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„Bienen, Blüten und Begegnung“ Pflanzoffensive in Rhein-Berg

Manuela Thomas bepflanzt zusammen mit Claudia Krieger die Kübel auf dem Kirchvorplatz.

Manuela Thomas bepflanzt zusammen mit Claudia Krieger die Kübel auf dem Kirchvorplatz.

Overath/Marialinden – Umwelt Zunehmend verschwinden Arten auch aus dem dörflichen Umfeld, weil notwendige Lebensraumstrukturen verloren gehen. Frei nach dem Motto „Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür“ begleiten die Biologischen Stationen Rhein-Berg und Oberberg seit 2019 insgesamt vier Dorfgemeinschaften im LVR-Projekt „Bienen, Blüten und Begegnung – Biodiversität in bergischen Dörfern“ auf dem Weg zu mehr Artenvielfalt.

Marialinden ist nun mit einer Pflanzaktion in die Umsetzungsphase gestartet, wie die beiden Bio-Stationen berichten. Dort haben an einem Samstagvormittag Freiwillige die Blumenerde in den Kübeln rund um den Kirchplatz ausgetauscht und mit Sand vermischt und neue Pflanzen eingesetzt: unscheinbare kleine Wildstauden und Gräser, alle in Deutschland oder wenigstens Mitteleuropa heimisch.

Claudia Krieger und Helena Schier vom Bürgerkomitee Marialinden stehen bereit um die knapp 70 winterharten Wildstauden und Gräser in die Kübel zu pflanzen.

Claudia Krieger und Helena Schier vom Bürgerkomitee Marialinden stehen bereit um die knapp 70 winterharten Wildstauden und Gräser in die Kübel zu pflanzen.

„Genau das ist wichtig, wenn man etwas für die heimische Insektenwelt tun will. Denn Insekten und Pflanzen sind aneinander angepasst“, sagt Manuela Thomas von der Biologischen Station Rhein-Berg. „Heimische Pflanzen bieten auch in vielen Fällen viel mehr Nektar und Pollen an. Darüber hinaus gibt es sogar oft Wildbienenarten, die sich auf nur eine Pflanzenart oder - Gattung spezialisiert haben.“

So etwa die Glockenblumen-Scherenbienen. Wie der Name schon sagt, fliegen sie auf Glockenblumen sowohl als Pollen- und Nektarquelle als auch als Schlafplatz. Natürlich sind auch Glockenblumen unter den 15 verschiedenen Pflanzenarten, die ab sofort in Marialinden wachsen. Aber auch Tüpfel-Johanniskraut, eine bekannte Heilpflanze, und Weißer Mauerpfeffer sollen Falter und Bienen anlocken.

Alle zwei Jahre etwas Kompost

Wenn alles gut geht, müssen die Kübel nie wieder bepflanzt werden. Denn die verwendeten Wildstauden und Gräser sind winterhart. Es reicht aus, alle zwei Jahre mit etwas Kompost zu düngen. Auch gegossen werden muss deutlich weniger, da die Pflanzen bewusst so ausgewählt wurden, dass sie an einen trockenen, sonnigen Standort angepasst sind und von Natur aus mit wenig Wasser zurechtkommen.

Die Idee zu dieser neuen nachhaltigen Bepflanzung war bei dem Workshop „Artenvielfalt im Dorf“ Ende November 2019 entstanden. Damals waren rund 40 Marialindener der Einladung des Bürgerkomitees und der Biologischen Station Rhein-Berg gefolgt. Gemeinsam wurden mehrere Aktionstage, Exkursionen und Maßnahmen beschlossen, die in 2020 und 2021 umgesetzt werden sollen.

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Es war die erste Aktion im LVR-Projekt „Bienen, Blüten und Begegnung – Biodiversität in bergischen Dörfern“, das noch bis Ende 2021 läuft. Es wird gefördert vom Landschaftsverband Rheinland und beratend begleitet vom Oberbergischen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.