Rhein-Berg – Immer weitere Datenträger mit mutmaßlichem kinderpornografischen Material fördern die Ermittler im Fall des 38-jährigen Solingers zutage, der vergangene Woche auf einem Camping-Gelände in Rösrath Kleineichen festgenommen worden ist.
Wie berichtet steht der zweifache Familienvater, der in Rösrath mit seiner Familie Urlaubstage verbrachte, im Verdacht, seine mittlerweile zwölfjährige Tochter sexuell missbraucht und die Tat fotografiert zu haben.
Nachdem die Wohnung des 38-jährigen in Solingen bereits parallel zur Festnahme in Rösrath durchsucht worden war, nahmen die Ermittler die Wohnanschrift am Freitag nochmals mit speziellen Datenträgerspürhunden unter die Lupe, wie der Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert am Montag auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. Dabei seien weitere Datenträger mit „zum Teil auch verschlüsselten Daten“ sichergestellt worden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal.
Beschuldigter äußert sich kurz
Zum Besitz von Kinderpornografie habe sich der 38-jährige Beschuldigte in der Vernehmung einmal kurz geäußert, zum Tatvorwurf des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter nicht, so Baumert.
Die Dynamik der Ereignisse ähnelt jenen Vorgängen nach der ersten Hausdurchsuchung bei dem 42-jährigen Bergisch Gladbacher, durch den die Polizei vergangenen Oktober einem bundesweiten Pädophilen-Netzwerk auf die Spur kam. Auch dort hatten die Ermittler mehrfach Haus und Garten durchsucht und immer noch weitere Datenträger sichergestellt.
Keine Verbindung zum bundesweiten Pädophilen-Netzwerk
Eine Verbindung zu anderen Fällen wie dem bundesweiten Pädophilen-Netzwerk oder den jüngsten Fällen in Münster gebe es bislang allerdings nicht, so der Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann. Das sichergestellte Material sei aber auch wegen der großen Menge auch noch lange nicht ausgewertet, obwohl die Ermittler mit Hochdruck daran arbeiteten. „Da ein Teil der Daten verschlüsselt ist, muss die Verschlüsselung auch erst noch geknackt werden“, so Baumert.
Vergleichbare Fälle zeigten allerdings, dass Täter, die über große Datenmengen verfügten, oft zum Austauschen von Dateien neigten. „Konkrete Hinweise darauf haben wir allerdings im aktuellen Fall noch nicht“, so Baumert. Gleichwohl stünden die Wuppertaler Ermittler in Austausch mit der „EG Berg“, die unter anderem die beiden Bergisch Gladbacher Missbrauchsfälle bearbeitet als auch mit dem Landeskriminalamt.
Auch Ermittlungen gegen Ehefrau
Neben dem 38-jährigen Solinger werde zurzeit ausschließlich gegen dessen Ehefrau ermittelt. Gegen sie bestehe ein Anfangsverdacht, so Baumert. Ob sie von den mutmaßlichen Taten ihres Mannes gewusst habe und diese möglicherweise gefördert habe, sei Gegenstand der Ermittlungen, so Baumert. Gegenwärtig allerdings gebe es keine Hinweise dass sie selbst aktiv beteiligt war. Laut Staatsanwaltschaft ist die Frau, die nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gekommen war, derzeit bei Bekannten untergekommen. Die zwölfjährige Tochter und ihr neun Jahre alter Bruder waren von der Polizei wie berichtet in die Obhut des Jugendamtes gegeben worden.
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Rösrath gelte in den Ermittlungen weiterhin nur als Urlaubsort der Familie bei der Festnahme des 38-Jährigen, nicht als Tatort, bestätigte Oberstaatsanwalt Baumert am Montag. Die Ermittlungen dauern an.



