Abo

LeichlingenChefs für Bücherei und Archiv gesucht

4 min

Stadtarchivarin Ariane Jäger war nur ein Jahr im Amt. Sie wechselt zum Landschaftsverband Rheinland.

  1. Enno Steinkemper und Ariane Jäger springen vom Personalkarussell und haben neue Jobs

Leichlingen – Auf dem Personalkarussell der Stadtverwaltung sind schon lange Plätze frei. Die laufenden internen Organisationsuntersuchungen spüren in vielen Ämtern Lücken auf, wo es angesichts der großen Aufgabenfülle und des begrenzten Etats und Stellenplans an Mitarbeitenden fehlt. In dieser Situation ereilt den Bürgermeister zurzeit auch noch der Umstand, dass mehrere Kolleginnen Mütter werden und in Elternzeit gehen sowie das Pech, dass andere in führender Position das Rathaus verlassen. So sind aktuell die Leiterin des Bauordnungsamtes, der Chef der Stadtbücherei und die Stadtarchivarin von Bord gegangen.

Stadtbibliothekar Enno Steinkemper hat bereits eine neue Stelle angetreten, dem Vernehmen nach in Solingen. Er ist zum 1. Juli aus freien Stücken aus dem Dienst der Blütenstadt ausgeschieden. Er hat die Stadtbücherei nach einjähriger Vakanz seit März 2014, damals als Nachfolger von Ricarda Stockhausen geleitet. Seine Position ist umgehend neu ausgeschrieben worden. Nachdem es zuerst hieß, es sei bei den Bewerbungsgesprächen eine Frau gefunden worden, die zum 1. Oktober anfangen sollte, ist die Stellen-Ausschreibung diese Woche wieder aktuell auf der Homepage der Stadtverwaltung aufgetaucht. Gesucht wird für die Amtsleiter-Funktion in der Bücherei ein männlicher oder weiblicher Diplom-Bibliothekar mit Berufserfahrung. Die neue Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. September.

Überraschend hat Stadtarchivarin Ariane Jäger schon wieder gekündigt. Sie war erst seit 1. Juni 2017 im Amt, kam als Nachfolgerin Thorsten Schulz-Waldens nach Leichlingen. Die 36-Jährige wohnt aber in Pulheim und hat nun eine andere Arbeitsstelle gefunden, die mit einem viel kürzeren Weg aufwartet.

Bücherei-Leiter Enno Steinkemper (hier neben der Fördervereins-Vorsitzenden Sandra Beierlein) ist schon weg.

Nachfolge rasch regeln

Jäger wechselt zum Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland fast vor ihrer Haustüre. Dass sie das nutzt, verübelt ihr im Rathaus niemand, obwohl man ihren Weggang sehr bedauert. Laut Ausschreibung soll ihre Stelle zum 1. Oktober wiederbesetzt werden.

Im Fachbereich 3 klafft durch die nicht besetzte Stelle der Leitung des Bauordnungsamtes schon länger eine empfindliche Lücke. Katrin Fischer, die erst seit 1. September 2016 hier in leitender Position im Dienst war, hat die Verwaltungs-Nebenstelle Am Schulbusch auf eigenen Wunsch verlassen. Hier sollen die Bewerbungsgespräche so erfolgreich gelaufen sein, dass die Stelle ab 1. Oktober wieder besetzt sein soll.

Gesucht werden aktuell auch noch eine Fachangestellte für die Bücherei, drei Diplom-Sozialpädagogen für Jugendamt, Schul- und Straßensozialarbeit, eine Abteilungsleitung für Feuerwehrwesen und Ordnungsamt und – als Dauer-Annonce, weil der Bedarf anhaltend ist – pädagogische Fachkräfte für Kindertagesstätten.

Eine Spitzenposition kommt bald hinzu: Ende des Jahres tritt Hubert Knops, seit 2008 Leiter des Amtes für Jugend und Schule, in den Ruhestand. Der demographische Trend setzt sich fort: Von 2016 bis 2021 treten planmäßig 27 Beschäftigte der Leichlinger Verwaltung in den Ruhestand. Das Personalkarussell und der Stellenmarkt auf der Homepage des Rathauses bleiben nicht stehen.

www.leichlingen.de/Stellenausschreibungen.724.0.html

Stellen-Ausschreibungen mit „i“ oder „d“ für das dritte Geschlecht

Geschlechtsneutrale Stellenausschreibungen sind schon lange Standard. Frauen und Männer sollen sich gleichermaßen angesprochen fühlen und bewerben, wenn Personal gesucht wird. Darum werden ein oder eine „Sachbearbeiter/in“ gesucht, oder steht „(m/w)“ hinter der Berufsbezeichnung. Die beiden Abkürzungen sind geläufig: „m“ für männlich, „w“ für „weiblich“. Neuerdings tauchen in Annoncen zusätzlich aber auch die Buchstaben „d“ oder „i“ auf. Sie sind erklärungsbedürftig: Das „d“ steht für „drittes Geschlecht“, das „i“ für „intersexuell“. Menschen, die weder Mann noch Frau sind, könnten sich bei einer Ausschreibung sonst diskriminiert fühlen und klagen.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2017 das dritte Geschlecht für den Eintrag ins Geburtenregister gefordert. Seitdem finden sich entsprechende Ergänzungen in Stellenanzeigen. Spätestens zum Jahresende soll die Erwähnung des dritten Geschlechts zur Pflicht werden. Derzeit ist der Zusatz aber noch freiwillig, eine gesetzliche Regelung steht aus.

Für die Stadtverwaltungen ist noch kein gemeinsamer Weg erkennbar. Die Kürtener sind im Rheinisch-Bergischen Kreis Vorreiter. Die Verwaltung sucht dort bereits „ein/e Stadtplaner/in (m/w/d)“. In Bergisch Gladbach wird mit Sternchen gearbeitet: Ingenieur*innen, Mitarbeiter*innen, Straßenwärter*in. Die Kreisverwaltung arbeitet mit Querstrichen, sucht Verwaltungswirt/in, Fachinspektor/in.

In Leichlingen hat man das Thema auf dem Schirm. Die aktuellen Ausschreibungen sind aber noch konventionell mit Schrägstrichen für „Archivarin/Archivar“ oder „Sachbearbeiter/in“ formuliert.In Burscheid ist man im Umbruch: Eine Fachkraft für die Kinderbetreuung wird momentan mit „m/w“ beschrieben, zwei Stellenannoncen für den Bundesfreiwilligendienst im Stadtarchiv und für die Flüchtlingsbetreuung aber enthalten bereits den neuen Zusatz „(m/w/d)“. (cbt, hgb)