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Fonds retten KulturFörderung für freie Träger und Vereine in Bergisch Gladbach kommt

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Probe auf Abstand für Konzerte mit wenigen Zuschauern: Für freischaffende Künstler ist die Lage derzeit extrem angespannt, weil die Engagements fast auf Null gefahren sind. Dennoch verliert die Kulturszene nicht den Mut: Roman Salyutov, Leiter des Kulturfestivals Bergisch Gladbach und Chefdirigent des Sinfonieorchesters, mit Musikern im Bergischen Löwen.

  1. Den Kultur-Anlauf hatte das neue Dreierbündnis SPD, Grüne und FDP im Frühjahr an den Start gebracht.
  2. Die Mittel sollen der durch Corona heftigst gebeutelten Kulturszene das Überleben ermöglichen.
  3. Ein Gremium entscheidet über die Verteilung.

Bergisch Gladbach – Für die Kulturschaffenden ist das ein Lichtschein im finsteren „Corona“-Tunnel: Das Förderprogramm „GL hilft der Kultur“ mit Mitteln von 100 000 Euro wird in der Kreisstadt starten. Der „Stadtgutschein“ für Händler und Gastronomen, ebenfalls gedacht als Corona-Hilfe, geht hingegen in die Beratungsschleife – dies die aktuelle Beratungslage.

Den Kultur-Anlauf hatte das neue Dreierbündnis SPD, Grüne und FDP im Frühjahr an den Start gebracht. Die CDU stimme dem zu, mit einigen wenigen redaktionellen Änderungen, sagte im Hauptausschuss Birgit Bischof. Nahezu einstimmig passierte der Antrag dann den Ausschuss, im Rat am 1. September ist das Ja reine Formsache. Damit wird ein Solidaritätsfonds aufgelegt mit 100 000 Euro für das Jahr 2020, eine Fortsetzung in den nächsten Jahren scheint vorstellbar.

Spenden erwünscht

Das Ziel ist klar: Die Mittel sollen der durch Corona heftigst gebeutelten Kulturszene das Überleben ermöglichen. Spenden der Bürgerschaft sind ausdrücklich gewünscht, sie sollen den Fonds ebenfalls speisen. Freie Kultureinrichtungen sollen bis zu 5000 Euro erhalten, andere Kulturschaffende oder Vereine 1000 oder 2000 Vereine, dieses Detail muss noch geklärt werden. Ein Gremium aus Politik, Verwaltung sowie den beiden Stadtverbänden Kultur und Musik und dem Brauchtum entscheidet über die Verteilung.

In die Warteschleife geht hingegen der „Stadtgutschein“, ein Antrag der CDU. 200 000 Euro solle die Stadt bereitstellen, um Händler- und Gastronomen mit Gutscheinen im Wert von 2 Millionen Euro zu unterstützen; mit der Stadtförderung erhalten die Gutscheine für Käufer einen Mehrwert von zehn Prozent.

Caritas-Hilfe

Unterstützung bietet der neue Corona Hilfsfonds der Caritas Rhein-Berg. Einsetzen können die Caritasmitarbeiter die aus Spenden gewonnenen Mittel, wenn Menschen durch die Corona-Pandemie in Not geraten sind, etwa durch Krankheit oder Verringerung des Einkommens. Unter anderem können Kinderkleidung oder Lebensmittel aus dem Fonds bezahlt werden. (lth)

spenden.caritas-rheinberg.de

Das Geld komme schnell in den Umlauf und helfe direkt, meinten für die CDU der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Metten und sein Stellvertreter und Bürgermeisterkandidat Christian Buchen. Der „Stadtgutschein“ funktioniere in anderen Orten und sei ein „Hebel“, um den von betroffenen Händlern schnell zu helfen.

Von „erheblichem administrativen Aufwand“ warnte jedoch Jörg Krell von der FDP. Besser sei es, Händler direkt zu fördern, nicht über den Gutschein-Umweg. Steuererleichterungen und digitale Plattformen seien geeigneter. „Wir sehen es auch kritisch“, meinte Klaus W. Waldschmidt (SPD). In Elektronikmärkten könnten die „Stadtgutscheine“ gegen „Amazon“-Internetgutscheine getauscht werden, was niemand wolle. Thomas Klein von den Linken wollte die Parkgebühren gesenkt sehen. Die Beratung wird bei der Wirtschaftsförderung fortgesetzt.