Der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach hat aus eigenen Mitteln eine weitere Büste im Büstengarten der Papierfabrik Zanders restauriert. Auch die Umfassungsmauer wurde saniert.
BüstengartenGladbacher Verschönerungsverein restauriert Zanders-Büste

Die Akteure bei der Restaurierung: (v.l.) Alexandra Peters (Stadt Bergisch Gladbach, Untere Denkmalbehörde), Franz Josef Vierkotten (Vorsitzender des Verschönerungsvereins), Dr, Albert Eßer (Geschäftsführer des Verschönerungsvereins), Helga Monheim (stellv. Vorsitzende des Verschönerungsvereins), Prof. Dr. Michael Werling (stellv. Vorsitzender des Verschönerungsvereins)
Copyright: Stadt Bergisch Gladbach
Wenn die Lumpenschlepper und Sortiererinnen bei ihrer harten Arbeit einen Blick frei gehabt hätten, wäre dieser vielleicht auf die Büsten gefallen. Aber viel freie Zeit hatten sie gewiss nicht. Die besagten Büsten stehen hinter dem Haupteingang zum ehemaligen Fabrikgelände der Firma Zanders in einem kleinen Park und zeigen die Unternehmenslenker in besonderer Pose.

Die restaurierte Umfassungsmauer ist links zu sehen
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Nach 1912 entstand das schattige Plätzchen. Das Brunnendenkmal als Erinnerung an den früh durch einen Pistolenunfall aus dem Leben gerissenen Richard Zanders (1860 -1906) machte den Auftakt. Die gesellschaftlich aufgestiegene evangelische Unternehmerfamilie Zanders hatte in diesen Jahren das Bedürfnis, ihr Wirken auch nach außen hin zu zeigen.
Segensreich als Mäzen wirkend
Der jüngste der Dargestellten ist Johann Wilhelm Zanders, der 1978 starb und die Firma zu letzter Blüte führte. Auf ihn folgte bis zum Rückzug Ende der 1980er-Jahre sein Stiefsohn und Neffe Hans Wolfgang Zanders (1937 - 2023), vielfach ehrenamtlich in Gladbach und Köln engagiert und als Mäzen segensreich wirkend in zahlreichen Vereinen und Initiativen.
Der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach ist seit vielen Jahren ein treuer Unterstützer für den Denkmalschutz. Schon 2023 ermöglichte der Verein die Restaurierung des Brunnendenkmals von Richard Zanders und der Büste von Hans Zanders (1861-1915). Dank einer Unterstützung von 15.900 Euro gelang es nun, die westliche Umfassungsmauer mit der Stele Carl Richard Zanders (1826 - 1870) zu restaurieren.
Witwe war an Kultur interessiert
Dieser Carl Richard Z. war der Gemahl von Maria Zanders, er starb mit nur 34 Jahren im Jahre 1870 und hinterließ seiner kulturinteressierten und unternehmerisch klug agierenden Witwe ein schwieriges Erbe. Maria Zanders, eine aus der Riege der starken Zanders-Frauen (wie auch Jule, Olga und Renate Zanders sowie Alexe Altenkirch) beauftragte bereits 1872 den Düsseldorfer Bildhauer Professor August Wittig mit der Herstellung der Büste ihres Ehemanns.
Architekt Hermann Otto Pflaume entwarf den Sockel zu dieser opulenten Bronzebüste. Sie muss, das besagt das Gründungsjahr des Büstengartens, ehemals an anderer Stelle gestanden haben, mutmaßlich in einem der Salons der Villa Zanders, die um 1873/1874 entstand. Die künstlerischen Hände, die die Erinnerungs-Büsten erschufen, müssen über die Jahrzehnte gewechselt haben. Fachleute werden die Feinheiten der Darstellung in Verbindung bringen zur Schaffenszeit der Künstler.
Trotz unterschiedlicher Entstehungszeiten wirkt der Büstengarten auch heute noch wie aus einer Hand geschaffen. Unter Experten gilt die Anlage als bedeutend auch für den Bereich der Gartenkunst ingesamt. Dorothee Brück, Diplom-Restauratorin, hatte für die Zanders-Büste die Reinigung und Konservierung übernommen.
Skalpell und Vlies
Feine Schaber, Skalpell und Vlies kamen vorsichtig nach der Reinigung mit einem Dampfstrahler zum Einsatz.Wachs diente als Konservierungsmittel. Vom Hofgarten des Fabrikgeländes wurde der Büstengarten bei seiner Anlage abgeteilt, eine Natursteinmauer gesetzt. Auch dieses Mauerwerk ist denkmalgeschützt, dieaktuellen Arbeiten führte hier die Firma Schwieren aus. Der Muschelkalk, Grundmaterial der Umfassungsmauer, wurden zunächst von Moosen und andere Ablagerungen gesäubert, weiche Bürsten und druckarmes Heißwasser halfen.
Ausgewaschene Fugen, versalzene Oberflächen und einige Materialverluste dokumentierten die Experten. Dennoch konnte bei der Restaurierung das gesamte vorhandene Steinmaterial für die Rekonstruktion der Mauerschale verwendet werden. Schadhafte Fugen wurden mit passendem Trasskalkmörtel neu verfugt. Die Stadt übernahm die Sanierung der Längsmauern und finanzierte auch die Bepflanzung der Beete. Unterstützung kam ebenfalls vom Heimatministerium NRW. verschoenerungsverein-gl.de
