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KlärwerkVierte Filterstufe in Bergisch Gladbach wird diskutiert

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Die Filterstufe des Klärwerks in Beningsfeld ist ausser Betrieb.

Bergisch Gladbach – Seit vergangenem Jahr ist die Filterstufe des Klärwerks Beningsfeld außer Betrieb. Die Filtration, die der abschließenden Reinigung des geklärten Abwassers von Schwebstoffen und gegebenenfalls auch Phosphor dient, musste wegen starker Baumängel vom Netz genommen werden. Die Betriebserlaubnis für die Einleitung des somit nicht vollständig behandelten Abwassers in den rechtsrheinischen Randkanal wurde von der Bezirksregierung nur bis Ende 2016 gewährt. Bis dahin muss die Anlage wieder voll betriebsbereit sein. Über die notwendigen Sanierungsschritte beriet jetzt der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr.

Die Anlage stammt aus dem Jahr 1995, hat also 20 Jahre auf dem Buckel und wurde zuletzt  2004 durch den Einbau neuer Filterdüsen und Austausch der Filtermaterialien auf den neuesten Stand  gebracht. Sie weist Risse in den Stahlbetonbauteilen auf, Abplatzungen, korridierte Eisenbewehrungen, Risse in Innenwänden des Betriebsgebäudes, Schimmelpilzbildung im Betriebskeller sowie Rissen in den Düsenböden, die zum Eindringen von Abwasser in die Bausubstanz führen und zur Gefährdung der Standsicherheit der Böden führen.

Neben dem Betriebshaus gehört eine Schaltwarte, zwei Elektroräume, ein Keller und ein Tiefkeller zu der Anlage. Das biologisch behandelte Wasser aus der Nachklärung wird über Pumpen in ein Verteilergerinne gehoben und strömt durch acht Filterbecken mit Anthrazitkohle, bevor es den Randkanal abgegeben wird.  Zur Anlage gehört eine Rückspülanlage zur Säuberung der Filter, die mit Druckdüsen arbeitet.

Die Frage war, ob man es bei einer Sanierung auf dem bisherigen Niveau belässt, die mit 5,4 Millionen Euro zu Buche schlägt, oder ob man eine zusätzliche sogenannte vierte Klärstufe anschließt, die auch Spurenstoffe  in nur geringen Konzentrationen herauslösen kann  wie  Arzneimittelreste, Rückstände aus der landwirtschaftlichen Düngung und Schwermetalle.

Die Variante Zwei wäre 230.000 Euro teurer, wobei  die Kosten eventuell durch eine mögliche Förderung sogar noch unter die Kosten der Variante 1 gedrückt werden könnten. Allerdings konnte die Verwaltung  dem Ausschuss nicht garantieren,  dass man noch in den Genuss der Zuschüsse kommen werde.  Die jährlichen Betriebskosten der Variante 2 liegen mit 618 000 Euro um rund 25 Prozent (150 000 Euro)  über den Kosten der Variante 1. Eine spätere Nachrüstung wird mit  voraussichtlich 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Die entscheidende Frage war allerdings, ob der derzeitige Stand der Technik,  der in einer vierten Stufe zum jetzigen Zeitpunkt eingebaut werden könnte, noch in einigen Jahren den möglicherweise verschärften gesetzlichen Vorschriften genügen wird. Die Bezirksregierung hat bei einer Ausstattung mit einer vierten Reinigungsstufe eine Betriebsgenehmigung für 20 Jahre in Aussicht gestellt.

Eine konventionelle Anlage kann nur mit einer Einleitererlaubnis von einem Jahr rechnen, die jeweils verlängert wird, um jederzeit die Nachrüstung fordern zu können, falls die gesetzliche Neuregelung eintritt. Sollte die Nachrüstung vor Ablauf von acht Jahren kommen, wäre es kostengünstiger die vierte Stufe sofort zu installieren.

Der Ausschuss entschied sich jedoch  nach längerer Diskussion dafür, es zunächst bei der Sanierung der Anlage in ihrer bisherigen Auslegung zu belassen. Das wurde mit elf gegen vier Stimmen gegen Grüne und Alfa beschlossen bei Enthaltung von vier CDU-Mitgliedern.

Die Verwaltung soll aber in  einer der nächsten Sitzungen Informationen sowohl in der Zuschussfrage als auch bezüglich der technischen Anforderungen der Spurenreinigung  nachliefern. Dann will man die vierte Stufe gegebenenfalls doch noch beschließen.