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„Bergischer Fahrradbus“Bergauf strampeln muss nicht mehr sein

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Radeln auf den früheren Bahntrassen der Region macht Spaß, vor allem, wenn man sich die Steigungen sparen kann.

Radeln auf den früheren Bahntrassen der Region macht Spaß, vor allem, wenn man sich die Steigungen sparen kann.

Rhein-Berg – Radfahrer, die auf den zu Rad-Geh-Wegen ausgebauten früheren Bahntrassen durchs Bergische bergab sausen, müssen ab dem 1. Juli am Wochenende nicht mehr bergauf strampeln, wenn sie zurück ins Oberbergische wollen. Denn zwischen der oberbergischen Gemeinde Marienheide und Leverkusen am Rhein verkehrt dann ein neuer Fahrradbus, mit dem sich die 300 Meter Höhenunterschied zwischen den beiden Orten bequem überwinden lassen – samt Drahtesel auf dem Fahrradanhänger. Dieser bietet Platz für 16 Fahrräder, darüber hinaus können vier Fahrräder im Bus mitgenommen werden.

Der neue „Bergische Fahrradbus“ verkehrt ähnlich wie der bereits erfolgreich zwischen Odenthal und Wermelskirchen pendelnde Bergische Wanderbus im Sommerhalbjahr an Wochenenden und Feiertagen zwischen Marienheide und Leverkusen-Opladen. Er wird Haltestellen entlang der Wasserquintett-Route auf dem alten Bahndamm zwischen Marienheide und Bergisch-Born sowie der Balkantrasse zwischen Bergisch-Born und dem Bahnhof in Leverkusen-Opladen ansteuern.

Fünf Touren in jede Richtung

Je fünf Touren in jede Richtung gibt es an jedem Betriebstag. Der erste Bus in Richtung Leverkusen startet morgens um 8.54 Uhr vom Bahnhof in Marienheide aus, der letzte um 16.54 Uhr. In Richtung Marienheide gibt es Fahrten zwischen 9.48 und 17.48 Uhr.

Dabei hat der Fahrradbus an beiden Endstationen Anschlüsse an den Schienenverkehr. Die Zwischenstopps entlang der Strecke liegen in Ohl, Wipperfürth-Leiersmühle, Hückeswagen, Wermelskirchen-Neuenborn, Wermelskirchen/RVK-Niederlassung, Hilgen Raiffeisenplatz, Burscheid/Bahnhof und Pattscheid/Bahnhof. Der Fahrpreis richtet sich nach dem VRS-Tarif, auch Vierer-Tickets, das Fahrradtagesticket NRW sowie VRS-Abo-Tickets sind im Fahrradbus gültig. Ergänzend muss der Fahrgast ein Fahrradticket kaufen und sein Zweirad selbst auf den Anhänger verladen.

Rund 40 000 Euro kostet der Betrieb des Bergischen Fahrradbusses den Rheinisch-Bergischen Kreis pro Jahr. Einstimmig hatten Verkehrsausschuss und Kreisausschuss im Februar grünes Licht für das bergische Pilotprojekt gegeben. Betrieben wird die Fahrradbus-Linie von den Verkehrsunternehmen Regionalverkehr Köln (RVK) und Wupsi. Für den Kauf von vier bis fünf Fahrradanhängern, die Ausrüstung von Bussen mit Anhängerkupplungen sowie ein Marketingkonzept hat Udo Wasserfuhr von der federführenden RVK Fördermittel im Rahmen des Förderprojekts Leader für den ländlichen Raum beantragt.

Beim Trassen-Treffen rund um die touristischen Radrouten im vergangenen Sommer feierte der neue Fahrradbus im Testbetrieb bereits eine gelungene Premiere. „Es war ein reges Ein- und Aussteigen. Ich habe gesehen, dass so etwas in der Region fehlt und angenommen wird“, sagte RVK-Prokurist Udo Wasserfuhr damals. Auch eine Nutzung der Fahrradanhänger unter der Woche durch Schulen ist laut Wasserfuhr denkbar, ebenso ein Ausbau von Angeboten in den Ferien.

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