Um über 30 Prozent sollen die Nutzungsentgelte steigen. Der Sportausschuss mochte das nicht beschließen.
Neue SatzungGebührenerhöhung trifft Sportvereine in Burscheid ins Mark

Was ist neu an der Max-Siebold-Halle in Hilgen? Der Sportausschuss machte sich am Donnerstagabend ein Bild.
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Bringt Burscheids Stadtverwaltung die Sportvereine in existenzielle Bedrängnis? Diese Befürchtung wurde am Donnerstag im Sportausschuss sehr deutlich geäußert. Hintergrund: Die Benutzungsgebühren für die Sporthallen sollen im kommenden Jahr steigen, und zwar um satte 30 Prozent. Außerdem kommt erstmals die Umsatzsteuer oben drauf, ein weiterer Kostentreiber.
Dass die Erhöhung so heftig ausfällt, liegt an mehr als einem Jahrzehnt Gebührenstabilität: Die Sätze stammen aus dem Jahr 2015. Seitdem sind vor allem die Energiekosten rasant gestiegen. Das gilt besonders für die Jahre seit dem russischen Überfall auf die Ukraine. Der Iran-Konflikt sorgt jetzt für weitere Preisschübe. Dass das ganz besonders in Sporthallen ins Gewicht fällt, bestritt niemand im Sportausschuss.
Bange Frage: Was macht die Sparkassenstiftung?
Dennoch äußerten vor allem Bernhard Gierse (CDU) und Klaus Nierhoff (SPD) Bedenken. Beiden liegt die TG Hilgen nach jahrzehntelangem Engagement besonders am Herzen, und damit der größte Sportverein der Stadt. Einen Mitstreiter fanden beide in Bodo Jakob, dem Vorsitzenden des Stadtsportverbands. Jakob konnte in Zahlen fassen, was die Gebührenerhöhung bedeuten wird: Bisher zahlten die Vereine insgesamt pro Jahr „rund 16.000 Euro“. Ab 2027 würden daraus dann um die 20.000 Euro.

Die Veränderungen am Spielfeld sind eher marginal.
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Ob das zu stemmen sein wird, könne man derzeit nicht sagen. Denn: In Wirklichkeit liegt die Entscheidung bei der Kreissparkasse Köln. Die übernimmt über Ihre KSK-Stiftung bisher die Nutzungsgebühren. Und es sei nicht nur die Frage, ob sie die Erhöhung mitgehe – der gesamte Hilfsmechanismus für die Sportvereine stehe in Frage.
Das liegt daran, dass die Stiftung laut Satzung eigentlich nur Projekte fördern soll, nicht aber durchlaufende Posten wie Benutzungsgebühren für Sporthallen. Im schlechtesten Fall müssten Burscheids Vereine ab dem kommenden Jahr insgesamt also 20.000 Euro zusätzlich bezahlen, nämlich dann, wenn die Kreissparkasse komplett aus der Förderung aussteigt.
Ob das zu befürchten ist, war am Donnerstagnachmittag in Hilgen nicht zu beantworten. Bürgermeister Dirk Runge, so hieß es, sei im Gespräch mit der KSK-Stiftung, um die Situation auszuloten. Über das Ergebnis wisse man noch nichts. Spätestens da wurde deutlich, dass der Sportausschuss die horrende Erhöhung der Benutzungsgebühren nicht einfach so beschließen kann. Im Stadtrat steht die neue Gebührenordnung ohnehin auf der Tagesordnung. Dort soll das letzte Wort gesprochen werden.

Das Satteldach isoliert nicht nur besser, sondern trägt auch eine Photovoltaik-Anlage.
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Die Diskussion – vor allem aber auch der vorherige Rundgang durch die benachbarte Max-Siebold-Halle – zeigte aber auch, welche Probleme die Vereine haben, an Geld zu kommen. So gehört zum Begleitprogramm der Handballspiele der Bergischen Panther, dass im Foyer der Sporthalle Waffeln gebacken werden.
Das Problem: Die Halle hat bei ihrem Umbau eine neue Brandmeldeanlage bekommen. Sensoren hängen auch im Foyer. Bisher sei kein Alarm ausgelöst worden. Ob das so bleibt, kann aber niemand garantieren. Bonaventura Chopra, der im Rathaus in der Sportverwaltung arbeitet, berichtete zwar von einem erfolgreichen Versuch mit Waffeleisen und Rauchmelder – eine grundsätzliche Genehmigung könne man auf dieser Basis aber nicht geben.
Kostenrisiko Feuerwehr
Der Pferdefuß hier: Sollte die Brandmeldeanlage auslösen, kommt die Feuerwehr „mit voller Kapelle“, wie der Beigeordnete Marc Baack sagte. So ein Einsatz kostet um die 850 Euro, auch bei einem Fehlalarm. Kosten, die nicht bei der Stadt hängen bleiben dürfen, sondern die der Verein zu tragen hätte. In diesem Fall würde sich der Effekt des Waffelbackens natürlich ins Gegenteil verkehren.
Die Debatte um dieses Detail zeigte, wie angespannt die Lage in Burscheids Sportvereinen ist. Jede zusätzliche Belastung trifft sie ins Mark – und bei tendenziell sinkenden Mitgliederzahlen lässt sich das auch durch Beitragserhöhungen kaum kompensieren.
Die Erneuerung der Max-Siebold-Halle stieß bei der Besichtigung auf ein gemischtes Echo. Dass die neue, abgehängte Decke im Umkleidetrakt nicht mit schallschluckendem Material ausgeführt wurde, verstand Markus Petzold (AfD) überhaupt nicht. Fragen warf nicht nur die neue Brandmeldeanlage auf, sondern auch die weitere Ausstattung der Halle.
Beifall fand indes die Photovoltaikanlage auf dem neuen Satteldach. Sie senkt die Energiekosten nicht nur wegen ihrer Leistung, sondern weil der Aufbau auch eine bessere Isolierung des Flachdachs der Halle ermöglicht hat. (tk)