Die IG Kürten fordert eine zügige Umsetzung des Isek-Projekts und kritisiert die zögerliche Politik.
UmbauKürtener IG kritisiert Zögern der Politik bei Ortsanierung

Der Karlheinz-Stockhausen-Platz in Kürten
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Es gibt Diskussionsbedarf in Kürten. Diesmal geht es nicht um das Schulzentrum und die Suche nach einem Planungsbüro für die Schulsanierung. Auch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) für den Hauptort Kürten sorgt weiter für Wirbel.
Nach der dramatischen 13:12-Entscheidung im Gemeinderat zugunsten des Projekts hat die Fraktion der „Bürger für Bürger“ mit Fraktionschefin Michele Monreal beantragt, noch einmal die Kosten aufzuschnüren und auf die künftige Nutzung des Karlheinz-Stockhausen-Platzes zu blicken. Ziel müsse sein, dass eine große Mehrheit im Rat einem überarbeiteten Konzept zustimme.
1,8 Mio. Euro an Eigenmitteln
Aktuell kalkuliert die Kommune mit etwa 1,8 Mio. Euro an Eigenmitteln. Die „Bürger für Bürger“ betonen, dass auch Vorschläge für eine Kostensenkung auf den Tisch kommen müssten. In der von der CDU beantragten geheimen Abstimmung hatte sich die Fraktion enthalten, wie zuvor kommuniziert. Einige Neinstimmen zum Projekt kamen auch aus Reihen der CDU-Fraktion.
„Wir haben nicht Hurra geschrien“, sagt CDU-Fraktionschef Willi Schmitz. Wie die „Bürger für Bürger“ sagt auch Schmitz, die Kosten genau beachten zu wollen. Dem entgegnet jetzt die IG Kürten, dass ein Aus für das „ein Schlag ins Gesicht engagierter Bürger“ sei. Schon die knappe Entscheidung im Rat sehe man mit Unverständnis. Durch „politische Grabenkämpfe“ dürfe die „einmalige Chance“ auf eine geförderte Aufwertung des Ortskerns nicht gefährdet werden.
Mehr Mut der Politik
„Wir wünschen uns den Mut von den Politikern, einfach mal etwas zu machen“, sagt der IG-Vorsitzende Tobias Garstka. Kürten werde von den Fördergeldern umfassend profitieren, glaubt er. Die Kürtener Politiker könnten später ihren Enkeln sagen, dass sie die Umgestaltung des Kernprojekts Karlheinz-Stockhausen-Platz initiiert hätten.
„Das ist aktuell nur ein kaputter Parkplatz“, kritisiert Garstka. Die IG sei nicht gegen die Schulsanierung. Allerdings betreffe das Schulprojekt nur einen Teil der Gemeinde. „Ein attraktiver Ortskern dient hingegen allen Generationen.“ Die Neugestaltung der Außenanlagen am Schulzentrum, als Teil des Konzepts, sei günstig für Kürten, weil diese Maßnahme später sowieso angegangen werden müsse. „Wer sich dem Konzept verweigert, lässt den nötigen Lokalpatriotismus vermissen“, sagt Garstka.
Dauerparker in die Tiefgarage
Die IG Kürten blickt auch auf die Zukunft des Karlheinz-Stockhausen-Platzes. Nach einer Umgestaltung könnten mit Einführung einer Parkscheibenpflicht dort viermal so viele Autos als bislang parken. Dauerparker sollten die kostenfreie Tiefgarage nutzen, oberirdische Plätze konsequent für Kunden (Café usw.) und Besucher des Rathauses freibleiben.
Und der Vorplatz am Rathaus solle ein Ort für Hochzeitsfotos werden, für Sommerkonzerte oder den Weihnachtsmarkt. „Im Moment ist das Zentrum ein notwendiges Übel, von dem man schnell wieder weg will. Wir wollen, dass Kürten eine echte Mitte bekommt.“

