Abo

BühneKürtener Rat unterstützt Leader-Projekt am Karlheinz-Stockhausen-Platz

3 min
Die Visualisierung zeigt den Entwurf der neuen Bühne.

Die Freiluftbühne im Entwurf der Gemeinde Kürten

Im Kürtener Rat gab es eine deutliche Mehrheit für die Einrichtung einer Freiluftbühne am Karlheinz-Stockhausen-Platz

Der Karlheinz-Stockhausen-Platz in Kürten wird sein Gesicht verändern und eine Freiluftbühne für Veranstaltungen bekommen, zwischen dem Bürgerhaus und dem Haus des Reiseveranstalters Umfulana soll sie entstehen. Ob der kleine Vorplatz am Rathauseingang auch umgestaltet wird, ist nach dem jüngsten Beschluss offen, nach Möglichkeit soll darauf verzichtet werden, so ein ergänzender Antrag der CDU.

Der Stockhausen-Platz wird in seiner Kernnutzung als Parkplatzfläche nicht angetastet. Mit zwei Enthaltungen der Christdemokraten und dem Nein der AfD-Fraktion ging das Vorhaben der Gemeinde ziemlich glatt durch den Gemeinderat. Die AfD hatte erfolglos eine Minimalvariante beim Ausbau beantragt, mit Blick auf die Finanzsituation.

Die Kommune hat sich erfolgreich um eine Förderzusage des EU-Programms Leader Bergisches Wasserland beworben, nach Kürten soll die maximale Fördersumme von 250.000 Euro fließen. Allerdings bleibt ein Eigenanteil von rund 140.000 Euro übrig.Das war der „Zankapfel“ für die Fraktionen.

CDU und AfD setzten Vertagung durch

In der Vorberatung hatten CDU und AfD eine Vertagung in den Gemeinderat durchgesetzt. Willi Schmitz, Fraktionsvorsitzender der CDU, erklärte zur Sache, dass seine Partei nichts gegen die Bühnen-Umsetzung habe. Dies sei der eine Teil des Projekts.

Der zweite Teil, den die Verwaltung mit in das Projekt eingebracht habe, beziehe sich auf den kleinen Vorplatz am Rathauseingang, direkt über der Einfahrt der Tiefgarage. Diese Fläche ist derzeit ungenutzt, allerhöchstens wird sie im Karneval beim Rathaussturm als Aufstellplatz für Tollitäten und Gesellschaften genutzt.

Früher als Parkplatz

Als Ende 1950er-Jahre das erste Rathaus am Marktfeld entstand, diente das Plätzchen als Parkplatz für Autos. Die Kommune möchte die Fläche nun mit einer Art gläsernen Umlauf aufhübschen und denkt unter anderem an Hochzeitsgesellschaften, die dort eine Fläche für Glückwünsche erhalten könnten, mit verbessertem Blick zur Sülz. „Sülzbalkon“ heißt dazu der Projektname. Auch Sitzmöglichkeiten sollen kommen.

In Zeiten der drohenden Haushaltskrise müsse dies hinterfragt werden, meinte Willi Schmitz. Seine Fraktion rege an, bei der Leader-Geschäftsführung nachzufragen, ob der zweite Teil der Maßnahme nicht herausgestrichen werden könne.

Goldene Brücke gefunden

Die Goldene Brücke fand sich schließlich in der Formulierung, dass der zweite Projektteil „nach Möglichkeit“ nicht umgesetzt werden sollte. Damit wäre auch bei einem Nein aus dem Leader-Büro nichts versperrt. In der Debatte ging die Kritik in Richtung der CDU. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, zitierte Werner Conrad von den „Bürgern für Bürgern“ einen legendären Filmtitel.

Die Bürger hätten seit Jahren den Wunsch der Umgestaltung, jetzt bekomme Kürten ein günstiges Angebot. Im Frühjahr habe die Politik das Integrierte Handlungskonzept wegen der Kosten von 2 Mio. Euro gestoppt, nun werde um eine viel geringere Summe gerungen. „Kürten bekommt für kleines Geld einen attraktiven Rathausvorplatz.“ Michael Hardt (Grüne) erinnerte an die Ideen der Interessengemeinschaften, die in den vergangenen Jahren gesammelt worden seien.

Diese Ideen sollten sichtbar bleiben, das Projekt nicht verringert werden. Auch Roland Wisskirchen (SPD) und Michael Becker (FDP) warben für die Umsetzung. „Auch wir wollen das Projekt nicht kippen“, fasste schließlich Willi Schmitz für die CDU zusammen.