Köln/Bergisch Gladbach – Fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft seit Freitag einer 38-Jährigen vor. Die Frau soll aufgrund einer schweren Psychose aufgrund von Drogenmissbrauch im schuldunfähigen Zustand gehandelt haben. Zur Last gelegt werden der 38-Jährigen, die derzeit in der Psychiatrie der LVR-Klinik in Bedburg-Hau bei Kleve vorläufig untergebracht ist, zwei Vorfälle. Zunächst soll sie am 8. November 2020 in ihrem Appartement in städtischer Unterbringung im Ortsteil Herkenrath die Matratze ihres Bettes in Brand gesetzt haben.
Laut den Angaben der Beschuldigten vor Gericht sei ihr die Glut einer Zigarette abgefallen. Eine 50-Jährige, die damals auch in dem Haus lebte, erlitt eine Rauchgasvergiftung. Unter Tränen schilderte die Bewohnerin, dass sie abends ins Bett gegangen sei und später in einem Krankenwagen wieder zu Bewusstsein gekommen sei. „Das war so schrecklich“, sagte die 50-Jährige.
Feuer in Notfallschlafstelle verursacht
Weiter wird der 38-Jährigen zur Last gelegt, am 11. Juni 2021 in einem Vier-Bett-Zimmer in einer Notschlafstelle in der Jakobstraße Feuer gemacht zu haben, um in einem Topf etwas zu kochen. Zwar habe die 38-Jährige noch versucht, den Brand zu löschen. Doch der Fußboden habe Feuer gefangen und habe von der Feuerwehr gelöscht werden müssen, wie es in der sogenannten Antragsschrift der Staatsanwaltschaft heißt.
Da die Frau in schuldunfähigem Zustand gehandelt haben soll, geht es im Prozess nicht um eine Gefängnisstrafe. Vielmehr muss das Gericht entscheiden, ob die 38-Jährige dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht wird. Vor Gericht räumte die Beschuldigte beide Vorfälle ein. Damals habe sie viel Heroin und Amphetamin konsumiert. Sie entschuldigte sich beim Gericht, „dass ich Ihnen so viele Umstände mache“. Drei weitere Verhandlungstage sind terminiert.
