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Umweltsünder im VisierGemeinsame Kontrolle an Rhein-Bergs wichtigstem Reservoir

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Kreis-Umweltamtsleiter Lars Helmerichs, Mitarbeiterin Rebecca Theis und  Christoph Bisterfeld vom Wupperverband gehen auf Streife.

Streng geschützt ist die Schutzzone 1 rund um die Große Dhünn-Talsperre. Deshalb kontrollieren der Wupperverband und Kreis ab sofort wieder gemeinsam.

Kreis und Wupperverband kontrollieren rund um die Große Dhünn-Talsperre – Bei Verstößen drohen Umweltsündern Bußgelder.

Die Große Dhünn-Talsperre ist für viele Menschen im Bergischen Land ein Ausflugsziel – für die Region aber vor allem eines: ein riesiger Trinkwasserspeicher. Damit dieser ebenso wie die Natur rund um Deutschlands zweitgrößte reine Trinkwassertalsperre geschützt bleibt, starten der Wupperverband und die Untere Wasserbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises ab dieser Woche wieder gemeinsame Kontrollen rund um die Talsperre – und auf dem Wasser. Der Fokus liegt dabei laut Kreis nicht nur auf Verstößen, sondern vor allem auf Aufklärung.

Ein Schild weis auf die Schutzzone  1 der Großen Dhünn-Talsperre hin, die im Hintergrund zu sehen ist.

Der Schutz des Trinkwassers hat bei den Nutzungs- und Zutrittsverboten rund um die Große Dhünn-Talsperre oberste Priorität.

Besonders an sonnigen Wochenenden zieht es viele Spaziergänger, Wanderer und Freizeitsportler an die Talsperre. Doch genau dort gelten strenge Regeln. Denn rund um das Gewässer befindet sich die sogenannte Wasserschutzzone 1 – ein besonders sensibler Bereich, der dem Schutz des Trinkwassers sowie seltener Tier- und Pflanzenarten dient und nicht betreten werden darf.

Freizeitaktivitäten auf dem Wasser der Großen Dhünn-Talsperre sind streng verboten

Wer an der Talsperre unterwegs ist, darf die ausgewiesenen Wege nicht verlassen. Freizeitaktivitäten auf dem Wasser sind komplett verboten.

Auf einem Schild wird erklärt, was an der Großen Dhünn-Talsperre erlaub ist und was nicht.

Auch diese neuen Schilder weisen auf die Wasserschutzzone 1 der Großen Dhünn-Talsperre hin.

Genau daran halten sich jedoch nicht alle Besucher. Immer häufiger würden Menschen innerhalb der geschützten Bereiche angetroffen, teilen Kreisverwaltung und Wupperverband mit. Deshalb werden Mitarbeitende beider Institutionen in den kommenden Monaten verstärkt vor Ort unterwegs sein – zu Fuß und auch per Boot auf der Talsperre. Dabei gehe es zunächst darum, das Bewusstsein für die Bedeutung des Gebietes zu stärken. Viele Menschen wüssten offenbar nicht, wie empfindlich das Ökosystem rund um die Talsperre sei und welche Rolle das Gebiet für die Trinkwasserversorgung hunderttausender Menschen spiele. Erst bei schweren oder wiederholten Verstößen drohen Bußgelder. Die Verantwortlichen betonen zugleich, dass Naturgenuss und Schutz durchaus zusammenpassen. Rund um die Große Dhünn-Talsperre gibt es ein weit verzweigtes Wanderwegenetz. Allein der Talsperrenweg misst rund 40 Kilometer und ermöglicht eine komplette Umrundung des Gewässers. Hinzu kommen zahlreiche markierte Rundwege unterschiedlicher Länge.

Vorsicht bei digitalen Wander-Apps, warnt der Wupperverband

Vorsicht ist allerdings bei digitalen Wander-Apps geboten. Diese zeigen laut Wupperverband teilweise auch Wege innerhalb der verbotenen Schutzzonen als begehbar an. Empfohlen werden daher offizielle Wanderkarten und ausgewiesene Strecken.

Mit Förster Torsten Klingenhoff unterwegs an der Großen Dhünn-Talsperre.

Die Schutzzone 1 rund um die Große Dhünn-Talsperre ist an vielen Stellen auch abgesperrt.

Weil die Verstöße gegen den Wasser- und Naturschutz rund um die Große Dhünn-Talsperre bereits in der Corona-Zeit erheblich zugenommen hatten, setzen der Wupperverband als Talsperrenbetreiber und der Rheinisch-Bergische Kreis als Ordnungsbehörde seit 2022 gemeinsame Patrouillen ein. Sie gehen regelmäßig rund um die Talsperre auf Streife und haben nicht nur in den gesperrten Teilen der Schutzzone 1, sondern auch auf den für Wanderer und Radfahrer freigegebenen Wegen bereits etliche Verstöße geahndet und Bußgeldverfahren eingeleitet.

Mit den Kontrollen hoffen Wupperverband und Kreisverwaltung auf mehr Rücksichtnahme – damit die Große Dhünn-Talsperre auch künftig das bleibt, was sie heute ist: ein wertvoller Naturraum und zugleich eine der wichtigsten Trinkwasserquellen der Region.