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Alter BegräbnisplatzNeues Buch dokumentiert den Friedhof in Bergisch Gladbach-Sand

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Ein historisches Foto um 1900 zeigt viele Menschen auf einem Friedhof mit Grabkreuzen. Dahinter ein Fachwerkhaus.

Ein historisches Foto mit Anwohnern, das um 1900 auf dem Friedhof Sand aufgenommen wurde.

Peter Lückerath, Michael Werling und Jo Wittwer zeichnen die Geschichte des Ortes und die Geschichten hinter den Grabsteinen nach.

„Im Tode vereint“, ist manchmal tröstlich auf alten Grabinschriften zu lesen. Für Josephine Maurenbrecher und ihren Ehemann Heinrich Jacob kann dies allerdings nur im übertragenen Sinne gelten. Denn die Gräber der 1854 und 1856 kurz hintereinander verstorbenen Eheleute liegen mehrere Kilometer weit auseinander. Während die katholische Josephine auf dem Alten Friedhof im Ortsteil Sand ihre letzte Ruhestätte fand, nachdem sie in der Dombach verstorben war, wurde der Gladbacher Papierfabrikant Heinrich Jacob zwei Jahre später auf dem alten evangelischen Friedhof neben der Gnadenkirche im Zentrum beigesetzt.

Die Geschichte des offensichtlich durch die unterschiedlichen Konfessionen posthum getrennten Paares ist eine von vielen Begebenheiten, die Peter Lückerath, Prof. Michael Werling und Jo Wittwer im gerade erschienenen Buch „Der Kirchhof in Sand“ in Wort und Bild erzählen.

Viele Jahrhunderte lang wurden hier Menschen bestattet

Schon vor rund 20 Jahren, als die alte Steinmauer des unter Denkmalschutz stehenden kleinen Friedhofs restauriert und Fundamente von Vorgängerbauten der heutigen einige Meter oberhalb liegenden Kirche freigelegt wurden, habe man geplant, sich mit dem Begräbnisplatz näher zu beschäftigen. „Denn hier ist mehr als 800 Jahre lang das religiöse Zentrum von Sand gewesen“, sagt Architekturhistoriker Michael Werling. Doch andere Projekte drängten, und so ruhte der Friedhof weiter.

Erst jetzt sei es gelungen, „eine gründliche Bestandserfassung aller Grab- und sonstigen Denkmäler durchzuführen, um ihre künstlerische Gestaltung sowie ihre Inschriften für die Nachwelt zu dokumentieren“, erklärt das Autorenteam, das zudem versucht hat, die Geschichten hinter den Namen auf den Steinen zu erforschen.

38 alte Grabsteine haben sich bis zum heutigen Tag erhalten

38 Steine haben sich erhalten, mit Inschriften, die nicht für jeden Laien noch gut zu entziffern sind. Dem fotografischen Geschick von Jo Wittwer und den Fähigkeiten von Peter Lückerath und Michael Werling zur Transkription ist es zu verdanken, dass manch einer der bisher stummen Steine doch noch „spricht“.

Drei Männer stehen vor einem Denkmal mit Bronzeplakette. Darauf ein Mann zu Pferd.

Die Autoren vor dem Ommerborn-Denkmal in Sand, v.l.: Jo Wittwer, Peter Lückerath, Michael Werling.

Über historische Hofnamen der Umgebung war so manche Zuordnung möglich, selbst dann, wenn die erst im 17. Jahrhundert beginnenden Sander Kirchenbücher schwiegen. Denn in historischer Zeit, so Peter Lückerath, „waren die Familiennamen vom Hof abhängig“, den man bewirtschaftete. Trotzdem blieben einige Rätsel bisher noch ungelöst. So etwa, wie viele Menschen in Sand über die Jahrhunderte bestattet wurden oder wo sich einige alte, heute nicht mehr vorhandene Höfe befanden, die Familien ihren Namen haben.

Friedhöfe dokumentieren auch ein Stück Ortsgeschichte

In einer Zeit, in der sich die Bestattungstraditionen rasant ändern, dokumentiert das Buch, das unter anderem mit einem umfangreichen Personenregister versehen ist, nicht nur künstlerische und denkmalpflegerische Aspekte, sondern ist auch ein Beitrag zur Ortsgeschichte. Damit reiht es sich nahtlos in vergangene Publikationen der Verfasser über Begräbnisplätze in Bergisch Gladbach ein. Vorausgegangen waren Bücher über den katholischen Friedhof von St. Laurentius und den evangelischen Friedhof auf dem Quirlsberg.

Das aktuelle Buch sei über Spenden von Firmen und Privatleuten finanziert worden, so Werling. Als Herausgeber habe sich der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach zur Verfügung gestellt. Und noch eine positive Nachricht: „Da mehr finanzielle Mittel eingenommen werden konnten, als dies für den Druck des Buches notwendig gewesen wäre, wird der überschüssige Betrag für eine erneute Sanierung beziehungsweise Reinigung der zum Teil 400 Jahre alten Grabdenkmäler verwendet“, kündigten die Autoren an. Diese Arbeiten sollen Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Peter Lückerath, Michael Werling, Jo Wittwer: „Der Kirchhof in Sand“, circa 276 Seiten und 400 Abbildungen, Hardcover-Ausgabe, erhältlich ab Ende August für 18 Euro bei Edeka-Hetzenegger in Sand oder per Bestellung beim Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V.