BfB, SPD, Grüne, FDP und auch die AfD sehen wesentliche Fragen nicht geklärt und halten das Konzept für Marktplatz und Kirchenkurve an.
StadtplanungUmbau der Altstadt von Burscheid hat keine Mehrheit mehr

Auf dem Marktplatz sollen künftig laut Plan nur noch ausnahmsweise Autos parken. Ein detailliertes Konzept für Ersatzflächen fehlt aber noch.
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Die Neugestaltung von Marktplatz und Kirchenkurve wird immer komplizierter. Dafür haben am Donnerstagabend SPD, Bürger für Burscheid, Grüne, FDP und AfD gesorgt. Sie brachten einen Antrag zur Geschäftsordnung durch. Damit wurde die Debatte über den letzten Abschnitt des Innenstadtumbaus in Burscheid vorerst abgebrochen. Das ist heikel, weil am 30. Oktober ein entsprechender Förderantrag über das insgesamt 2,9 Millionen Euro teure Projekt beim Land eingehen soll. Nur dann ist der Fortgang wie geplant einzuhalten.
„Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Geschäftsordnungsantrag gestellt wurde“, zeigte sich Bürgermeister Dirk Runge auch am Freitag noch irritiert. Denn mit solch einem Antrag, den am Donnerstagabend im Kulturforum Ulrike Hanke vom BfB stellte, ist eine tiefgreifende und themenbezogene Debatte nicht mehr möglich. Möglicherweise muss die im Stadtrat nachgeholt werden, was allerdings ebenso ungewöhnlich wäre für Burscheid.
Künftig aus einem Guss
In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses hatte zunächst Hans-Joachim Hamerla vom Düsseldorfer Planungsbüro ASS die Grundzüge des Umbaus skizziert, wie sie sich nach dem jüngsten Bürger-Workshop darstellen: Marktplatz und Kirchenkurve sollen gestalterisch ineinander übergehen und einen Raum bilden, der dann auch für Feste ganzheitlich bespielt werden kann. Eine wichtige Rolle würde dabei eine Treppe an der evangelischen Kirche spielen. Mit der Gemeinde hat die Stadt aber noch keine verbindliche Regelung getroffen. Und das ist einer der Kritikpunkte, den SPD, BfB, Grüne und FDP in einem gemeinsamen Antrag formuliert hatten.

Die Kirchenkurve soll besser bespielt werden können. Ob die Kirche ihre Mauer hergibt, um dort eine kleine Tribüne zu bauen, ist noch nicht geklärt.
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Bemängelt wird außerdem, dass es noch kein Parkraumkonzept für den Bereich gibt. Beliebte Ausweichplätze, vor allem für Dauerparker, sind inzwischen nicht mehr zugänglich: zum Beispiel der Schotterplatz an der Balkantrasse. Der wurde schon vor geraumer Zeit eingezogen, um Platz für eine Baustelle zu schaffen, die es freilich immer noch nicht gibt: das Einkaufszentrum an der Montanusstraße. Wohl auch ein Grund, warum Sozialdemokrat Jörg Berwe es so formulierte: „Ohne Parkraumkonzept fehlt die politische Grundlage.“
Erst recht, weil in der jetzigen Planung als Parkfläche für 20 Autos ein Schotterplatz avisiert wird, auf dem eigentlich ein Haus gebaut werden soll. „Das hat dieser Ausschuss 2023 beschlossen“, so Ulrike Hanke.
Trinkwasserbrunnen immer noch strittig
Ebenfalls nicht einverstanden ist der Mehrheitszusammenschluss damit, dass in der Planung immer noch kein Trinkwasserbrunnen auftaucht. Aus dem Planungsbüro hieß es dazu am Donnerstagabend, dass vor allem die Folgekosten immens seien, wegen der strengen Regeln in der Trinkwasserverordnung. Diese Haltung vertritt auch die Stadtverwaltung. Unter anderem zieht für die Grünen dieses Argument nicht: „Ein Trinkwasserbrunnen ist inzwischen Teil der Daseinsvorsorge“, sagte Sebastian Wolf (Grüne).
Ein weiterer Kritikpunkt: Ein Sonnensegel mit besonderen akustischen Eigenschaften soll gekauft werden, weil in der Kirchenkurve die sehr gut besuchten Serenadenkonzerte veranstaltet werden. Wichtige Fragen seien aber auch hier nicht geklärt. Zum Beispiel, wer bei Schäden haftet und wer sich um den Auf- und Abbau sowie die Einlagerung des Sonnensegels kümmern soll. Wichtige Details, die unter Umständen teuer für die Stadt werden könnten. Jedenfalls auf lange Sicht, so Berwe.
Burscheids Altstadt „hat es sicherlich nötig“, skizzierte Berwe die Mehrheitsmeinung: Aber man könne das Großprojekt nicht anschieben, wenn „wesentliche Fragen nicht geklärt sind“.