Leichlingen – Ganz im Zeichen der Städtefreundschaft mit Henley-on-Thames wird die nächste Verleihung der Ehrenplaketten der Stadt Leichlingen stehen. Denn mit der höchsten Auszeichnung, welche die Blütenstadt zu vergeben hat, werden gleich drei Ehrenamtler gewürdigt, die sich um die deutsch-englische Städtepartnerschaft sehr verdient gemacht haben.
Es sind Cornelie Oeltzschner, Gabriele Vesper und Patrick Fleming. Der Haupt- und Finanzausschuss hat diesem Vorschlag der Preisjury in nichtöffentlicher Sitzung am Montagabend zugestimmt. Der Stadtrat muss die Entscheidung des Ausschusses am kommenden Montag noch bestätigen.
Die Jury war sich darin einig, dass der Grundgedanke der Völkerverständigung gerade in Zeiten weltweiter Verwerfungen und Skepsis gegenüber der EU und ihren Institutionen wichtig ist. Mit ausdrücklichem Hinweis auf den Brexit will die Jury mit ihrer Entscheidung die gelungene Städtepartnerschaft zwischen Henley und Leichlingen in der Öffentlichkeit loben und betonen, dass sich die grenzüberschreitende Freundschaft und der Zusammenhalt lohnt.
Cornelie Oeltzschner ist eine der Begründerinnen der Städtepartnerschaft. Gemeinsam mit ihrem Lehrerkollegen Winfried Reichwald begleitete sie 1976 22 Leichlinger Schülerinnen und Schüler nach Henley – bei der Reise ist die Städtepartnerschaft, die 1979 offiziell besiegelt wurde, entstanden. Bei einem Empfang im Rathaus hatte der damalige Bürgermeister der Themsestadt den Wunsch nach einer solchen Verbindung geäußert. Sie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen – eine Delegation aus Henley war dazu im Oktober in Leichlingen zu Besuch.
Oeltzschner hat sich nicht nur im Vorstand des Henley-Clubs engagiert. Die 67-Jährige hat 2014 mit Birgit Färber auch die Freiwilligen-Initiative Leichlingen gegründet, die ehrenamtliche Hilfe vermittelt. Gabriele Vesper hat ihr Organisationstalent soeben erst bei den Geburtstagsfeiern mit den Freunden aus Henley unter Beweis gestellt, bei denen sie unter anderem einen großen Oldtimer-Corso geleitet hat. Schon in den 70er-Jahren hat sie mit ihrer Mutter Leni Schumacher Senioren-Begegnungen in Frankreich initiiert. Ab 1984 kamen Reisen an die Themse hinzu, 2006 wurde sie Vorsitzende des Henley-Clubs, den sie bis 2014 leitete und für den sie bis heute aktiv ist.
Auf der anderen Seite des Kanals lebt der dritte designierte Ehrenplaketten-Träger, Patrick Fleming. Der 66-Jährige ist in Deutschland aufgewachsen. Der Elektro-Ingenieur zog 1980 nach Henley-on-Thames. Dort lernte er seine Frau Jenny kennen.
Sechs Jahre lang Vorsitzender
Das Ehepaar mit drei Kindern gehört seit 1995 zu den Motoren der dortigen Twinning-Association, dem Gegenstück des Leichlinger Clubs. 2012 wurde Fleming zu ihrem Chairman gewählt. Nach Ablauf der auf sechs Jahre begrenzten Amtszeit als Vorsitzender ist er nun als Secretary Ansprechpartner für die Städtepartnerschaft, organisiert die Besuchsprogramme auf britischer Seite ehrenamtlich und „mit viel Leidenschaft“, wie die Jury erklärt.
Die drei Nominierungen stammten von der CDU-Fraktion, von Bürgermeister Frank Steffes und von der Jury des Rates. Überreichen will Steffes die Ehrenplaketten an die drei Ausgezeichneten beim Neujahrsempfangs. Dieser findet am Sonntag, 19. Januar, im Foyer des Leichlinger Gymnasiums Am Hammer statt.
Die Jury der Ehrenplakette
in ihrer Urteilsbegründung
