Leichlingen – Die Freude war groß in den Augen der Kleinen, als der Nikolaus im Sozialkaufhaus Globolus seine Präsente verteilte. Knapp 30 Kinder wurden am Mittwoch mit Schokolade und Nüssen beschenkt. Außerdem posierte der prominente Mann mit dem langen Bart, Bischofsstab und -mütze für gemeinsame Fotos.
Besuch von 300 Kindern
In dem Kostüm steckte Thomas Richter, ein Familienvater aus Leichlingen. Er trifft in jedem Winter etwa 300 Kinder und hat, wen wundert es?, am Nikolaustag Hochbetrieb. Familien, Vereine und Feuerwehren freuen sich Anfang Dezember über seinen Auftritt.
Auch wenn es rund um den 6. Dezember mal stressig wird, bleibt Richter ruhig: „Ich freue mich sehr auf die Termine.“ Angefangen habe alles mit einer Aktion in der Nachbarschaft. Dort, erzählte Richter, sei er vor einigen Jahren erstmals als Nikolaus aufgetreten. Die Begeisterung war groß – bei den Kindern, ihren Eltern und auch beim Nikolaus. „Klingt kitschig, ist aber so“, sagte der Ehrenamtler: „Ich finde es wichtig, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt.“
Geld verdient der Nikolaus zwar nicht, über Spenden freut er sich trotzdem, denn alle Einnahmen kommen gemeinnützigen Projekten zugute. Im vergangenen Jahr gab es eine Spende für ein Kinderhospiz. Diesmal geht das gesammelte Geld an die in Leichlingen ins Leben gerufene Aktion Wunschbäume, bei der wie berichtet Wünsche für Menschen mit geringem Einkommen erfüllt werden. Wünsche, die sonst nicht wahr werden würden.
So beherzt der Leichlinger Nikolaus die Botschaft der katholischen –Nikolaus-Legende: Zwar wirft Thomas Richter mittellosen Familien keine drei Goldklumpen durch das Fenster, wie es der Heilige im dritten Jahrhundert nach Christus getan haben soll, dafür ermöglicht er Geschenke im Wert von bis zu 30 Euro. Und unbezahlbares Kinderlächeln.
1000 Namen gehen auf Nikolaus zurück
Klasen, Claßen, Klois oder Kleuskens – alle diese Namen gehen auf den Rufnamen Nikolaus zurück. „Von kaum einem Namen stammen so viele unterschiedliche Familiennamen ab. Etwa 1000 Nikolaus-Namen kommen in Deutschland bei etwa 290 000 Menschen vor“, und zwar besonders im Rheinland, haben die Sprachforscher des Landschaftsverbandes (LVR) ermittelt.
Varianten sind auch Kläsges, Claesgens und Klösges. In Leichlingen geht die Ortschaft Claasholz auf einen Nikolaus zurück. In Burscheid gibt es Claasmühle. „Am meisten hat mich überrascht, dass auch der rheinische Familienname Kolping auf Nikolaus zurückgeht“, so Sprachwissenschaftlerin Charlotte Rein. Der LVR hat viele Nikolaus-Namen ins Netz gestellt. (hgb)
www.sprache-im-rheinland.lvr.de
