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Retter mit neuem GerätSchnellere Hilfe durch dritte Drehleiter in Bergisch Gladbach-Refrath

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Feuerwehrleute und Vertreter der Stadt Bergisch Gladbach stehen vor der neu in Dienst gestellten Drehleiter in Bergisch Gladbach-Refrath.

Bürgermeister Marcel Kreutz übergibt den symbolische Fahrzeugschlüssel der Drehleiter an die Löschzugführung in Refrath und Vize-Feuerwehrchef Frank Haag.

Eine dritte zusätzliche Drehleiter in Bergisch Gladbach-Refrath verbessert den Schutz im Südwesten der Kreisstadt – erstmals mit Ehrenamtlern besetzt.

Das Erinnerungsfoto an diesem historischen Moment ist kaum gemacht, da fährt der Korb schon in den Abendhimmel. Hoch über den Köpfen der Feuerwehrleute schwebt der Rettungskorb der neuen Drehleiter des Löschzugs Refrath – bereit für ihren ersten Einsatz. Unten wird noch der symbolische Fahrzeugschlüssel übergeben, doch eigentlich ist das Entscheidende längst passiert: Um Punkt 20 Uhr ist am Montag (29.6.) die dritte Drehleiter der Feuerwehr Bergisch Gladbach offiziell in Dienst gegangen – und mit ihr ein Stück mehr Sicherheit für Tausende Menschen im südwestlichen Stadtgebiet.

Nun haben wir eine Drehleiter häufig hier im Südwesten des Stadtgebiets deutlich schneller an der Einsatzstelle.
Frank Haag stellvertretender Leiter der Feuerwehr Bergisch Gladbach

Denn erstmals in der Geschichte der Feuerwehr Bergisch Gladbach wird ein Hubrettungsfahrzeug dauerhaft von einer Einheit der Freiwilligen Feuerwehr besetzt. Was auf den ersten Blick wie eine reine Fahrzeugübergabe aussieht, ist in Wirklichkeit die Umsetzung einer Forderung, die seit Jahren im Brandschutzbedarfsplan der Stadt steht.

Bürgermeister Marcel Kreutz, Stadtkämmerer Thore Eggert und die stellvertretenden Feuerwehrleiter Frank Haag und Benjamin Severin-von Polheim übergaben dazu den symbolischen Fahrzeugschlüssel an Refraths Löschzugführer Felix Vorndran und seinen Stellvertreter Marco Göttler.

Die neue Drehleiter der Feuer- und Rettungswache 1

So sieht die dritte Drehleiter für Bergisch Gladbach aus, die im Südwesten des Stadtgebiets stationiert ist und komplett von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten bedient wird.

„Es geht da ja um Minuten. Nun haben wir eine Drehleiter häufig hier im Südwesten des Stadtgebiets deutlich schneller an der Einsatzstelle“, sagt Stadtbrandinspektor Frank Haag, stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Rund 50 Einsätze pro Jahr – also etwa einen pro Woche – erwarten die Verantwortlichen für die Refrather Drehleiter.

Seit Jahren waren wir dazu angehalten, das zu korrigieren.
Elmar Schneiders, Pressesprecher der Feuerwehr Bergisch Gladbach

Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders erinnert daran, dass die Versorgungslücke seit Jahren bekannt gewesen sei. „Seit Jahren waren wir dazu angehalten, das zu korrigieren“, sagt er.

Alle drei Drehleitern der Feuerwehr Bergisch Gladbach - in der Mitte die alte Drehleiter

Insgesamt hat die Feuerwehr Bergisch Gladbach nun drei nahezug baugleiche Drehleitern im Einsatz.

Bislang standen die beiden Drehleitern ausschließlich an den hauptamtlich besetzten Feuer- und Rettungswachen an der Paffrather Straße und in Bensberg. Gerade im dicht besiedelten Südwesten bedeutete das im Ernstfall jedoch längere Anfahrtswege. Mit dem zusätzlichen Standort in Refrath verbessert sich die Erreichbarkeit nun deutlich – ein entscheidender Faktor, wenn Menschen aus oberen Stockwerken gerettet werden müssen.

Die zusätzliche Drehleiter in Refrath bedeutet deutlich mehr Schutz für die Menschen in der Stadt. Es ist ein Traumfall, dass wir das mit Ehrenamtlichen stemmen können.“
Marcel Kreutz, Bürgermeister von Bergisch Gladbach

„Die zusätzliche Drehleiter in Refrath bedeutet deutlich mehr Schutz für die Menschen in der Stadt“, betonte Bürgermeister Marcel Kreutz bei der Indienststellung. Besonders freue ihn, dass diese Aufgabe künftig von Ehrenamtlichen übernommen werde. „Es ist ein Traumfall, dass wir das mit Ehrenamtlichen stemmen können.“

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Dafür investierten die Frauen und Männer des Löschzugs Refrath viel Zeit. Rund 400 Ausbildungsstunden absolvierten sie in den vergangenen Monaten zusätzlich zu ihrem normalen Feuerwehrdienst, um die komplexe Technik sicher bedienen zu können.

Möglich wurde die dritte Drehleiter durch die Anschaffung von zwei neuen für die Wachen in Bensberg und an der Paffrather Straße

Möglich wurde die dritte Drehleiter durch eine Modernisierung der Fahrzeugflotte. Die Stadt hatte nach einem Ratsbeschluss zwei neue, baugleiche Drehleitern für rund zwei Millionen Euro beschafft. Sie ersetzen die bisherigen Fahrzeuge an den Feuer- und Rettungswachen 1 an der Paffrather Straße und 2 in Bensberg. Die bislang an der Paffrather Straße eingesetzte Drehleiter aus dem Jahr 2022 ist nun nach Refrath umgezogen. Die bisherige Bensberger Drehleiter dient künftig als Ausbildungs- und Reservefahrzeug. Das ist wichtig, denn jede Drehleiter muss dreimal jährlich für jeweils rund anderthalb Tage zur Wartung in die Werkstatt. Zusätzlich steht alle zehn Jahre eine zweimonatige Generalüberholung an.

Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders macht ein Foto bei der Einweihung der neuen Drehleiter in Refrath.

Das Erinnerungsfoto an diesen historischen Moment ist kaum gemacht, da fährt der Korb schon in den Abendhimmel. Hoch über den Köpfen der Feuerwehrleute schwebt der Rettungskorb der seit Montagabend (29.6.) neu beim Löschzug Refrath stationierte Drehleiter.

Der Standort Refrath bleibt allerdings eine Übergangslösung. Sobald die neue Feuer- und Rettungswache Süd an der Autobahnanschlussstelle Frankenforst – nach derzeitiger Planung 2030 oder 2031 – ihren Betrieb aufnimmt, zieht die hauptamtliche Wache mit eigener Drehleiter von Bensberg dorthin um. Die nun in Refrath stationierte Drehleiter soll dann nach Herkenrath verlegt werden und künftig das südöstliche Stadtgebiet absichern.

Für die Feuerwehr ist die Indienststellung deshalb weit mehr als die Übergabe eines neuen Einsatzfahrzeugs. Sie schließt eine seit Jahren bekannte Lücke im Brandschutz – und sorgt dafür, dass Hilfe künftig oft einige entscheidende Minuten früher eintrifft.


Die Drehleiter in Zahlen

  1. Fahrzeugtyp: DLA(K) 23-12
  2. Rettungshöhe: 30 Meter (bis etwa zum 7. oder 8. Obergeschoss)
  3. Rettungskorb für bis zu fünf Personen oder 500 Kilogramm; Sprühdüsen am Rettungskorb zur Abschirmung von Wärme und Flammen
  4. Fahrzeuglänge: 10,30 Meter
  5. Zulässiges Gesamtgewicht: 16 Tonnen
  6. Fahrgestell: Mercedes-Benz Econic in Niederflurbauweise Gelenkleiter für Einsätze in engen Straßen und Innenhöfen
  7. Wasserwerfer mit bis zu 2000 Litern pro Minute
  8. LED-Scheinwerfer mit je 33.000 Lumen
  9. Zusätzliche Beladung unter anderem mit Lüfter, Sprungpolster, Schleifkorbtrage, Notfallrucksack, Defibrillator sowie vier Pressluftatmern.