Rhein-Berg – Die Kreisverwaltung hat einen neuen Dezernenten. Gerald Petri (41) ist der mit Abstand Jüngste in der Riege der vier Männer, die in der Hierarchie direkt nach Landrat und Kreisdirektor kommen. Der Aufgabenbereich des gebürtigen Westfalen ist ungewöhnlich umfangreich – und unterschiedlich. Denn er ist zuständig für: Sicherheit und Ordnung, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, Straßenverkehrsamt, Feuerschutz und Rettungswesen, Kommunalaufsicht und für die Ausländerbehörde.
Herr Petri, wie kommt es, dass Ihr Dezernat derart unterschiedliche Aufgabenbereiche umfasst?
So unterschiedlich sind die gar nicht. Sie gehören alle zur Ordnungsverwaltung und haben viel mit Menschen zu tun. Man kann sagen: Wir sind ganz nah am Bürger.
Aber Sie können doch nicht so verschiedene Themen wie die Lebensmittelüberwachung und die Ausländerbehörde ganz alleine stemmen?
Nein, für jede der genannten Aufgaben gibt es noch einen Amtsleiter und weitere kompetente und sehr gute Kolleginnen und Kollegen. Ich bin praktisch das Bindeglied.
Macht denn diese Aufteilung Sinn?
Ich bin zwar noch in der Orientierungsphase, aber ich habe sehr wohl den Eindruck, dass das reibungslos läuft.
Gerade im Ausländerbereich dürfte die Arbeit zugenommen haben.
Ja, das stimmt. Dort sind deshalb auch zwei zusätzliche Stellen eingerichtet worden. Ich lege Wert darauf, dass wir es dort bei unseren Kunden mit Menschen zu tun haben und nicht bloß mit ordnungsbehördlichen Vorgängen.
Trotzdem werden Sie auch unbequeme Entscheidungen treffen müssen – über Abschiebungen zum Beispiel.
Sicher, aber in der Öffentlichkeit wird manchmal verkannt, dass wir es in der Ausländerbehörde viel häufiger mit der Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen zu tun haben. Im vergangenen Jahr wurden es hier im Kreis etwa 3500 Aufenthaltstitel ausgestellt und es wurden demgegenüber etwa 50 Abschiebungen vorgenommen.
Wie sind Sie denn auf die Stellenausschreibung aufmerksam geworden?
Übers Internet. Ich war in der Stadtverwaltung Stuttgart beschäftigt und wollte mich beruflich verändern. Dort wie auch schon bei der Stadt Hemer war ich ebenfalls im ordnungsbehördlichen Bereich in leitender Position tätig.
Mussten Sie ein bestimmtes Parteibuch haben, um den Job in Rhein-Berg zu bekommen?
Ich bin in keiner Partei. Ich habe meine Bewerbung eingereicht, habe mich dem Landrat vorstellen dürfen und bin dann auch in die Fraktionen gegangen. Denn über die Stellenbesetzung entscheidet ja der Kreistag im Benehmen mit dem Landrat.
Kannten Sie Bergisch Gladbach schon vorher?
Ich habe eine Zeit lang in Köln studiert und einen Teil meiner Ausbildung in St. Augustin absolviert. Die Region ist mir durchaus bekannt.
Wohnen Sie schon hier?
Ich wohne in Refrath. Und ich habe von dort aus feststellen können, dass sich das Bergische Land ganz hervorragend für mein Hobby eignet: Triathlon.
Das Gespräch führte Malte Ewert