An der Luisenstraße sollen acht Wohnungen gebaut werden. Die Grünen wollen möglichst viel Grün erhalten.
StadtplanungEin kleiner Schritt gegen die Wohnungsnot in Burscheid

Ein Doppelhaus mit acht Wohnungen soll zwischen der Luisenstraße und dem Durfeld entstehen.
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Von „Bauturbo“ lässt sich sicherlich nicht reden. Aber das vor mehr als zwei Jahren aufgelegte Projekt, an der Luisenstraße ein Mehrfamilienhaus zu errichten, kommt Schritt für Schritt voran. Acht Wohnungen sollen in der Innenstadt dazu kommen. Dazu wird das Grundstück im rückwärtigen Teil der Luisenstraße 17 mit einem Haus bebaut, das drei Etagen und ein Sattelgeschoss bekommen soll. Das ist etwas höher als das Gebäude an der Straße, das nur zwei Geschosse und ein ausgebautes Satteldach hat. Mit Blick auf die sehr hohen Gebäude in Richtung im Durfeld sollte das städtebaulich aber kein Problem sein. So sieht man es jedenfalls im Rathaus.
Gemessen an der Grundstücksgröße von fast 1800 Quadratmetern sei der Neubau auch nicht sonderlich groß, heißt es weiter. Das Terrain ist ungefähr 40 Meter tief. Abstand ist also gewährleistet. Im Rathaus ist die Rede von einem „für die bestehende Bebauung mehr als großzügig bemessenen Grundstück“. Die Nachverdichtung ermögliche, „Wohnraum zu bezahlbaren Kosten herzustellen“, so die Stadtverwaltung. Mit Blick auf den angespannten Burscheider Wohnungsmarkt wird das sehr begrüßt.
Naturschützer sahen Verbesserungspotenzial
Als der Plan vor zwei Jahren schon einmal Thema im Stadtentwicklungsausschuss war, gab es einige Kritik von Naturschützern. Auch diesmal nahm Ute Hentschel (Grüne) die Planung an der Luisenstraße zum Anlass für grundsätzliche Anmerkungen: Sie fordert, dass sich in Zukunft auch der Umweltausschuss mit der Stadtplanung in Burscheid befassen sollte, nicht mehr nur der Stadtentwicklungsausschuss. So könne die Politik „die statt Planung ein bisschen grüner machen“.
An der Luisenstraße würde nur „ein Anreiz“ gesetzt, Bäume zu pflanzen. Das sei ein bisschen wenig: „Es geht darum, grüner zu planen“, und zwar grundsätzlich, so Hentschel.
Da wird eher entsiegelt
Mit Blick auf das kleine Mehrfamilienhaus entgegnete allerdings Daniela Papierz aus der Bauverwaltung, dass „wir tatsächlich weiter gegangen sind als sonst.“ Christdemokrat Peter Röttger, der dem Stadtentwicklungsausschuss vorsitzt, sieht das genau so: „Da wird eher entsiegelt“, lautete sein Urteil über den Bebauungsplan.
Freidemokrat Joachim Wirths hält es grundsätzlich nicht für besonders erfolgversprechend, wenn die Stadt Bauherren allzu strenge Vorgaben bei der Begrünung macht, denn: „Alles, was wir auf privatem Grund vorschreiben, können wir nicht durchsetzen.“ Deshalb bringe es viel mehr, wenn „wir als Stadt möglichst viel auf öffentlichen Flächen anpflanzen“.
Dass die Hofbebauung an der Luisenstraße nicht geeignet ist für grundsätzliche Kritik, zeigte sich in der Abstimmung am Donnerstagabend: Die entsprechende Änderung des Bebauungsplans geht ihren Weg, und am Dienstag, 24. März, dürfte auch der Stadtrat dem Projekt endgültig zustimmen.

