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Geheimnis gelüftetDiese drei werden Bergisch Gladbachs neues Dreigestirn

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Das designierte Jungfrau Cathrin (Buchholz), Prinz Oliver I. (Cella) und Bauer Marcus (Schönenbröcher) mit Prinzenführer Frank Mehren, Große-Gladbacher-Präsident Alexander Pfister und dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Frank Haag.

Das Geheimnis ist gelüftet: (vorne, v.l.) Jungfrau Cathrin (Buchholz), Prinz Oliver I. (Cella) und Bauer Marcus (Schönenbröcher) mit Prinzenführer Frank Mehren, Große-Gladbacher-Präsident Alexander Pfister und dem 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Frank Haag.

Das 100-jährige Jubiläum der Großen Gladbacher wird mit einem Dreigestirn aus der Gesellschaft in einer ausgelassenen Session gefeiert.

GladbachEinen 100. Geburtstag haben nur wenige zu feiern. Und wenn eine Karnevalsgesellschaft ein ganzes Jahrhundert jecke Geschichte vollmacht, darf das Geburtstagsgeschenk etwas Besonderes sein. Die Große Gladbacher Karnevalsgesellschaft beschenkt sich in der Session 2026/27 gewissermaßen selbst: Prinz Oliver Cella, Bauer Marcus Schönenbröcher und Jungfrau Cathrin Buchholz kommen allesamt aus ihren Reihen. Passender könnte das Dreigestirn zum Jubiläum kaum besetzt sein.

Zumal die drei damit für ein doppeltes Heimspiel sorgen. Denn das Bergisch Gladbacher Dreigestirn ist traditionell eng mit der Großen Gladbacher verbunden. Die Findungskommission der Gesellschaft wählt Jahr für Jahr die Tollitäten aus – auch wenn Prinz, Bauer und Jungfrau aus anderen Karnevalsgesellschaften kommen. Während der Session stellt die Große Gladbacher zudem den Prinzenführer, und ihre Prinzengarde begleitet das Trifolium durch die Säle und zu seinen zahlreichen Auftritten. Diesmal kommen also nicht nur Begleitung und Organisation aus dem eigenen Haus, sondern auch die drei, um die sich alles drehen wird.

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Louis Weber als Prinz Karneval von Bergisch Gladbach.

Louis Weber war erster Karnevalsprinz von Bergisch Gladbach.

Den Sessionsvertrag haben die drei angehenden Tollitäten bereits symbolisch unterzeichnet: Beim traditionellen „Nickabend“ besiegelten das designierte Dreigestirn, Präsident, Vorsitzender und Prinzenführer der Großen Gladbacher gemeinsam, was in der kommenden Session auf sie wartet. Für die 1927 gegründete Gesellschaft war das zugleich der Startschuss ins Jubiläumsjahr.

Prinz Oliver Cella ist sein Kindertagen mit dem „Bazillus Carnevalitis“ infiziert

An der Spitze des Trifoliums steht der 47-jährige Oliver Cella, den fast alle schlicht „Oli“ nennen. Der Versicherungskaufmann und Fachwirt ist seit 2021 mit seiner Partnerin Sabine Riemenschneider zusammen. Was Karneval für ihn bedeutet, bringt er mit drei Begriffen auf den Punkt: „Tradition, Geselligkeit und Zusammenhalt“. Mit dem „Bazillus Carnevalitis“ infiziert ist er seit Kindertagen. Bereits mit sieben Jahren stand er an Weiberfastnacht in der Grundschule Gronau auf der Bühne und sang „En d’r Kayjass Nummer Null“ von den Bläck Fööss. Im September 2019 trat er der Großen Gladbacher bei, seit drei Jahren gehört er dem Vorstand an und kümmert sich um Presse und Medien.

Dass er nun ausgerechnet zum 100-jährigen Bestehen seines Vereins als Prinz an der Spitze des Dreigestirns stehen darf, ist für Cella Ehre und Ansporn zugleich. Vor allem freut er sich auf die Menschen, mit denen er die Session erleben wird: auf Bauer und Jungfrau, auf die Prinzengarde, „die hinter uns steht“, und auf viele besondere Momente.

Für den kräftezehrenden Auftrittsmarathon will er mehr Sport treiben. Und falls es am Morgen nach einer langen Sitzung doch einmal zwickt, hat er einen Plan: „Im Bett bleiben, eine Ibu nehmen und Multivitaminsaft trinken.“ Sein Lieblingslied: „Lass uns nicht gehen“ von Cat Ballou.

Bauer Marcus Schönenbröcher ist bei  Freunden als „Schöne“ bekannt

An seiner Seite steht Bauer Marcus Schönenbröcher. Der 60-jährige selbstständige Kaufmann ist verheiratet mit Sylvia Schönenbröcher und Vater zweier Töchter: Angelina und Isabella. Unter seinen Freunden ist er als „Schöne“ bekannt. Im Karneval der Kreisstadt ist er seit 2004 aktiv, seit 2014 gehört er als Senator der Großen Gladbacher an. Vom „Bazillus Carnevalitis“ fühlt er sich allerdings schon deutlich länger infiziert: „seit Geburt“.

Karneval bedeutet für ihn vor allem Lebensfreude und Tradition. Als Lieblingsort in Bergisch Gladbach nennt er den Gasthof „Zum Horn“, als karnevalistisches Vorbild Horst Muys. Wenn gerade nicht geschunkelt wird, gehören Musik, Fußball und Tanzen zu seinen Hobbys.

Auf die Session freut sich Schönenbröcher vor allem wegen der Geselligkeit und des gemeinsamen Feierns. Seine größte Sorge: dass einer der drei krank werden könnte. Fit halten will sich der designierte Bauer mit „viel Wasser“. Beim Lieblingskarnevalslied wird es klassisch kölsch: „In unserem Veedel“. Für die gemeinsame Session wünscht er sich „viel Spaß und Glück“.

Jungfrau Cathrin Buchholz fährt gern Ski und geht zum 1. FC Köln ins Stadion

Komplettiert wird das Trio von Cathrin Buchholz. Die 41-jährige Sachverständige für Immobilienbewertung bringt ebenfalls reichlich jecke Erfahrung mit. Karneval ist für sie schlicht „Tradition, Brauchtum und Frohsinn“. Infiziert wurde sie mit dem jecken Bazillus praktisch „von Wiege/Mutter“ an. Schon 1988 fuhr sie im Zug mit, 1997 erstmals auf einem Wagen von Bauer und Jungfrau, später dann auf dem Wagen der Großen Gladbacher.

Wenn sie gerade nicht jeck unterwegs ist, fährt Buchholz Ski, geht zum 1. FC Köln ins Stadion, liest oder trifft sich mit Freunden. Ihr Lieblingsort in Bergisch Gladbach ist das Refrather „Dorf“. Und ausgerechnet ihr Lieblingskarnevalslied passt bestens zur künftigen Jungfrau: „Oh, oh Kathrin“ war, wie sie sagt, das erste Karnevalslied, das sie überhaupt gehört hat.

Am meisten freut sich Buchholz auf „Vorstellung, Proklamation, Veranstaltungen mit Alt und Jung, Züge“ – kurzum auf das, was in den kommenden Monaten reichlich auf sie zukommt. Durchhalten will sie mit Tee und Schokolade. Ihre größte Sorge: „krank werden“. Und falls jemand glaubt, Aschermittwoch sei anschließend schlagartig Schluss mit lustig, irrt: Dann sei zwar „die Session als Jungfrau beendet“, so Buchholz, „aber nicht meine karnevalistische Zeit im Jahr“. Sie wünscht sich vor allem „eine friedliche und fröhliche Session“.

Große Gladbacher KG will ihren 100. Geburtstag 2027 kräftig feiern

Bei aller Vorfreude fällt auf, wie ähnlich die drei auf das blicken, was vor ihnen liegt. Es geht ihnen weniger um Ornat und Rampenlicht als um gemeinsame Erlebnisse, Begegnungen mit den Menschen und darum, gesund durch die vielen Auftritte zu kommen. Friedlich und fröhlich soll sie werden, die Jubiläumssession – und natürlich möglichst jeck.

Für die Große Gladbacher könnte das Jubiläumsjahr kaum passender beginnen. Seit Generationen sorgt sie dafür, dass das Dreigestirn der Kreisstadt ausgewählt und sicher durch die Session begleitet wird. Zum 100. Geburtstag stehen nun drei aus den eigenen Reihen im Ornat. Mehr Heimspiel geht kaum.

Und mit Aschermittwoch ist für die Gesellschaft noch lange nicht Schluss. Ihr 100-jähriges Bestehen will die Große Gladbacher im weiteren Verlauf des Jahres 2027 feiern – und dabei noch mit einigen Überraschungen aufwarten. Das Dreigestirn aus den eigenen Reihen ist damit der närrische Auftakt zu einem besonderen Geburtstagsjahr.