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Die Jecken gehen auf die StraßeKarnevalszug in Voiswinkel zeigte sich bunt und fantasievoll

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Kostümierte Jugendliche mit rosa Perücken und Luftballon

Die Mutzer Jugend hatte Spaß beim Karnevalszug in Voiswinkel.

Mit 630 Zugteilnehmern und 27 Gruppen war der Umzug länger als 2023. Der Zugweg wurde beibehalten.

Sie hatten reichlich Kölsch dabei und obwohl beim Voiswinkeler Karnevalszug ein strenges Alkohol- und Glasverbot herrscht, kamen sie mit ihren gefüllten Gläsern mühelos an den Sicherheitskräften vorbei. Denn die bierselige Fußgruppe der Voiswinkeler Bürgerwehr hatte das Kölsch nicht frisch gezapft, sondern kunstvoll gebastelt und sich an den Hut gesteckt.

Die Gruppe, in der sich ehemalige Nachbarn aus dem Schwarzbroich immer noch zum Zug treffen, vorher ihr Motto festlegen, die Kostüme gemeinsam anfertigen, auch wenn sie längst woanders wohnen, ist sich sicher: „Met enem Kölsch op däm Hot, fiert es sich janz joot“.

Voiswinkeler Karnevalszug bot mehr Gruppen als im Vorjahr

Mit 630 Teilnehmern und 27 Gruppen legte der Voiswinkeler Karnevalszug der Interessengemeinschaft Voiswinkeler Karnevalsfreunde (IVK) im Vergleich zum Vorjahr um 100 Teilnehmer und vier Gruppen zu. Unter dem Motto: „He danz dä Fuchs und steppt dä Spatz, mer fiere Fasteleer ratzfatz“, präsentierte sich der närrische Lindwurm farbenfroh und weltoffen.

„Das Schönste ist das bunte Miteinander, das brauchen wir in diesen Zeiten“, freute sich Zugleiter Thomas Gierlich. „Hier ist jeder willkommen, solange das Herz richtig tickt.“

Bunt und vielfältig zeigten sich die Fußgruppen und Mottowagen

Bei den „Kunterbunten“ war der Name Programm, auf ihrem Ahle Schlach (Schiff) schillerten sie in allen Farben des Regenbogens. „De Knallköpp“ gaben sich zuckersüß und gingen in einem rosa Tortentraum auf die Strecke und man merkte der Gruppe nicht an, dass sie die bunten Lollys und schwerverdaulichen Torten erst am Morgen aus jeder Menge Bauschaum hergestellt hatten.

Die „Lekker Meisjes en Jongens“ um Peter van de Meerendonk vom IVK vertraten die niederländischen Nachbarn und hatten nicht nur bunte Tulpen im Bollerwagen dabei. Mit dem Faible für Oranje korrespondierten sie mit den Wilden Jecken aus Övver-Ohnder, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben, von ihrem Berg herunterzukommen, um sich dem Zoch der Voiswinkler anzuschließenden.

Gäste aus dem Sauerland spielten auf

Dazwischen die Voiswinkler Jubiläums-Spatzen in Blau gelb, die kunterbunten Lappenclowns und viele andere fantasievolle Gruppen. Einen Kontrapunkt in Schwarz setzten die „Schwarzbroicher Buure“, die von Bauern zu Piraten mutiert sind und das nun auch dauerhaft bleiben wollen. Seit Jahren in verschiedenen Kostümen dabei „platzten unsere Kostümschränke fast auseinander“, erklärt Martina Dahl, warum man künftig beim Piratenkostüm bleiben will.

Die Kleiderfrage stellt sich beim Fanfarenzug 1960 Meinerzhagen nicht. Sie präsentierten sich in ihrer grün-weißen Festkleidung und freuten sich über die Teilnahme: „Wir sind seit neun Jahren dabei und der Zug ist besonders in den letzten zwei Jahren immer besser geworden“, sagte der Sauerländer Daniel. Gute Stimmung, weniger Krawall, meinte er.

Das bestätigten auch die Ordner, jedenfalls für die Situation am frühen Nachmittag. Der Zahl der konfiszierten Flaschen sei noch überschaubar, so Elena Caligiuri, die normalerweise in der Odenthaler Bauverwaltung arbeitet, an diesem Tag aber das Ordnungsamt und die Sicherheitskräfte unterstützte. Hinter ihr in der Wiese aufgepflanzt eine bizarre Sammlung von Regenschirmen. Stockschirme wurden als potenzielle Verletzungsquelle vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

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