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Kölsches Original privatThomas Cüpper feiert 30 Jahre als „Et Klimpermännche“ auf den Bühnen

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Thomas Cüpper sitzt auf der Bank vor seinem Haus in Bergisch Gladbach-Sand.

Auf den großen Bühnen unterwegs, in Bergisch Gladbach-Sand „zo Huss“: „Klimpermännche“ Thomas Cüpper auf der Bank vor seinem Haus

Warum sich Thomas Cüpper Peter Brings mal als Kaiser von China vorstellte und warum er „30 Jahre Schwiegermutter“ feiert.

Thomas Cüpper sitzt auf der Bank vor seinem Haus im Bergisch Gladbacher Höhenort Sand. Ein ruhiger Platz, viel Grün, ein Holztisch vor ihm. Hier ist Cüpper zu Hause, gegenüber liegt die Kirche St. Severin. Sand ist sein Heimatort. Ein ziemlich bodenständiger Platz für einen, der seit Jahrzehnten auf den großen Bühnen des kölschen Karnevals unterwegs ist. Denn von Sand führen die Wege in den Gürzenich und in die Sartory-Säle, in die Lachende Kölnarena vor 10.000 Jecken – und immer wieder zurück nach Sand. Zu seinem Haus, zu seiner Cerstin und zu jenem Thomas Cüpper, der sich auch nach drei Jahrzehnten auf der Bühne einem Unbekannten am liebsten ganz schlicht vorstellt: „Ich bin der Thomas.“

Thomas Cüpper 'Et Klimpermännche' mit Frau Cerstin Cüpper am Bügelbrett.

Spaßvogel daheim:„Klimpermännche“ Thomas Cüpper mit Ehefrau Cerstin bei der „Hausarbeit“.

Wenn dieser Thomas Cüpper auf sein Leben blickt, lässt sich das in diesem Jahr erstaunlich gut in runden Zahlen erzählen: 60 Jahre alt ist er vergangene Woche geworden. Seit 30 Jahren steht er als „Et Klimpermännche“ auf den Bühnen. Und seit ebenfalls 30 Jahren ist er mit seiner Cerstin verheiratet. Oder, wie Cüpper selbst es unnachahmlich auf den Punkt bringt: Er feiert auch „30 Jahre Schwiegermutter“.

Für mich ist das Schönste, wenn die Leute sagen, ich soll wiederkommen.
Thomas Cüpper, „Et Klimpermännche“

Seine Schwiegermutter ist bereits vor einigen Jahren gestorben. In Cüppers Geschichten allerdings ist sie bis heute quicklebendig – und vermutlich hätte sie selbst darüber am meisten gelacht. Schließlich saß sie zu Lebzeiten einmal ziemlich weit vorne im Publikum, während ihr Schwiegersohn bei einer „Kölschen Weihnacht“ gerade eine seiner Schwiegermutter-Geschichten zum Besten gab. Statt sich zu ärgern, stieß sie ihre Sitznachbarn stolz an: Der da vorne, der über sie redete – das war schließlich ihr Schwiegersohn.

Thomas Cüpper steht mit Akkordeon auf einer Bühne.

Auf allen großen Karnevalsbühnen ist Thomas Cüpper zu Hause.

Es ist eine Geschichte, die viel über Thomas Cüpper erzählt. Über einen, der Menschen aufs Korn nehmen kann, ohne sie vorzuführen. Der über sich selbst mindestens genauso gerne lacht. Und der mit Geschichten aus dem vermeintlich kleinen Alltag auch große Säle bekommt.

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Dabei brauchte es für seine Karriere nie eine dezibelstarke Band. Cut, Weste, Bibi, eine Quetsch vor dem Bauch – und dieser schelmische Blick reichen. Selbst 10.000 Jecke in der Lachenden Kölnarena bringt er mit alten kölschen Liedern zum Mitsingen und Schunkeln. Auf der anderen Seite liebt er jene Säle, in denen man eine Stecknadel fallen hören könnte. Vielleicht ist gerade das sein Erfolgsrezept: Cüpper hat nie versucht, lauter zu sein als andere.

Neue Puppe im Hänneschen von Thomas Cüpper, mit Ludwig Sebus.

2021 erhielt Thomas Cüpper (hier mit Ludwig Sebus) eine eigene Puppe im Kölner Hänneschen-Theater.

Ludwig Sebus und Thomas Cüpper trinken Kaffee.

Ludwig Sebus ist für Thomas Cüpper längst zu einem väterlichen Freund geworden.

Ludwig Sebus begrüßt Thomas Cüpper bei einer Brauhaussitzung in Köln.

Herzliche Begrüßung von Ludwig Sebus beim Einmarsch von Thomas Cüpper bei einer Brauhaussitzung in Köln.

Musik begleitet ihn ohnehin viel länger als die 30 Jahre als „Klimpermännche“. Mit vier Jahren bekam er sein erstes Akkordeon, mit sieben stand er beim Schulfest seiner Grundschule in Herkenrath erstmals vor Publikum, später spielte er Orgel. Die alten kölschen Lieder lernte er von seiner Mutter. Während andere Kinder mit „Schlaf, mein Prinzchen, schlaf ein“ ins Bett gebracht wurden, gab's im Hause Cüpper Ostermann: „Jo wat hätt hä dann? Un wat will hä dann? Dä Klein, dä muss ene Nüggel han.“ Als Jugendlicher saß er vor dem Radio und nahm die alten kölschen Lieder auf Kassette auf. Einer der Sänger, denen er damals gebannt lauschte, war Ludwig Sebus. Jahrzehnte später wurde aus dem großen Vorbild ein väterlicher Freund. Gemeinsam standen sie auf Bühnen, nahmen Lieder auf, feierten Geburtstage. Auch bei Cüppers 60. war der inzwischen 101-jährige Sebus dabei.

Weniger die großen Säle als vielmehr die Menschen beeindruckten Cüpper

Überhaupt sind es weniger die großen Säle und Namen, die Cüpper rückblickend hervorhebt, als die Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Hans Hachenberg alias „Doof Noss“ gehörte dazu. Heinz Monheim, mit dem er viele Jahre die „Kölsche Weihnacht“ gestaltete. Marc Steffen, Fahrer, Musiker und längst enger Freund. Fahrer Marc Tutak. Und natürlich Cerstin. Die beiden heirateten 1996 – ausgerechnet in jener Session, in der ihr Thomas als Prinz im Bergisch Gladbacher Dreigestirn regierte. Wenig später nahm auch seine Kölner Bühnenkarriere Fahrt auf. Wolfgang Nagel vom Literarischen Komitee nahm den jungen Krätzjessänger unter seine Fittiche. Die Ehrengarde holte ihn in Gürzenich und Sartory-Säle. Später kam die Lachende Kölnarena hinzu. Dort gehört der Mann aus dem Bergisch Gladbacher Höhenort Sand längst dazu.

Thomas Cüpper mit Akkordeon steht auf der Bühne der Lachenden Kölnarena.

Seit Jahrzehnten gehört Thomas Cüpper zur Stammbesetzung bei der Lachenden Kölnarena.

Besonders gerne aber hat Cüpper immer die leiseren Töne gemocht. Viele Jahre leitete er im Bergischen Löwen die Nostalgiesitzung „Fastelovend Anno Pief“ seiner Fidelen Ritter von Sand. Eine Kultveranstaltung des ursprünglichen Fastelovends, die inzwischen Geschichte ist. Hier wie bei seinen vielen Benefizauftritten zeigte sich, dass Cüpper eben nicht die Größe eines Saales braucht, um sich auf einer Bühne zu Hause zu fühlen.

Dabei hatte er schon früh Begegnungen, die für einen jungen Musiker kaum zu toppen waren. 1988 spielte er bei einer Geburtstagsfeier des damaligen Festkomitee-Präsidenten Ralf Bernd Assenmacher – und wurde dabei am Klavier von Jupp Schmitz begleitet.

Peter Brings rief an, und Thomas Cüpper stellte sich als Kaiser vor

Und dann war da jener Anruf von Peter Brings. Der wollte Cüpper als Gast für zwei gemeinsame Konzerte in der Kulturkirche Köln in Nippes gewinnen. Nur hielt Cüpper den Anrufer für einen Scherzbold. „Hier ist der Kaiser von China, mach et jot“, antwortete er sinngemäß – und legte auf. Erst über den damaligen Bandmanager klärte sich auf, dass tatsächlich Peter Brings angerufen hatte. Im September 2008 standen Brings und „Et Klimpermännche“ schließlich gemeinsam in der Kulturkirche auf der Bühne. Solche Geschichten sammelt Cüpper. Und vielleicht bewahren gerade sie ihn davor, aus 30 erfolgreichen Bühnenjahren eine Heldengeschichte zu machen.

Probe Kölsche Weihnacht, v.l. Thomas Cüpper, Johanna Urbach, Heinz Monheim

Probe für die Kölsche Weihnacht mit Heinz Monheim, hier mit Sängerin Johanna Urbach.

„Vor 30 Jahren? Oh Gott, nein“, sagt er auf die Frage, ob er damals gedacht hätte, einmal so lange und auf so vielen Bühnen unterwegs zu sein. Heute sei er entspannter geworden. „Eben, weil ich mich nicht so wichtig nehme.“ Früher habe ihn manches schneller getroffen.

Dass Menschen ihn längst kennen, vergisst dieser Thomas mitunter selbst. Wenn Fremde ein Selfie oder ein Autogramm möchten, wundert er sich noch immer ein bisschen. Selbst weit weg vom Rheinland kann es passieren, dass ein Radfahrer an der Saar an ihm vorbeifährt, bremst, umdreht und fragt: „Hallo Thomas, was machst du denn hier?“

Eine eigene Puppe im Hänneschen ist als würdest Du einen Oscar bekommen.
Thomas Cüpper, Klimpermännche

Dabei hat das „Klimpermännche“ längst etwas geschafft, das im schnelllebigen Karneval keineswegs selbstverständlich ist: Es ist selbst zu einem kölschen Original geworden. Der Kölner Spirituosenunternehmer Philipp M. Laufenberg hat einen Wkiskylikör nach ihm benannt: „Klimpermännche“. Sogar im Hänneschen gibt es Cüpper als Stockpuppe – samt spielbarer Quetsch. Für ihn sei das, sagte er damals, in Köln so, „als würdest Du einen Oscar bekommen“.

Und trotzdem ist sein Maßstab ein anderer geblieben. Nicht die Größe des Saals entscheidet. Er tritt in der Arena ebenso auf wie bei Benefizveranstaltungen oder für Senioren. Schon vor Jahren brachte er es auf einen Satz, der auch nach 30 Bühnenjahren noch ziemlich gut zu ihm passt: „Für mich ist das Schönste, wenn die Leute sagen, ich soll wiederkommen.“ Vielleicht erklärt genau das die 30 Jahre.

Den 60. Geburtstag mit engen Freunden gefeiert: „Heute wegen gestern geschlossen“

Zu seinem 60. Geburtstag kamen nun Weggefährten, Familie und Freunde zusammen. Kein riesiger Prominentenempfang, sondern ein bewusst überschaubarer Kreis. Cüpper schwärmt noch Tage später vom Abend – und davon, wie viel Mühe sich die Gastgeber gegeben hätten. Gefeiert wurde bis morgens um halb vier. Der nächste Tag fiel weitgehend aus. „Heute wegen gestern geschlossen“, hätte er an die Tür hängen können, sagt er.

Nun folgt der öffentliche Teil des Dreifach-Jubiläums. Beim Jubiläumskonzert im ausverkauften Rheinforum in Wesseling blickt Cüpper heute Abend auf 30 Bühnenjahre zurück. Ohne große Bühnengästeschar, bewusst als „Klimpermännche pur“. Lieder, Verzällcher, Erinnerungen und Geschichten von hinter den Kulissen sollen dazugehören. Und natürlich wird auch jene Frau ihren Platz bekommen, die zu seinen zuverlässigsten Stichwortgeberinnen gehörte und über den Tod hinaus Bestandteil seines Programms geblieben ist. Die Schwiegermutter. 30 Jahre eben.