Bergisch Gladbach/Overath – Zu viert sollen sie über einen Kontrahenten vor dessen Wohnung in Overath hergefallen sein, ihn mit Schlägen und Steinwürfen erheblich verletzt und sein Auto massiv beschädigt haben. Jetzt sollten sich zwei der mutmaßlichen Täter in Bensberg wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung vor Gericht verantworten, doch das Verfahren war, kaum dass es begonnen hatte, schon wieder vorbei: Die beiden in Rösrath lebenden Angeklagten ließen über ihre Verteidiger erklären, sich nicht zur Sache äußern zu wollen.
Angeklagte sollen Todesdrohungen ausgestoßen haben
Da Strafrichter Reinhard Bohn aber, wie er das meistens tut, zum Auftakt noch keine Zeugen geladen hatte, war der Prozess nach Verlesung der Anklage schon wieder vorbei und muss jetzt mit Zeugenvorladungen neu terminiert werden. Die beiden 35 und 28 Jahre alten Angeklagten Reza G. und Mohammed P. (Namen geändert) erschienen mit Bürstenhaarschnitt wie die Marines und nahmen neben ihren beiden Pflichtverteidigern Platz. Sie sagten kein Wort und ließen die Verteidiger für sich reden.
Sehr erhellend war das alles zunächst nicht. Laut Anklage hatten die beiden Männer zusammen mit zwei Komplizen am 7. Februar 2020 ihren Kontrahenten abgepasst, als dieser gegen 17.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, und stürzten sich auf ihn und seinen Audi A4. Ein Zeuge aus der Nachbarschaft habe sich schließlich eingemischt, „Aufhören!“ gerufen, woraufhin die Männer das Weite gesucht hätten.
Allerdings habe Reza G. eine Todesdrohung ausgestoßen und den ganzen Irrsinn noch mit irgendwelchen zuvor zerstochenen Reifen an einem anderen Auto begründet. Das Überfall-Opfer erlitt schmerzhafte Verletzungen, und an seinem Wagen entstanden exakt 4668,22 Euro Schaden. Nach weniger als eine Viertelstunde war die Verhandlung vorbei –zum Leidwesen einer Schülergruppe, die sich zusammen mit ihrem Lehrer im Zuschauersaal eingefunden hatte. Demnächst wird es eine Neuauflage mit Zeugen geben.
