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KnochenarbeitBergisches Museum Bensberg zeigt, wie kraftzehrend der Job von Waschfrauen war

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Eine Frau steht an einem Bottich mit einer historischen Wringe, die das Wasser aus einem Wäschestück walzt.

Bis die Wäsche endlich auf der Leine hing, waren kraftzehrende Prozeduren nötig. Astrid Averbeck präsentiert die Wringe.

Vor Erfindung der Waschmaschine waren Frauen oft tagelang damit beschäftigt, Wäsche zu kochen, einzuseifen, zu schrubben, wringen und  bügeln.

Ist die Waschmaschine vielleicht eine oder sogar die segensreichste Erfindung der Menschheit? Wie wichtig dieses Gerät ist, das konnten die Besucher des „Bergischen Museums“ beim Waschtag selbst herausfinden. Und nein, so krass hat sich das wohl wirklich niemand vorgestellt. Denn das Waschen war bis 1951 ein unglaublich harter Knochenjob.

Danach gab es Constructa, die erste vollautomatische Waschmaschine in Deutschland, sagt Astrid Averbeck, die den Besuchern am Waschtag zeigte, wie es vorher zuging. „Bis dahin war Waschen eine unglaublich kraftraubende Angelegenheit.“

Waschtage-Workshop mit historischen Kleidern

Davon konnten sich die Besucher auch ganz persönlich beim Workshop mit original alten Kleidungsstücken überzeugen. Früher gab es den Waschtag oder die Waschtage – und zwar nur einmal im Monat maximal. Und dann wurde alles gewaschen, ob Kleidung oder Bettwäsche.

„Das Ganze dauerte mindestens einen Tag oder oft zwei Tage. Das war eine riesiger Aufwand“, erklärt Averbeck. Die Wäsche musste sortiert und eingeweicht werden. Die weiße Wäsche wurde in großen Kesseln gekocht, die auf das Feuer gesetzt wurden. Wenn das Wasser nicht mehr ganz so heiß war, kam die Buntwäsche rein.

Reiche Leute beschäftigten Waschfrauen

„Und da es noch keine richtigen Waschmittel gab, musste mechanisch mit der Hand nachgearbeitet werden.“ Das sei mit einem Waschbrett passiert und sei körperlich besonders herausfordernd gewesen. Außerdem wurde Wäsche geschlagen und gestampft, um sie zu säubern. „Es war eine unglaubliche Prozedur.“

Alle verfügbaren Frauen hätten sich beteiligen müssen, erklärt Averbeck. Die Männer waren in der Regel fein raus. Die reichen Leute hätten Waschfrauen gehabt, die ärmeren hätten eben selbst waschen müssen. Übrigens war die Mammutaufgabe damit noch lange nicht geschafft.

Flusswasser half beim Ausspülen

Nach dem Waschbrett ging es ans Ausspülen. Das geschah in der Regel in Flüssen oder Seen. Oft gab es damals spezielle Stege dafür. Am Rhein habe es zum Spülen sogar richtige Plattformen gegeben, berichtet Averbeck. Teilweise gab es an den Flüssen auch Kähne dafür.

Zwei historische Bügeleisen aus Metall stehen auf einem Biertisch.

Keine Leichtgewichte: die Bügeleisen von früher.

Ohne Schleudergang und Trockner musste die schwere klatschnasse Wäsche natürlich nach dem Spülen ausgewrungen werden. Auch hier konnten die Besucher ausprobieren, was das für eine harte Arbeit ist. Dafür wurde teilweise ein Gerät namens Wringe genutzt.

Die Wäsche trocknete auf Bleichwiesen

Zum Trocknen gab es nicht nur Wäscheleinen, sondern spezielle Bleichwiesen, auf denen die weiße Wäsche ausgebreitet wurde. Daher stammen auch entsprechende Straßennamen. Diese Wiesen waren radikal kurz geschnitten, damit die Wäsche nicht wieder verdreckte.

Eine empfindliche Nase durften die Menschen damals nicht haben. Denn in der Regel besaßen sie einmal Kleidung für den Sonntag und für die anderen Tage ein bis maximal zwei Bekleidungen, die dann bestenfalls einmal im Monat gewaschen wurden. Zwischendurch wurde nur gelüftet, so Averbeck. „Nach dem Geruch durfte man da nicht fragen. Das waren andere Zeiten, wenn man so viel Arbeit investieren muss, um die Wäsche wieder sauber zu kriegen, dann macht man das nicht wegen einem kleinen Fleck oder ein bisschen Schweißgeruch.“

Bügeleisen wie Folterwerkzeuge

Mit dem Trocknen war die Prozedur aber immer noch nicht beendet, denn dann kam das Bügeln. Und zwar ohne moderne Bügeleisen. Die alten Bügeleisen ähneln eher Folterwerkzeugen und das waren sie auch, denn sie bestanden komplett aus Metall und es gab nur Handschuhe als unsicheren Schutz.

Zwei Arten von Bügeleisen wurden genutzt: Die Kohle-Bügeleisen wurden, wie es der Name schon sagt, innen mit glühender Kohle befüllt. Noch älter waren die Flacheisen, die komplett auf den Kohleöfen erhitzt wurden. Von diesen Flacheisen wurden immer mehrere benötigt, weil natürlich die Wärme nicht dauerhaft gespeichert wurde. Laut Averbeck kommt daher auch ein sehr bekanntes Sprichwort: „Mehrere Eisen im Feuer haben.“

Gemein: Wenn nicht gut aufgepasst wurde, konnten die Eisen die mühselig gewaschene Wäsche wieder verschmutzen. Zum Trocknen und Bügeln wurden alternativ auch Wäschemangeln (Walzen) genutzt. Diese Arbeit hinterließ Spuren, sagt Averbeck. „Im Beruf der Wäscherin wurden die Frauen nicht alt.“ Die Handwerks-Vorführungen im „Bergischen Museum“ gibt es immer am letzten Sonntag im Monat.