Sonntags geschlossen, an der falschen Adresse und Gutes gar nicht erfasst. Die Kühle-Orte-Sammlung der Kreisstadt ist ausbaufähig – ergibt der Test der Redaktion.
Hitze-CheckWas die von der Stadt Bergisch Gladbach beworbenen „kühlen Orte“ wirklich taugen

Auf der Suche nach Abkühlung: Was die „kühlen Orte“ in Bergisch Gladbach wie hier der Rosengarten wirklich taugen.
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Die Sonne brennt auf die Pflastersteine der Fußgängerzone, die Luft flimmert über dem Konrad-Adenauer-Platz. Wer an solchen Tagen in Bergisch Gladbach unterwegs ist, sucht vor allem eines: Schatten. Eine Bank unter Bäumen, kaltes Trinkwasser oder einen Ort, an dem sich die Hitze zumindest für einen Moment vergessen lässt.

Die städtische Kühle-Orte-Karte im Internet. Die Kreissparkasse (M.) ist falsch eingetragen, die Rhein-Berg-Galerie (u.l.) gar nicht.
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Genau solche Rückzugsorte will die Stadt Bergisch Gladbach sichtbar machen. Auf ihrer Internetseite zeigt eine Karte sogenannte „kühle Orte“, von Trinkwasserbrunnen über klimatisierte Gebäude bis hin zu schattigen Grünanlagen. Doch wie gut funktioniert das Angebot, das derzeit auch an zahlreichen Bushaltestellen und anderen öffentlichen Orten beworben wird, in der Praxis? Ein Rundgang durch die Innenstadt.
Trinkwasserbrunnen am Gladbacher S-Bahnhof wird rege genutzt
Der erste Halt liegt nur wenige Schritte vom S- und Busbahnhof entfernt. Direkt am Eingang zur Innenstadt steht ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich: Der Brunnen wird genutzt. Passanten füllen ihre Trinkflaschen auf, halten ihre Hände unter das kalte Wasser oder beugen sich mit dem Kopf über den Wasserstrahl. Wer von der Hitze kommt, findet hier schnell eine kühle Erfrischung – kostenlos und jederzeit zugänglich.

Am Gladbacher S- und Busbahnhof gibt’s Trinkwasser.
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Nicht jeder Eintrag stimmtVon dort geht es weiter durch die Fußgängerzone. Die Karte weist unter anderem die Kreissparkasse als kühlen Ort aus. Allerdings würde die auf der Internetseite angegebene Adresse zunächst an einen anderen Ort führen. Außerdem bietet die Filiale selbst kaum Möglichkeiten, der Sommerhitze zu entkommen.
Kühlendes ist im Drogeriemarkt ausverkauft, Trinkwasser gibt es gratis
Anders wirkt es wenige Schritte weiter beim dm-Drogeriemarkt. Die Filiale ist ebenfalls als kühler Ort eingetragen. Schon beim Betreten ist der Temperaturunterschied deutlich spürbar. Dass viele Menschen nach Möglichkeiten suchen, sich zu erfrischen, zeigt sich auch im Sortiment: Eine Kundin fragt nach einem Erfrischungsspray. Die Antwort einer Mitarbeiterin fällt kurz aus: „Leider ausverkauft.“ Im Regal sind nur noch leere Fächer zu sehen. Ob Menschen gezielt wegen der Klimaanlage in das Geschäft kommen, lasse sich allerdings nicht sagen, berichten die Mitarbeiter.

Die Spuren der Hitze: Erfrischendes ist im Drogeriemarkt an der Hauptstraße ausverkauft.
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Wer statt klimatisierter Innenräume lieber Schatten im Freien sucht, wird an der Buchmühle zum Teil fündig. Der Rosengarten wirkt an diesem heißen Nachmittag beinah komplett verlassen. Zwischen Rosenbeeten, Bäumen und dem plätschernden Brunnen sitzt nur ein junges Paar auf einer Bank. „Am besten zum Erfrischen ist das Freibad, aber ich liebe es hier im Rosengarten. Hier ist es so schön“, sagt der junge Mann. Obwohl sich die Hitze auch hier bemerkbar macht, sorgen die Bäume und die ruhige Atmosphäre für eine kleine Auszeit vom aufgeheizten Stadtkern.
Nicht alle „kühlen Orte“ auf der städtischen karte lassen sich jederzeit nutzen
Nicht alle auf der Karte verzeichneten Angebote lassen sich allerdings jederzeit nutzen. Die Volkshochschule öffnet ihre kühlen Aufenthaltsräume und die Möglichkeit zum Auffüllen von Trinkwasser nur unter der Woche. Am Wochenende bleiben die Türen geschlossen. Ähnlich ist es bei der Servicestelle InBeCo sowie beim Bürgerportal. Dort stehen Besucherinnen und Besuchern während der Öffnungszeiten klimatisierte Räume, Trinkwasser und auch sanitäre Anlagen zur Verfügung.
Auch das Rathaus und die Kirche sind auf der Karte als Orte verzeichnet, an denen Menschen an heißen Tagen eine Pause von der Sommerhitze einlegen können.
Manche kühlen Orte fehlen auf der städtischen Karte im Internet
Doch nicht jede Möglichkeit zur Abkühlung findet sich auf der offiziellen Übersicht. In der vollklimatisierten Rhein-Berg-Galerie beispielsweise suchen an diesem Nachmittag viele Menschen Schutz vor den hohen Temperaturen – auch wenn das Einkaufszentrum nicht bei den „kühlen Orten“ auf der städtischen Internetseite gelistet ist.
Einige Besucher sitzen mit kalten Getränken auf den Sitzgelegenheiten im Einkaufszentrum. Eine Gruppe Frauen erzählt, dass sie sich an solchen Tagen gerne dort abkühlt. Andere Jugendliche berichten dagegen, dass sie die Hitze am liebsten ganz hinter sich lassen, entweder im Freibad oder bei einem Spaziergang durch den Wald.
Der Rundgang zeigt: Die Karte der Stadt kann an heißen Tagen eine hilfreiche Orientierung sein. Besonders Trinkwasserbrunnen, schattige Grünanlagen und klimatisierte Gebäude bieten Möglichkeiten, der Sommerhitze für eine Weile zu entkommen. Gleichzeitig zeigt sich, dass manche Einträge nur zu bestimmten Zeiten zugänglich sind oder in der Praxis weniger Abkühlung bieten als erwartet. Und vielleicht gibt es noch viele weitere kühle Orte in Bergisch Gladbach, die bislang auf keiner Karte stehen, sondern nur den Menschen bekannt sind, die sie im Alltag nutzen.
