Abo

HochwasserNasse Füße an Sülz und Agger

2 min

Bedrohlich kletterten gestern die Pegelstände:  Über 50 Einsätze zählten die Feuerwehren. Vor Immekeppel entfernte der Aggerverband Äste, die sich vor einer Brücke im reißenden Strom gestaut hatten.

Kürten – „Alle Einheiten sind derzeit am Pumpen.“ Für Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden und die bergischen Feuerwehren war es gestern kein ruhiger vierter Advent: Schon bis zum Nachmittag hatte Weiden etwa 50 Hochwasser-Einsätze gezählt. Die Wehren in Bergisch Gladbach, Kürten, Overath und Wermelskirchen waren seit dem Morgen im Dauereinsatz. An Agger und Sülz sei am Vormittag die Hochwasser-Warnstufe 1 überschritten worden, berichtete Weiden. An zahlreichen Häusern in Flussnähe müsse die Wehr absichern gegen die steigenden Pegel.

Am kritischsten gestaltete sich der Einsatz der Kürtener Wehr in der Ortslage Olpermühle: Um ein Haus vor einströmendem Wasser zu schützen, hatte das Technische Hilfswerk 250 Sandsäcke als Schutzdamm errichtet. Wie Kürtens Gemeindebrandmeister Stefan Landwehr berichtet, habe aus einem Berghang Wasser in den Olperbach gedrückt. Ein Zulauf zum Bach habe die Wassermengen nicht mehr aufnehmen können, über eine Straße sei das Wasser in ein Wohnhaus gelaufen. Rund 30 Einsatzkräfte der Löschzüge Kürten und Olpe sowie zehn Kollegen des Technischen Hilfswerks seien im Einsatz gewesen, so Landwehr.

Nicht nur das Hochwasser, sondern auch umstürzende Bäume machten den Feuerwehren zu schaffen. „Zehn Bäume sind umgestürzt“, berichtet Weiden. Bei auffrischendem Wind und einem seit Tagen von Dauerregen aufgeweichten Boden hätten die Wurzeln keinen Halt mehr. „Die Bäume sind nicht nur in Ufernähe umgestürzt“, erklärte Weiden.

Noch am Sonntag gegen 6 Uhr hatte der vom Aggerverband gemessene Pegel in Hoffnungsthal bei 2 Metern gelegen. Bis zur Mittagszeit war der Wasserstand auf über 3 Meter angestiegen und lag damit deutlich über der ersten Hochwasser-Stufe von 2,60 Metern. Ähnlich schnell kletterte der Pegel der Agger in Overath. Binnen acht Stunden, von 4 Uhr morgens bis 12 Uhr, hatte sich der Wasserstand von etwa 1,50 Meter auf 3 Meter verdoppelt. „Wir sind gewappnet, insbesondere wegen der veröffentlichten Hochwasserwarnungen“, sagt der Kreisbrandmeister. Laut Wetterprognose sei in der Nacht zum Heiligen Abend und am Heiligen Abend selber mit zurückgehenden Niederschlägen zu rechnen. Für die Weihnachtstage seien aber erneut Regenfälle angekündigt. Ob sich die Lage weiter verschärfen werde, könne derzeit nicht gesagt werden.