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InnenstadtsanierungMehrheit fordert bessere Informationen über Kirchenkurve in Burscheid

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Der Marktplatz in Burscheid

Der Marktplatz soll zu einem multifunktionalen Eventraum umgestaltet werden. Das Konzept wirft aber noch Fragen auf.

BfB, SPD, Grüne und FDP sehen noch viele offene Fragen.

Kirchenkurve und Marktplatz sind der letzte große Bereich in Burscheids Innenstadt, der umgestaltet werden soll. Aber nach zwei Planungswerkstätten sind noch viele Fragen offen – so sieht es jedenfalls die Mehrheit im Stadtrat. Das Bündnis für Burscheid (BfB) drängt in einem gemeinsamen interfraktionellen Antrag mit SPD, Grünen und FDP „auf die Klärung zahlreicher offener Kernfragen“. Er sei am Mittwoch an Bürgermeister Dirk Runge übermittelt worden, sagte BfB-Fraktionschef Volker Höttgen.

Die Sache drängt, denn am Donnerstag, 25. Juni, soll der Stadtentwicklungsausschuss dem Umbaukonzept den weiteren Weg ebnen. „Die Fraktionen sehen insbesondere beim Thema Parkraum kritische Engpässe“, präzisierte Höttgen. Durch die geplante Umgestaltung fielen öffentliche Stellflächen weg – deshalb müsse die Stadtverwaltung ein schlüssiges Parkraumkonzept vorlegen, bevor mit dem Umbau begonnen wird. Außerdem seien private Parkrechte und Zufahrten im Bereich der Friedrich-Goetze-Straße und Mittelstraße „in den bisherigen Entwürfen unzureichend berücksichtigt worden“.

Eigentümer sind schlecht informiert

Kritisiert wird auch die mangelnde Einbindung der Eigentümer: „Es darf nicht passieren, dass direkt betroffene Immobilieneigentümer erst im Rahmen der öffentlichen Vorstellung von den massiven Veränderungen erfahren“, fasst Höttgen die Einwände aus den Fraktionen zusammen. Die Grundstücksbesitzer müssten eng in die Detailplanung eingebunden werden. Die Stadtverwaltung müsse zum Beispiel Vorschläge zur Außengastronomie oder zur historischen Würdigung des Areals prüfen.

Marktplatz und Kirchenchor in Burscheid mit Bücherei

Marktplatz und Kirchenkurve sollen umgestaltet werden. Das Bündnis für Burscheid will in dem Bereich auch eine öffentliche Toilette.

Aber auch ökologische Aspekte müssten besser berücksichtigt werden: Das BfB und seine Mitstreiter verweisen auf das Schwammstadt-Prinzip und erneuern ihre Forderung nach der Installation eines barrierefreien Trinkwasserbrunnens.

Teures Sonnensegel wirft Fragen auf

Äußerst kritisch wird ein Detail gesehen: Der Orchesterverein Hilgen hatte angeregt, ein „akustisches Sonnensegel“ anzuschaffen, um bessere Bedingungen für die regelmäßigen Konzerte in der Kirchenkurve zu schaffen. Die Kosten liegen nach Schätzungen des BfB allerdings rund dreimal so hoch wie für ein Standardsegel. Das werfe „erhebliche Fragen zur Förderfähigkeit und den späteren Betriebskosten auf“.

Sollte die Stadtverwaltung die offenen Punkte bis zum 25. Juni nicht lückenlos beantworten können, wollen BfB, SPD, Grüne und FDP den Grundsatzbeschluss über den Umbau von Kirchenkurve und Marktplatz in den September verschieben. Das sichere „die planerische Qualität, ohne die finale Antragsfrist für die Städtebauförderung am 31. Oktober 2026 zu gefährden“, so Höttgen.