Overath – Mit Gottesdienst, Empfang und unterhaltsamer Feier hat sich die Evangelische Gemeinde Overath von Pfarrerin Patricia Thon verabschiedet, die an das Albrecht-Dürer-Berufskolleg in Düsseldorf wechselt. Dort wird sie Religionsunterricht geben und in der Schulseelsorge tätig sein.
Uwe Heiermann, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums: „Wenn eine Pfarrerin oder ein Pfarrer die Gemeinde verlässt, steckt meist ein trauriger Anlass dahinter. In unserem Fall ist es nicht so. Pfarrerin Thon hat nach 16 Jahren erfolgreichen Wirkens und Schaffens insbesondere im Pfarrbezirk der Friedenskirche Neichen eine neue Herausforderung gesucht und gefunden!“
Entpflichtung mit einem Bibelwort
Den sehr gut besuchten, vom Gospelchor unter Reiner Landgraf begleiteten Gottesdienst leitete der im Ruhestand lebende frühere Overather Pfarrer Peter Paul. Reinhard Bartha, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises an Sieg und Rhein „entpflichtete“ Pfarrerin Thon offiziell von ihrer Arbeit in der Gemeinde mit Worten aus dem Prediger (3,1-11): „Alles hat seine Zeit“. Im Blick auf den heftigen Regen draußen schmunzelte er „Selbst der Himmel weint zum Abschied“. Bartha erinnerte gerne daran, dass Patricia Thon vor 16 Jahren aus 90 Bewerbern mit überwältigender Mehrheit gewählt worden war und dass sie jetzt die Eignungsprüfung für die schwierige Aufgabe am Berufskolleg mit bestem Ergebnis abgeschlossen habe.
Auf ihre neue Aufgabe freut sich die Pfarrerin: „Das Gespräch mit jungen Menschen über Gott und die Welt sowie die Vermittlung des christlichen Glaubens sind eine Herausforderung die ich gerne annehme!“
Christlich-muslimische Frauenbewegung gegründet
Auf ihre Arbeit in Neichen und Overath blickt sie auch mit etwas Wehmut zurück. Hier habe sie eine Gemeinde vorgefunden, die immer ganz offen für neue theologische Ströme war: „Ich konnte sehr kreativ arbeiten!“ Wichtig war ihr religiöse, aber auch der gesellschaftliche Dialog. Ein deutliches Zeichen dafür ist die nach den Terroranschlägen 2001 gegründete christlich-muslimische Frauenbewegung. Kirche müsse sich in der heutigen Zeit bewähren, Zusammenhänge deutlich machen, was unter anderem im Neichener Dienstagsforum geschehe. Der Kirchenkreis resümiert die Arbeit von Patricia Thon unter anderem so: „Die Vermittlung einer zeitgemäßen Theologie lag der 48-Jährigen am Herzen, ansprechende Predigten und die intensive Begleitung bei Taufen, Trauungen und Trauerfällen waren ein Markenzeichen für sie. Kreative Akzente setzt die Pfarrerin durch die Förderung von Kunstprojekten in der Friedenskirche“.
Die Gemeinde bestätigte die besondere Wertschätzung, würdigte ihr Engagement, ihre Verdienste in Neichen und darüber hinaus mit einem Sektempfang im Anschluss an den Gottesdienst. Den nutzten viele (an der Spitze Bürgermeister Andreas Heider) zu Dankesworten und guten Wünschen für die Zukunft der hochgeschätzten Pfarrerin.
Danach konnten sich die Gäste an der „Bergischen Kaffeetafel“ laben, bevor ein kleines gemeindliches Unterhaltungsprogramm, das auch die „NeiKiKom“ (Neichener Kirchen Kombo mitgestaltete, im Gemeindesaal begann.
Ein farbenprächtiges Highlight zum Schluss setzte eine orientalische Bauchtanzgruppe. Der Abschied von „unserer lieben Pfarrerin Patricia Thon“ wurde eine heitere Veranstaltung, die es leichter fallen ließ, Lebewohl zu sagen und alles erdenklich Gute sowie Gottes Segen für die weitere Lebensplanung zu wünschen. aa
