Abo

LeichlingenPremiere für die Thomasmesse

3 min

Neue Gottesdienstzeiten und -formen gibt es in der evangelischen Kirchengemeinde.

Leichlingen – Mit einer neuen Gottesdienstordnung reagiert die evangelische Kirchengemeinde Leichlingen sowohl auf Personalengpässe, Priestermangel und Kirchenaustritte, als auch auf die Notwendigkeit, das Gemeindeleben zu modernisieren, Laien in den Kirchendienst einzubeziehen und neue Zielgruppen von Gläubigen anzusprechen. Sichtbarer Ausdruck dieses Bemühens wird vor allem die neue Form der Thomasmesse sein, die am Sonntag, 8. September, um 17.30 Uhr in der Kirche an der Marktstraße erstmals zelebriert wird.

Kreativ und musikalisch

Bei der Thomasmesse handelt es sich um eine relativ junge Form der Gottesdienstgestaltung unter Mitwirkung von Ehrenamtlern und mit Themenstationen in der Kirche. „Teils meditativ, teils kreativ“, so Pfarrer Ulrich Görn, soll sie am Sonntag in Leichlingen zum ersten Mal ausprobiert werden. Sie steht unter dem Thema „Am Anfang“ und soll besondere Situationen, Wendepunkte und Neuanfänge im Leben behandeln.

Ein Organisationsteam der Gemeinde hat sie vorbereitet. Angesprochen werden sollen mit der offeneren Form auch neue Kirchgänger, passive Gemeindeglieder und andere an Liedern und seelsorgerischen Gedanken interessierte Besucher.

Die gewohnte Struktur des traditionellen 10-Uhr-Gottesdienstes an jedem Sonntag wird in Leichlingen aufgebrochen. An jedem zweiten Sonntag im Monat soll es künftig in der evangelischen Kirche an der Wupper nur noch abends um 17.30 Uhr eine solche Thomasmesse geben – am 13. Oktober mit Taizé-Gesängen, am 10. November mit dem ökumenischen Chorprojekt und einer anschließenden Gemeindeversammlung. Vormittags um 10 Uhr ist an diesen Sonntagen ein Gottesdienst nur noch in der Kirche St. Heribert in Oberleichlingen.

Jeden vierten Sonntag im Monat ersetzt der „Kindermorgen“ den 10-Uhr-Gottesdienst. Auch er ist umstrukturiert worden. Bisher waren dazu stets Kinder zu Spielen, Frühstück und Geschichten ins Gemeindehaus mit anschließendem Kindergottesdienst eingeladen worden.

Von nun an heißt er „Kindermorgen für Jung und Alt“ und soll alle Generationen ansprechen und zusammenbringen. Ein Frühstück wird es weiterhin geben, und Inhalte für Kinder und Erwachsene, sowohl im Gemeindesaal als auch in der Kirche.

Bereits seit Dezember diskutiert die Gemeinde ihre neuen Wege. „Die gesamte Umstellung ist derzeit im Erprobungsstadium“, erklärt Pfarrer Ulrich Görn, der die erste Thomasmesse am Sonntag leiten wird: „Der Kreissynodalvorstand, die Leitung des Kirchenkreises, möchte gerne nach einem Jahr von uns wissen, wie die Rückmeldungen aus der Gemeinde sind und ob und wie wir etwas ändern möchten.“ Daher läuft bereits eine Fragebogenaktion, mit der Meinungen eingesammelt werden.

Schweppe und Wilhelm fehlen

Die Veränderungen geschehen vor dem Hintergrund überall sinkender Mitgliederzahlen der evangelischen Kirche und eines absehbaren Priester-Engpasses in der Gemeinde Leichlingen. Denn Diakon Wolfgang Schweppe ist bereits in den Ruhestand verabschiedet worden, und die (neben Ulrich Görn und Petra Steffen) dritte Pfarrerin, Eva-Maria Wilhelm, wird voraussichtlich im Sommer 2020 ihren Dienst beenden. Ob und wann ihre Stelle neu besetzt werden kann, ist angesichts der Finanzprobleme, die auch den Kirchenkreis Leverkusen sorgen, offenbar unsicher.