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Roman SalyutovNeue Konzertreihe auf Schloss Bensberg

3 min

Im Schloss: Christian Walter (Bensberger Bank), Hoteldirektor Jörg Stricker und Roman Salyutov.

Pianist Roman Salyutov startet am Samstag auf Schloss Bensberg eine neue Konzertreihe mit vier Terminen, zum Auftakt mit einem Salonkonzert.

Ein Harmonium von 1849 im Goethe-Salon

Draußen spannt sich ein strahlend blauer Herbsthimmel über die barocke Fassade von Schloss Bensberg, drinnen im Goethe-Salon wartet ein Schwergewicht auf seinen Einsatz. 110 Kilogramm altes Holz, zehn Register, Baujahr 1849. Selbst die Holzfarbe des historischen Harmoniums der Marke J. & G. Walker fügt sich nahtlos in das edle Interieur des Raumes ein. Wer hier Platz nimmt, soll Geschichte nicht wie im Museum hinter Glas betrachten, sondern hören, wie sie klingt.

Dieses Zusammenspiel aus Raum und Klang war der Auslöser für eine neue Reihe von vier Schlosskonzerten, die der Pianist und Dirigent Roman Salyutov nun mit Hoteldirektor Georg Stricker und Christian Walther von der Bensberger Bank vorgestellt hat.

Ein Frühstücksgespräch als Impuls

Den Impuls lieferte ein Frühstücksgespräch im vergangenen Februar. Am Rande eines Musikfestivals nahe der Gedenkstätte Sachsenhausen traf Salyutov auf einen Züricher Klarinettenprofessor. Der Schweizer Kollege zeigte auf seinem Smartphone stolz Fotos historischer Schlösser, in denen er Konzertreihen veranstaltet. Salyutov fühlte sich bei der Ehre gepackt, zückte sein Telefon und konterte: „Pass mal auf, das ist unser Schloss!“ Als der Schweizer mit einem exklusiven Konzert-Brunch auftrumpfte, stand für den Gladbacher Orchesterleiter fest: Was Zürich kann, kann Bensberg schon lange.

Zur Person: Roman Salyutov

Roman Salyutov wurde 1984 in Leningrad geboren, studierte in Sankt-Petersburg und Köln und promovierte sich als Musikwissenschaftler in Paderborn. Auftritte als Konzertpianist führen bis nach Japan, Australien, Neuseeland und Israel. Er ist Chefdirigent des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach und Gründer und Leiter des deutsch-israelischen Yachad Chamber Orchestra.

Salonkonzert zum Auftakt

Den Auftakt der neuen Reihe macht am Samstag, 7. November, ein Format, das es in Bergisch Gladbach lange nicht gab: ein echtes Salonkonzert mit Harmonium und Klavier. Wer einst den vollen Klang im privaten Salon erleben wollte, griff zum Harmonium. An zwei seitlichen Griffen gepackt, wurde das schwere Instrument per Pferdekutsche transportiert. Im Bürgerhaus Bergischer Löwe wirkt der Kasten fast verloren, im Goethe-Salon des Schlosses dagegen verschmelzen Instrument und Architektur. Gemeinsam mit dem Pianisten Artem Kanke spielt Salyutov Werke von Brahms, Wagner, Franck und Saint-Saëns.

Im Schloss steckt Musik.

Stricker will Schwellenängste abbauen

Für Hoteldirektor Georg Stricker ist dieser intime Rahmen samt anschließendem Drei-Gang-Menü mehr als ein Zusatzgeschäft: Ihm geht es um Aufenthaltsqualität. Im Salon bleibt das Publikum nach dem letzten Ton sitzen und kommt mit den Musikern ins Gespräch. „Das hat etwas sehr Persönliches“, so Stricker, den die hohe Zahl der Vorbuchungen positiv überraschte. Zudem möchte er Schwellenängste vor der Schlosstür abbauen: Schließlich sei das Haus ein Kulturgut für die Menschen der Region.

Märchenstunde im Advent

Dass die Reihe mit steifen Klischees bricht, zeigt der zweite Termin am dritten Advent, am 13. Dezember. Unter dem Titel „Zauberschloss Bensberg“ verwandelt sich der Salon dreimal in ein Kinderzimmer: Zum Märchen vom „Froschkönig“ krabbeln die Kleinsten über Kissen am Boden. Für Salyutov ist das ein Kraftakt: Da er im Dezember als Volontär in Israel arbeitet, fliegt er für die Aufführungen eigens aus Tel Aviv ein und tags darauf zurück.

Neujahrs-Matinée mit Geiger Lifland

Klassisch wird es am Sonntag, 3. Januar, wenn Salyutov und Geiger Alexander Lifland zur Neujahrs-Matinée bitten. Das Programm „Von Strauß bis Strauss“ vereint Werke von Johann Strauß und Richard Strauss, ergänzt durch Beethoven und Brahms.

Sinfonisches Finale zu Ostern

Den sinfonischen Schlusspunkt der Reihe setzt am Ostermontag, 29. März, das Bergisch Gladbacher Sinfonieorchester von Roman Salyutov im Ballsaal des Bensberger Schlosses. Wenn das Hotel-Marketing zuvor noch verhaltene Zahlen meldet, bleibt Salyutov gelassen: Bislang mussten beim Osterkonzert jedes Mal Stühle nachgestellt werden.