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Hochwasser in LeichlingenFlutopfer versteigert Bilder für Fluthelfer

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In die Arbeit vertieft: Birgit Honné richtet vom Wupper-Hochwasser beschädigte Bilder wieder her. 

Leichlingen – Die Wupperflut am 15. Juli hat auch Birgit Honné schwer getroffen. Ihre Galerie „Grohbi“ sowie ihr daran angrenzendes Wohnhaus wurden sehr stark beschädigt. Nur einige wenige Bilder konnte sie nahezu unbeschadet retten, 20 Bilder wieder herrichten. Die Kunsttherapeutin hat sich dazu entschlossen, diese 20 Bilder zu versteigern und den Erlös dem Deutschen Roten Kreuz in Leichlingen zu spenden.

Honné arbeitet bei Covestro in Leverkusen und wohnt in Leichlingen. Hier befindet sich auch ihre Galerie „Grohbi“, in der sie seit 2016 ihre eigenen Kunstwerke ausstellt – von Acrylmalerei bis hin zur Fotografie. Die Überschwemmung war für sie ein Schock: „Machtlos mussten wir ansehen, wie das Wasser höher und höher stieg. Auf dem Hof haben wir fast 1,65 Meter gemessen. Ich bin 1,68 Meter groß. Das ist schon beängstigend.“

Seit 20 Jahren aktiv

Schnell sei ihr in der Nacht klar geworden, dass sie nur einige wenige Bilder unbeschadet würde retten können. Der Rest wurde stark in Mitleidenschaft gezogen oder unwiderruflich zerstört. Honné arbeitet seit fast 20 Jahren leidenschaftlich und autodidaktisch an ihrem Lebenstraum – und das neben ihrem Job bei Covestro als Patent Assistant. „Ich habe zu jedem Bild eine Beziehung, die Bilder spiegeln meinen individuellen Hintergrund und meine Geschichte wider“, beschreibt es die Leichlingerin. „Vor Traurigkeit und Erschütterung konnte ich nach Tagen der Zerstörung, als das Wasser gesunken war, kaum die Räumlichkeiten meiner Grohbi-Galerie betreten.“

Aber sie sieht nach vorn: „An der aktuellen Situation kann ich nichts ändern. Ich möchte dennoch das Beste daraus machen und vor allem etwas Gutes tun, sodass die Werke doch noch einen Sinn erfüllen.“ Dessen kann sie sich gewiss sein beim Roten Kreuz. Denn es unterstützt unter anderem den Leichlinger Rettungsdienst, ist im Katastrophenschutz aktiv und bildet zusammen mit einem weiteren Ortsverein eine Einsatzeinheit, die auch beim Juli-Hochwasser im Einsatz war. „Ich habe einen persönlichen Bezug zu dem Verein und möchte, dass das Geld dort zu 100 Prozent ankommt, damit den Menschen hier auf lokaler Ebene geholfen werden kann“, sagt Honné. Bei sich zuhause sehe sie ja täglich das Ausmaß der Verwüstung. Deshalb weiß sie, „dass aktuell jede Hilfe willkommen ist“.

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Dabei ist es gar nicht leicht, als selbst von der Flut Betroffene eine solche Spendenaktion ins Leben zu rufen. Das findet auch Honnés Vorgesetzter Jochen Strayle. „Ich bin beeindruckt von ihrem Engagement und Stehvermögen. Ich hoffe, dass bei der Versteigerungsaktion viele Menschen mitmachen, die Werke ein neues Zuhause bekommen und dabei noch einen guten Zweck erfüllen.“ (tk)

Seit Donnerstag, 12. August, sind die 20 Bilder auf Ebay über Birgit Honnés Account „grohbi44“ zu finden. Das Angebot läuft zehn Tage.

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