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Cini WohkittelGladbacher hat die „Soccer Snake“ für Fußballtraining erfunden

4 min

Der Laufweg mit dem Ball lässt sich mit Hilfe der „Soccersnakes“ präzise definieren.

  1. Mit der „Soccersnake“ – Fußballschlange – kann man Parcours für das Fußballtraining legen.
  2. Die Schlange lässt sich einfach verlegen und ist leicht zu tragen.
  3. Für den Entwickler geht es jetzt darum, einen Investor zu finden und weltweit Partner zu gewinnen.

Die Handgriffe für die Bodenmarkierungen gehen fix. Aus den gelben „Würsten“ hat Cini Wohkittel vier Ecken für ein Spielfeld geformt. Oder einen Dribbel-Parcours. Auch Sprungkreise und Trainingsleitern markiert der Gladbacher ruckzuck mit den „Würsten“ und legt sie auf dem Platz aus, ein, zwei Handgriffe reichen aus. Eine „Wurst“, ein „Schlauch“, zig Ideen.

„Niemand muss mehr mühsam Stangen und Hütchen zu den Trainingseinheiten schleppen“, erklärt Wohkittel. Ein weiterer Vorteil ist die größere Vielfalt an Übungen. „Soccersnake“ – Fußballschlange – hat der Gladbacher seine Erfindung genannt. Das Münchner Patentamt hat die Erfindung mit einem Gebrauchsmusterschutz versehen, die Idee macht Wohkittel niemand mehr streitig. Seit wenigen Wochen läuft die Vermarktung.

Cini Wohkittel, 55, ist seit 50 Jahren fußballbegeistert, seit er als „Mini“ Mitte der 60er-Jahre bei der DJK Dürscheid spielte. Später war er einer aus den goldenen Bezirksliga-Zeiten des SSV Jan Wellem Bergisch Gladbach. Nach Jahren beim Vereinsnachbarn SSG 09 ist er bei Jan Wellem Trainer der Ersten Herren. Beim Fußball macht Wohkittel keiner was vor.

Kein Geschleppe mehr

„Klar, wir trainieren auch mit den Snakes“, sagt Wohkittel. Jahrelang habe er mühsam die verschiedenen Gerätschaften vom Schuppen auf den Platz tragen müssen. „Die Zeiten sind vorbei, zum Glück.“ Mit einem Handwägelchen schöckelt er die gelben Schläuche zum Trainingsplatz. Die ersten Bundesligisten hätten schon zugegriffen bei den „Soccersnakes“, Ausbilder der Deutschen Sporthochschule großes Interesse bekundet und die Trainingsmethodik gelobt. In den Fußball-Nachwuchszentren von Viktoria Köln, Alemannia Aachen und MSV Duisburg wird mit den „Snakes“ trainiert. Bei den Vorführungen gebe es stets großes Interesse am Produkt, „ein ganz neues Trainingsgefühl“, schwärmt Wohkittel. .„Meine Hoffnung ist, dass das Ding durch die Decke geht.“

Für den Entwickler geht es jetzt darum, einen Investor zu finden und weltweit Partner zu gewinnen. Das Ziel ist ambitioniert. Der Werbefachmann Wohkittel will irgendwann von seiner Erfindung leben. „So oft erfindet man ja nichts im Leben“, sagt er mit einem Schmunzeln. Der passende Name fand sich mit „Soccersnake“, im Internet war die Bezeichnung noch frei. Am Anfang der Idee zu den den „Soccersnakes“ stand der Platzumbau bei Jan Wellem. Während die Asche verschwand und der neue Kunstrasen verlegt wurde, mussten die Fußballer auf einem Ausweichplatz in Paffrath trainieren. Eine mühselige Angelegenheit, die sich über Monate hinzog: Im Kofferraum fuhr der Trainer Hütchen, Stangen und Pylone durch die Stadt, verärgert über die dauernde Schlepperei. „»Das müsste doch einfacher gehen«, habe ich mir gedacht“, erinnert er sich. Das ist jetzt etwa zwei Jahre her. Wohkittel begann zu recherchieren und kam auf die Idee, nach leichten, biegsamen Schläuchen als Trainingshelfer zu suchen. „Erst habe ich in Deutschland geschaut – nichts. Dann in Europa – wieder nichts. Auch im noch größeren Umfeld habe ich gesucht. Alles ohne Erfolg.“ Wohkittel packte daraufhin der Erfindergeist. Er begann zu tüfteln und entwickelte einen Prototypen. Mit der ersten „Schlange“ sprach er bei einem Hersteller in Emsdetten vor. Der habe sofort zugepackt und zugesagt, die Sache bis zur Serienreife zu bringen.

Im Starterset sind 24 „Snakes“ enthalten, 16 kleine (halber Meter), vier mittellange (ein Meter) und vier ultralange (zwei Meter), alle knallgelb, gefüllt mit Granulat, das weich ist wie Sand und trotzdem so fest, dass es nicht verrutscht in der Hülle. Auf dem Platz von Jan Wellem hat Wohkittel seinen Parcours flott aufgebaut, legt die aus strapazierfähigem, jeansähnlichem Stoff hergestellten Schläuche aufs Kunstrasengrün. Schnell hat er die vier Ecken für ein Kleinspielfeld geformt. „Zwei gegen zwei, das ist doch hier klar zu sehen, wo sich die Spieler aufstellen müssen.“ Bislang habe er dafür Plastikhütchen ausgelegt. „Sagen Sie mal den Kindern, dass sie sich aufstellen sollen im Spielfeld. Das klappt nicht.“ Außerdem seien die Platzbegrenzer leicht wegzukicken gewesen. Auch die Stufenleiter fürs Schnelllauftraining hat er mit vier kleinen Schläuchen nachgebaut. Vom „neuen Trainingsgefühl“ erzählt Wohkittel, von den Laufwegen, die er jetzt präzise mit seinen Schlangen auslege. „Früher wurde mit dem Ball am Fuß um die Stangen gelaufen.“ Ein eckiger Laufweg, nicht gut für die Koordination. Mit den Übungsschlangen laufe es jetzt viel runder.

www.soccersnake.com