BalkantrasseWie eine Straßenbahn Burscheid und Opladen verbinden könnte

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Blick auf die Balkantrasse in Burscheid

Die Balkantrasse ist breit genug, um wieder ein Gleis aufzunehmen. Eine Studie, wie das im Detail funktionieren könnte, wird bald erstellt.

Die frühere Bahnstrecke soll künftig nicht mehr nur Radlern und Wanderern Platz bieten.

40 Jahre, nachdem sie nach und nach vom Netz genommen wurde, rückt die Balkantrasse mehr und mehr ins Bewusstsein der Verkehrsplaner. Wie konkret inzwischen der Plan ist, auf der früheren Bahnstrecke wieder Öffentlichen Nahverkehr zu veranstalten, skizziert am Donnerstagabend Benjamin Rombelsheim dem Burscheider Stadtentwicklungsausschuss. Er leitet im Bergisch Gladbacher Kreishaus den Sektor ÖPNV.

Tatsächlich wird die Trasse überhaupt nicht mehr als reine Freizeit-Verbindung betrachtet. Längst ist ihr Wert als Verbindung des Bergischen mit der Rheinschiene erkannt – auch wenn zumindest der Anschluss zwischen Wermelskirchen und Leverkusen mit jedem Schnellbus besser wird. Wovon immer auch Burscheid profitiert.  

Für ein Gleis ist der Platz da

Im Bergisch Gladbacher Kreishaus werde derzeit ein Gutachten vorbereitet, das die Grundlage für eine detaillierte Planung sein soll. Vieles deutet darauf hin, dass keine neue Eisenbahn gebaut wird, sondern eine Straßenbahn ein Gleis bekommt. Dafür ist auf der einst zweigleisigen Trasse Platz genug, ohne dass Radler und Wanderer große Abstriche machen müssen.

Meter für Meter wird die Strecke zwischen Opladen und Lennep untersucht. Müssen Brücken vergrößert oder ersetzt werden, wie klappt der Anschluss an den inzwischen komplett umgebauten Opladener Bahnhof, der irgendwann zusätzlich von einer S-Bahn-Linie in Richtung Solingen bedient werden soll? Wo kommt die Verkehrsleitstelle für den Straßenbahn-Betrieb hin, wo das Depot?

Immerhin: Der Streckenverlauf „ist unstrittig“ bis Burscheid, so Rombelsheim. Danach tauchen aber Fragen auf: In Wermelskirchen liegt die B 51 zum Teil auf der früheren Eisenbahntrasse. Dort würden daher zwei Linienführungen untersucht, so der Mann aus dem Kreishaus: durch die Innenstadt oder längs der Bundesstraße. 

Eine weitere Frage betrifft die ganze Strecke: Soll eine Oberleitung gelegt werden, oder bekommen die Bahnen einen anderen Antrieb? Denn es ist absehbar, dass sich bei der Technik noch etwas tut, bis wieder die erste Bahn fahren kann auf der Balkantrasse: Zum Gutachten gehört eine Untersuchung des Fahrgastpotenzials – heute und 2040. Diese Jahreszahl dürfte näher an einer Wiedereröffnung liegen als 2023. Aber auch dafür müssen die Planer jetzt Gas geben. Allein die vertiefende Untersuchung werde schätzungsweise 15 Monate dauern, sagt Benjamin Rombelsheim. Schritt für Schritt geht es weiter mit dem Plan für eine Bahn auf der Balkantrasse.  

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