Im vollen Saal der Taverne Kalyva in Bechen spannten die Männerchöre und der Gastchor aus Bergisch Gladbach einen Bogen von Gospel über Schlager bis zu den Toten Hosen.
KonzertVoller Saal in Bechen: Chorgemeinschaft Herweg und Dürscheid singt Pop und Schlager

Gemeinsam zum großen Finale: „Kutt joot Heim“.
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Vom Bergischen Heimatlied bis zu den Toten Hosen, von kroatischen Klängen bis ABBA: Wer Chormusik noch immer vor allem mit traditionellem Liedgut verbindet, bekam beim großen Herbstkonzert der Chorgemeinschaft MGV Herweg und Quartettverein Dürscheid eine ziemlich umfassende Gegenlektion. Im voll besetzten Saal der Taverne Kalyva in Kürten-Bechen spannten die Sänger gemeinsam mit dem Gastchor „tonGLeiter“ aus Bergisch Gladbach einen weiten musikalischen Bogen.
Schon kurz nach dem Einlass zeichnete sich ab, dass kaum ein Platz frei bleiben würde. Die tief stehende Nachmittagssonne fiel durch die Fenster und tauchte den Saal in warmes Licht. Vorsitzender Franz Grimberg begrüßte die Gäste und freute sich über das große Interesse am Chorgesang. Sein Dank galt auch den Gastgebern, die den Saal vorbereitet und dort zuvor Proben ermöglicht hatten. Anschließend übernahm Chorleiter Johannes Wust, der das Programm zusammengestellt hatte, die Moderation.
Gastgeber eröffnen traditionell
Den Auftakt bestritt die Chorgemeinschaft mit traditionellem Männergesang a cappella. Das „Bergische Heimatlied“ gehörte ebenso dazu wie „Mala Moja“, ein Liebeslied nach einer kroatischen Weise, und das Tessiner Volkslied „Pferde zu vieren traben“.
Danach gehörte die Bühne den „tonGLeitern“. Singend bahnte sich der gemischte Chor aus Bergisch Gladbach seinen Weg zur Bühne und setzte mit Gospel- und Country-Klängen einen deutlichen Kontrast. Mit „Heaven Is A Wonderful Place“, „Du bist das Licht“ und John Denvers „Country Roads“ sorgten die Gäste für Begeisterung im Saal.
Pop und Schlager nach der Pause
Nach der Pause zeigte die Chorgemeinschaft, dass Männerchor auch Pop und Schlager kann. „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen traf auf Purs „Ein graues Haar“, „Über sieben Brücken musst du gehen“ auf „Santiano“. Auch Roland Kaisers „Sieben Fässer Wein“, Leonard Cohens „Hallelujah“ und ABBAs „Thank You for the Music“ standen auf dem Programm. Gerade dieser Wechsel der Genres machte deutlich, wie breit das Repertoire inzwischen aufgestellt ist.
Ohne Zugabe ließen die Zuhörer die Sänger nicht von der Bühne. Chorleiter Wust hatte dafür mit Oliver Gies' „Nette Begegnung“ ein Stück ausgesucht, das eine alltägliche Situation augenzwinkernd aufgreift: Man begegnet jemandem, tauscht freundlich einige Floskeln aus – und fragt sich anschließend, wer das eigentlich gewesen ist. Vierstimmig setzte der Chor diese Begegnung musikalisch in Szene.
Gemeinsames Finale mit „Kutt joot heim“
Zum Finale kamen noch einmal alle Mitwirkenden des außergewöhnlichen Konzertes auf der Bühne zusammen. Mit „Kutt joot heim“ schickten sie ihr Publikum musikalisch auf den Heimweg und wünschten ihm dabei noch ein paar schützende Engel mit. Der lang anhaltende Applaus und zahlreiche positive Rückmeldungen zeigten, dass die Mischung angekommen war.
Für die Chorgemeinschaft und ihre Gäste war der Nachmittag zugleich ein Beleg dafür, wie breit Chormusik heute aufgestellt sein kann. Traditioneller Männergesang, Gospel, Country, Pop und Schlager fanden unter einem Dach zusammen – und ein voll besetzter Saal zeigte, dass Chorgesang in Bechen weiterhin sein Publikum findet. (wg)
