gegeben. Es war der leidenschaftliche Appell eines Holocaust-Überlebenden, bei diesen Verbrechen in der Welt nicht wegzuschauen. Namentlich nannte er den Völkermord in Ruanda oder auf dem Balkan.

Die Umstände machen Menschen zu Tätern oder zu Opfern

Sein 15-jähriger Enkel griff diesen Faden auf seine Art auf. Er erinnerte daran, dass auch Russen Menschen seien, genau wie Ukrainer. Und es immer die Umstände sind, die Menschen zu Tätern oder Opfern machen.

Lutz Urbach, der Vorsitzende des Gladbacher Städtepartnerschaftsvereins und ehemalige Bürgermeister, moderierte die Veranstaltung in Rathaus. Für ihn ein Teil einer Erinnerungskultur, damit eben der Holocaust niemals vergessen wird. Begleitet wurde der Abend durch die Musik des Gladbacher Klezmerensembles „Die Zitrönchen“.


Ausstellung im Kreishaus

Im Foyer des Kreishauses ist noch bis zum 10. Februar die Ausstellung „Die Klabers. Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Rheinland“ zu sehen. Sie wird vom Kulturamt des Kreises und der Gedenkstätte Bonn organisiert. Die Klabers siedelten im 18. Jahrhundert in der Eifel und kamen zu bescheidenem Wohlstand. Anhand von Fotos wird gezeigt, wie die Familie lebte, wie sie in der NS-Zeit ausgegrenzt und verfolgt wurde. Weitere Infos unter (02202) 132770. (nie)