Bergisch Gladbach – Ein Weihnachtsbäumchen mit winziger Lichterkette steht im Bonsaitöpfchen auf dem Podest, eine Pipette träufelt ab und zu ein paar Tropfen auf den „Mutterboden“. „Das ist Digital Farming“, erklärt Peter Tutt, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der privaten Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), „digitales Agrarmanagement. Und weil Weihnachten ist, nehmen wir halt zur Demo einen Weihnachtsbaum.“
Was da passiert, gehört in den Bereich Robotik: Ein digitaler Sensor misst die Bodenfeuchtigkeit. Wenn es zu trocken ist, steuert der kleine Mikro-Controller die Zufuhr der Flüssigkeit – ein automatisches Bewässerungssystem. Bei optimaler Feuchtigkeit fängt der Weihnachtsbaum automatisch an zu leuchten.
Kreativ-Wettbewerb soll Schüler an Wirtschaftsinformatik heranführen
Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Spielerei aus dem Mobilbaukasten aus Kinderzeiten, hat einen sehr ernsthaften Hintergrund: Mit solchen Versuchsanordnungen startet die „IT-Night @Bayer“ an der Fachhochschule in Gronau. Doch die Interessenten, 16- bis 19-Jährige, also potenzielle Studienanfänger, sitzen nicht im Hörsaal, sondern beteiligen sich daheim vor dem Bildschirm online an der Video-Konferenz.

Digitale Problemlösungen bei der IT-Night @Bayer
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„Mit diesem Kreativ-Wettbewerb wollen wir die Schüler an den Bereich der Wirtschaftsinformatik heranführen – Robotik, künstliche Intelligenz, Programmieren“, erklärt Dr. Alexander Brändle, Leiter des Campus Bergisch Gladbach der FHDW. „Sie sollen in kurzer Zeit etwas entwickeln, einem Publikum vorstellen, Ideen vermitteln und verkaufen – das alles um die Lifestyle-Entwicklung des Konzerns Bayer.“
„Berufe der Zukunft“
An Bord ist an diesem Abend außer dem Dozenten für Wirtschaftsinformatik Peter Tutt auch Hannah Grybosch vom Bayer-Ausbildungsmarketing. Denn Bayer ist Kooperationspartner der Fachhochschule für das duale Studium – Praxis vermittelt Bayer, das Studium bietet die FHDW – Wirtschaftsinformatik mit der Spezialisierung auf Cyber Security und Bog Data, den Umgang mit großen Datenmengen, die für die künstliche Intelligenz benötigt werden.

Ein Weihnachtsbäumchen mit Lichterkette diente als Beispiel für digitales Agrarmanagement.
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„Wir arbeiten eng mit der FHDW zusammen, um zukünftige Studenten für die Wirtschaftsinformatik anzuwerben“, erklärt Hannah Grybosch. Schwerpunkte sind Cyber Security und Data Science. Da werden die Studenten eingeführt in der Produktion, wo die Software entwickelt wird, und im IT-Bereich, wo Firewalls aufgesetzt werden – das sind Berufe der Zukunft.“
Bayer finanziert Studienplatz
Relativ spielerisch werden die komplizierten Zusammenhänge online vermittelt: Mit dem Seifenblasenroboter, der den kleinen Pustestab in die Seifenlösung eintaucht, herumschwenkt vor einen kleinen leuchtenden Ventilator – leider wollen keine Seifenblasen entstehen. Auf der letzten Fachmesse hat das noch gut funktioniert. Und die zwei Sumo-Roboter vor dem japanischen roten „Tori“. Sie sind so programmiert, dass sie sich gegenseitig wie Sumo-Ringer aus einem Kreis herausschubsen. Wer herausfliegt, hat verloren. Mit Sicherheitsbügel und mit Mikrocomputer, der das alles steuert. „Die Schüler sollen sehen, was man was man alles so machen kann“, erklärt Tutt.
Und dann ist da noch eine Versuchsanordnung mit der guten alten Dampfmaschine, die früher in vielen Kinderzimmern stand. Aber diese hier ist hochentwickelt: „Mit der Smart Industry – einer anderen Form von Micro-Computer, mit der man die Industrieproduktion digitalisieren kann.Da werden speziell kleine Sensoren im Datenüberträger Lora Wan entwickelt“, so Tutt. „Hier in der Fachhochschule gibt es drei Punkte, die von der Industrie abgegriffen werden, um damit zu arbeiten. Die Studierenden schreiben die Programme so, dass sie in Lora Wan übertragen werden können.“
30 Jugendliche nehmen an diesem Workshop teil, akquiriert wurden sie über soziale Medien. Noch im vorigen Jahr kamen die Teilnehmer am Workshop in der FHDW vor allem aus der Region, in diesem Jahr geht wegen der Corona-Pandemie alles nur noch online. Dafür entfallen Übernachtung und Verpflegung. Trotz Corona-Krise hat die FHDW keine Verzögerungen beim Start, Verlauf und Abschluss des Studiums. Seit zehn Jahren ist Bayer Kooperationspartner der FHDW für das duale Studium. Der Vorteil: Bayer finanziert den Studienplatz, übernimmt die Studierenden nach dem Abschluss. Unter den insgesamt 200 Kooperations-Partnern sind aber auch Start-Up-Unternehmen, die gezielt für ihren Bedarf ausbilden.
