Gefeiert wie ein PopstarRita Süssmuth begeistert mit Rede zum Weltfrauentag

Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wurde von den Rösratherinnen begeistert gefeiert. In ihrem Vortrag nahm sie Bezug zu aktuellen politischen Themen.
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Rösrath – Sie wirkt klein und zart, die 81-jährige ehemalige Bundesministerin und Bundestagspräsidentin Professor Rita Süssmuth. Aber sie reißt Menschen immer noch mit. Zum traditionellen Rösrather Frauentag in Schloss Eulenbroich hielt die Grande Dame der deutschen Politik eine Rede über fast 90 Minuten, die immer wieder von Zwischenapplaus begleitet wurde.
Im Anschluss stürzten sich die begeisterten Rösratherinnen geradezu auf die Frau, die in ihrem Leben so viel für ihre Geschlechtsgenossinnen gekämpft und erreicht hat. Viele wollten ihr die Hand drücken oder ein Foto mit ihr machen. Die Professorin wurde im Bergischen Saal wie ein Popstar gefeiert.
Süssmuth riss auch heikle Themen an
Das Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ hätte eher einen historischen Abriss erwarten lassen, der auch geboten wurde, aber nur um einen Bezug zu aktuellen Themen herzustellen. Dabei packte Süssmuth auch manch heißes Eisen an. Eindringlich forderte sie Flüchtlinge „nicht nur als eine Belastung, sondern auch als Bereicherung wahrzunehmen“. Die ehemalige Familienministerin ist allerdings auch für klare Regeln. Eine „Laissez-faire-Haltung“ sei nicht akzeptabel: „Es gibt Regeln, und die gelten für alle.“
Da stimme sie mit der künftigen Familienministerin Franziska Giffey völlig überein, so Süssmuth. Im ersten Moment sei sie über die Mitteilung, dass eine Bürgermeisterin aus Neu-Kölln das Ministerium übernehmen solle, irritiert gewesen. Dann habe sie es als sehr stimmig empfunden. In die Familien hineingehen, das sei der richtige Ansatz. Der Ausbau der Kinderbetreuung sei besonders wichtig, auch für die Integration von Flüchtlingen und für die Freiheit der Frauen, damit sie finanziell unabhängig leben könnten. Und Rita Süssmuth hat dafür sogar eine Lösung: die Senioren. Die Generation der Großeltern könne diese Aufgabe auch außerhalb der eigenen Familie wahrnehmen.
Immer wieder nahm Süssmuth auch während ihres Vortrages Bezug auf das frauenbewegte Kämpferlied von Ingrid Ittel-Fernau und Monika Kampmann, was zum Rösrather Frauentag unbedingt dazu gehört: „Tu was“. Die Frauen forderte Süssmuth auf, weiter zu kämpfen. Bürgermeister Marcus Mombauer bat Süssmuth zum Eintrag in das goldene Buch der Stadt. Die Stadt hatte den Frauentag mit dem Kulturverein „Schloss Eulenbroich“ organisiert. Dabei hatte die Gleichstellungsbeauftragte Elke Günzel wesentliche Aufgaben übernommen.
