Am Freitagabend spielten die Domstürmer auf dem Hilgener Schützenfest. Der Verein nutzte erstmals die sozialen Medien, um das Event zu bewerben.
Schützenfest 2026Domstürmer bringen „Sunnesching“ auf das Hilgener Schützenfest

Die kölsche Band Domstürmer rockte am Freitagabend im Festzelt der Hilgener Schützen.
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Der Himmel über Hilgen ist bewölkt – doch mit einem strahlenden Gesicht und ihrem Hit „Ohne Dom, ohne Rhing, ohne Sunnesching“ sorgen die Domstürmer am Freitagabend für Sonnenschein und gute Stimmung im Festzelt der Schützen. Traditionell spielt am Freitagabend zum Auftakt der viertägigen Festlichkeiten eine kölsche Band.
Es sei immer eine Herausforderung, diesen Tag zu planen, berichtet Kevin Assmann, Geschäftsführer des Hilgener Schützenvereins. „Wen holt man? Was kann man den Leuten bieten zu einem kleinen Preis?“ – das ist die Schwierigkeit laut Assmann. Die Gestaltung des Programms am Freitag ist für den Verein überlebenswichtig, er sichert die Finanzierung des nächsten Schützenfestes. Eine Karte für die Domstürmer im Festzelt kostete im Vorverkauf 27 Euro, an der Abendkasse 33 Euro.
Wir versuchen, mit der Zeit zu gehen
Die Karten sind eine halbe Stunde vor Beginn des Konzerts noch nicht alle verkauft. Die Zahlen sind schlechter als in den vergangenen Jahren. Die Inflation dürfte dabei wohl eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, so Assmann. „Wir sind in einer Zeit, in der Leute auf das Geld gucken“, merkt er an. In diesem Jahr setzte der Verein allerdings auf eine neue Strategie, um das Schützenfest zu bewerben – er nutzte erstmals die sozialen Medien wie Instagram und postete dort Kurzvideos.
„Wir versuchen, mit der Zeit zu gehen“, sagt Kevin Assmann dazu. Einige Jungschützen betreuten das Social-Media-Profil – unter anderem die diesjährige Prinzessin Hanna Karsch. Rund 17.000 Aufrufe konnten sie im vergangenen Monat erzielen, berichtet Karsch. Es sei eine spontane Idee gewesen, soziale Medien für die Bewerbung des Schützenfestes zu testen. Nun hofft die Prinzessin, den Online-Auftritt auch nutzen zu können, um neue Mitglieder zu akquirieren.
„Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute mal eintauchen in das Schützenwesen. Viele sehen es als altbacken oder patriotisch. Aber für mich ist es wie eine zweite Familie. Wir sind sehr offen für Gemeinschaft“, sagt Hanna Karsch. Die Tradition begeistere sie daran: das Schießen, die Tracht zu tragen, das Marschieren auf dem Festumzug, die Flaggen zu hissen, der Freitag im Festzelt. „Wenn die Musik ertönt, habe ich Gänsehaut“, erzählt Karsch. Mit ihrer Faszination für ihren Schützenverein steckte sie vor einigen Jahren auch ihre Mutter, Anja Karsch, an, die an diesem Freitagabend noch amtierende Kaiserin ist. Die erste Kaiserin in der 103-jährigen Vereinsgeschichte.
Am Freitagabend herrscht Festivalstimmung
Für Prinzessin Hanna Karsch ist das persönliche Highlight, vier Tage in Folge ihre Schützenbrüder und Schützenschwestern zu sehen, wie sie berichtet. Aber auch der Freitag habe für sie eine besondere Bedeutung: „Andere gehen auf Festivals – für mich ist das hier heute ein Festival“, so die 20-Jährige. Das scheinen einige Gäste wohl ähnlich zu sehen, denn das Festzelt ist um halb neun in Feierlaune. Alle Stehtische sind belegt, durch die dichte, aufgeheizte Luft dröhnt der Bass der Karnevalsschlager.
Die Domstürmer spielen ein Vollkonzert: Zwei Stunden lang geben sie alles. Und auch, wenn es leerer ist als in den vergangenen Jahren, bringt das Hilgener Publikum die Planken im Festzelt ordentlich zum Vibrieren.
