Die Stadt Bergisch Gladbach hat eine Baugenehmigung für Sanierung und Erweiterung erteilt – Park ist noch nicht wieder geöffnet.
BaugenehmigungGrünes Licht für Schlosshotel Lerbach

Mit Erteilung er Baugenehmigung soll sich nun etwas tun am Schlosshotel Lerbach auf dem Weg zu einer Wiedereröffnung.
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Für einen Nachmittag waren die Tore schon einmal wieder offen. Rund 400 Menschen wanderten im September 2024 beim Bergischen Wandertag dieser Zeitung und der Tourismusgesellschaft „Das Bergische“ über den Bensberger Schlossweg und machten Station in Lerbach. Hausherr Dr. Heribert Landskron-Reißdorf empfing sie dort und stellte seine Pläne vor. „So viel Leben war hier schon lange nicht mehr“, sagte er damals. Für die Wandergruppe war es eine seltene Gelegenheit, den seit Jahren verschlossenen Ort wieder zu erleben.
Nun ist ein Schritt getan, der über diese einmalige Öffnung hinausführt: Die Stadt Bergisch Gladbach hat die Baugenehmigung für die Reaktivierung des früheren Althoff-Schlosshotels erteilt und sie Landskron-Reißdorf bei einem Termin vor Ort übergeben. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für den Beginn der Bauarbeiten geschaffen – allerdings bislang explizit nur in Bestandsgebäuden – wie es um den vorgesehenen Erweiterungsbau bestellt ist, teilten die Beteiligten bislang nicht mit. Seit Januar 2015 wird das Haus nicht mehr als Hotel betrieben.
Drei Bestandsgebäude sollen zunächst saniert, umgebaut und erweitert werden
Nach Angaben der Stadt sollen nun drei Bestandsgebäude saniert, umgebaut und erweitert werden. Geplant sind zusätzliche Gästezimmer, ein Restaurant, Tagungs- und Veranstaltungsräume sowie ein Wellnessbereich. Bei der Vorstellung des Vorhabens hatten die Eigentümer angekündigt, die Zahl der Zimmer von früher rund 60 auf etwa 125 zu erhöhen. Ein Erweiterungsbau sollte dazu auf dem ehemaligen Parkplatz hinter dem denkmalgeschützten Ensemble entstehen, darunter eine Tiefgarage.

Eine „Baugenehmigung für die Reaktivierung“ des Schlosshotels Lerbach erhielten Ute Reißdorf und Dr. Heribert Landskron-Reißdorf (3.v.r.) jetzt von Gordon Fliegner (Bauaufsicht), Bürgermeister Marcel Kreutz und dem Beigeordneten Ragnar Migenda.
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Ob alle damals genannten Einzelheiten unverändert Teil der nun genehmigten Planung sind, geht aus der Mitteilung der Stadt nicht hervor. Besonders aufmerksam verfolgen viele Gladbacher, was mit dem weitläufigen Park geschieht. Beim Wandertag vor zwei Jahren konnten sie einen Vorgeschmack bekommen. Eine dauerhafte Öffnung war schon für das folgende Frühjahr angekündigt worden. Noch im April 2025 hieß es, die Anlage solle bald für Spaziergänger zugänglich werden. Bislang blieb es bei der Aussicht darauf. Vor der dauerhaften Öffnung müssten noch Stellen im Park gesichert werden, hatte Landskron-Reißdorf 2024 erläutert. Fällungen im Park hatten in der Folge auch zu Protesten von Naturschützern gesorgt.
Stadt bekräftigt, dass der Park wieder öffentlich zugänglich gemacht werden soll
Die Stadt bekräftigt nun, dass der Park wieder öffentlich zugänglich werden soll. Die Grünflächen sollen ihren Charakter weitgehend behalten und möglichst naturbelassen bleiben. „Für mich ist besonders wichtig, dass Schloss Lerbach mit seinem weitläufigen Park künftig wieder für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich und erlebbar wird“, sagt Bürgermeister Marcel Kreutz. Einen Termin für die Öffnung nennt die Stadt allerdings nicht.
Auch beim Hotel hat sich der Zeitplan mehrfach verschoben, als sich zeigte, dass der schlechte Zustand der denkmalgeschützten Gebäude deutlich mehr Zeit für Planung und Umsetzung erforderte. Zunächst hatten die Eigentümer einen Neustart 2026 angestrebt. Beim Wandertag 2024 war von einer Eröffnung 2027 die Rede. Im Frühjahr 2025 rechneten sie damit, den Bauantrag im Oktober desselben Jahres einzureichen. Mit der jetzt vorliegenden Baugenehmigung ist diese Planungsphase einen Schritt weiter – ein neues Datum für die Wiedereröffnung gibt es aber noch nicht. Das Hotel soll von der Kölner Dorint-Gruppe als Vier-Sterne-Haus betrieben werden. Informationen zum aktuellen Stand des Projekts, soll es vom Eigentümer in der kommenden Woche geben, hieß es auf Nachfrage der Redaktion.
Veröffentlichte Visualisierungen vom Erweiterungsbau stimmen laut PR-Büro nicht mehr
Die Eigentümer hatten bei der Planung auch den Denkmalschutz und die Ökologie hervorgehoben. Historische Teile des Schlosses sollten erhalten bleiben, der Neubau optisch hinter dem Ensemble zurücktreten. Für die Energieversorgung wurden Wärmepumpen, Photovoltaik und ein Eisspeicher vorgestellt. Diese Angaben stammen aus den früheren Planungen; welche Details die erteilte Genehmigung umfasst, erläutert die Stadt in ihrer aktuellen Mitteilung nicht. Die damals veröffentlichten Visualisierungen seien nicht mehr aktuell, hieß es vom PR-Büro des Eigentümers am Freitag auf Nachfrage der Redaktion.
Landskron-Reißdorf lobt nun laut städtischer Pressemitteilung die Zusammenarbeit mit der städtischen Bauaufsicht und der Unteren Denkmalbehörde als „konstruktiv und lösungsorientiert“. Für Schloss Lerbach beginnt damit die nächste Etappe: Aus Plänen können Bauarbeiten werden. Wann aus dem einmaligen Empfang der Wanderer wieder ein dauerhaft offenes Haus und ein zugänglicher Park werden, muss sich noch zeigen.
