Leichlingen – Die Hebebühne ist stolze 25 Meter hoch. Kurz bevor der lange dünne Teleskoparm ganz ausgefahren ist, knickt das Gelenk einmal mit einem kleinen Ruck um und legt so noch ein paar Meter drauf. Von oben hat man einen weiten Blick über die umliegende Natur. Und weiche Knie. Die Kinder der Leverkusener Kindertagesstätte Overfeldweg durften die Hebebühne ausprobieren, und am liebsten hätten sie sogar selbst den Knopf gedrückt, der die Steigung in Gang bringt. Am Boden wurde dann abgeklatscht. Beim Leichlinger Garten- und Landschaftsbaubetrieb „Tsubo Niwa“ (das bedeutet „kleiner Garten“ auf Japanisch) konnten die Kinder für einen Tag Landschaftsgärtner sein.
Der Berufsverband hatte die Aktion in ganz NRW ausgerufen, um Nachwuchswerbung im frühen und frühesten Alter zu betreiben. Henning Wenderoth lud gleich die Kindergartengruppe seines anderthalb Jahre alten Sohnes zu sich in den Betrieb nach Grünscheid ein. „Wir haben einen starken Fachkräftemangel im Handwerk, gute Gesellen fehlen. Heute können wir zeigen, dass es auch außerhalb des Studierens tolle Berufe gibt“, sagt der Leiter von Tsubo Niwa. Wenderoth führt das Unternehmen mit sechs Mitarbeitern seit 2010; zu den Aufgaben zählen Fällungen, Gartenpflege und -neubau und Terrassen pflastern. „Heute zeigen wir den Kindern, was wir so den ganzen Tag machen.“ Das stößt auf große Begeisterung. Überall auf dem Hof des Unternehmens gibt es etwas zu tun.
Kleine Baustelle mit Sand

Tsubo-Niwa-Chef Henning Wenderoth (links) übte mit den Kindern im Sandkasten, einen Weg zu bauen.
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Die ganz Kleinen können sich die Bestandteile eines Baumes ansehen und auf einer „Mini-Baustelle“ im Sand spielen.
Mit einem Bagger kann man einen Reifen in ein Gatter transportieren, natürlich hilft ein Mitarbeiter bei der Bedienung des Hebels. Ein Lkw lädt rauschend Schotter aus und der fünfjährige Mika jubelt begeistert.
Ein Radlader kurvt um den Schotterhaufen und Mika zeigt aufgeregt darauf: „Ich will mit dem Bagger fahren!“ Dort gibt es den „Hasen“-Gang – schnell – und den „Schildkröten“-Gang – langsam. Der Älteste der Gruppe darf mit einem der Gärtner ans Lenkrad. Die, die sich noch nicht trauen, werden im Cockpit des Lkw mitgenommen oder bearbeiten Pflastersteine auf der Baustelle. Auch Kindergärtnerin Siegrid Heinemann fährt einmal mit der Hebebühne hoch. Verwendet wird die Apparatur vor allem zur Fassadenreinigung, zur Fällung von Bäumen oder um an die Regenrinnen zu kommen. Steht man in der Höhe frei, ohne einen Baum oder ein Gebäude, ist die Fahrt umso aufregender.
Zum Schluss bemalen die Kinder Blumentöpfe und pflanzen Stiefmütterchen ein, die sie mit nach Hause nehmen können. Wenderoth lächelt. „Wir sind ja nicht nur Bauarbeiter, sondern Gärtner.“ Die ersten sind schon müde – so ein abwechslungsreicher Tag an der frischen Luft hat es auch in sich.
