Warum ein Auftrittstag statt auf einem Geburtstag für das Oberodenthaler Damendreigestirn am Eis endet.
GeheimaktionWenn bergische Tollitäten von Haien überrascht werden

Oberodenthals Frauendreigestirn im Glück: Prinzessin Jessica I., Jungfrau Alina und Bäuerin Lena sind mit Gefolge statt auf einem Geburtstag in ihrer Lieblingsarena gelandet.
Copyright: Guido Wagner
Das Geheimkommando ist Prinzessinnenmutter Tanja Paas wirklich gelungen: Eigentlich haben Prinzessin Jessica, Bäuerin Lena und Jungfrau Alina für diesen Abend einen Überraschungsauftritt bei einem Vorstandsmitglied der Bechener Karnevalsfreunde im Programm stehen – dass der Abend in der Umkleidekabine ihrer Lieblingsmannschaft enden würden, hätten sie im Traum nicht gedacht.

Vorfreude: Prinzessin Jessica I. am Dreigestirns-Linienbus vor der Kölner Lanxess-Arena.
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Prinzessin Jessica I. auf dem Weg vom Dreigestirns-Linienbus zur Kölner Lanxess-Arena.
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Prinzessin Jessica I. auf dem Weg vom Dreigestirns-Linienbus zur Kölner Lanxess-Arena.
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Es ist schon dunkel, als die drei mit ihrem Prinzenführer am Dreigestirns-Linienbus in Scheuren eintreffen – und ihre Augen nicht trauen: Da sitzen etliche Familienmitglieder, die angeblich heute Abend etwas anderes vorhatten, und schwenken mit Unschuldsmienen drei Schals der Kölner Haie, des Lieblingseishockeyclubs der Tollitäten, denen jetzt schlagartig klar wird, warum sie weder nähere Infos zum heutigen angeblichen „Geburtstagsauftritt“ bekommen, noch dort nachfragen sollten. Angeblich sollte es eine hochgeheime Überraschung für den befreundeten Karnevalsverein werden. Nun wird der Abend zur Überraschung für Prinzessin Jessica I., Jungfrau Alina und Bäurin Lena. Und was für eine.
Statt einen Geburtstag im Nachbarort steuert der Bus die Lanxess-Arena an
Statt in den Nachbarort Bechen steuert Dreigestirns-Buspilot Maxi Tiemann den Tollitäten-Nightliner in Richtung Köln, hält direkt vor der Arena. Trotz des Regens bleiben Passanten stehen, ob der außergewöhnlichen Fahrgäste, die dort aussteigen und zur Arena gehen, in der an diesem Abend die Kölner Haie die Frankfurter Löwen empfangen. Bäuerin Lena hat zwar ein paar Probleme, ihren Dreschflegel durch die Sicherheitsschleuse zu bekommen – derartige Fanaccessoires sind den Security-Leuten bislang nicht beim Eishockey untergekommen –, aber mit etwas gutem Zureden des jecken Schmölzchens ist auch das schnell gemeistert.

Oberodenthals Frauendreigestirn im Glück: Prinzessin Jessica I., Jungfrau Alina und Bäuerin Lena sind mit Gefolge statt auf einem Geburtstag in ihrer Lieblingsarena gelandet.
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Im Eishockey-Fieber: Prinzessin Jessica I.
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Die Kölner Haie gehen aufs Eis.
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Prinzessin Jessica I. (Paas) mit ihrer Mutter Tanja Paas, die die Überraschung vorbereitet und organisiert hat.
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Maskottchen Sharky besucht Oberodenthals Dreigestirn in der Loge.
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Maskottchen Sharky besucht Oberodenthals Dreigestirn in der Loge.
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Drinnen geht's nicht auf den Rang, in dem Prinzessin Jessica mit Bruder Alex, Mutter Tanja und Vater Peter Paas sonst mit ihren Dauerkarten sitzen, sondern zu einer Tür, hinter der sich eine komplette Loge öffnet. Die Tollitäten und ihre Begleiter sind hin und weg, als sie hinaus in das Arena-Rund sehen, das sich allmählich mit Zuschauern füllt. Die Partie gegen Frankfurt ist ausverkauft. Und alle sehen jetzt, wo das Damendreigestirn aus Oberodenthal sitzt – denn Tanja Paas und ihre Helfer haben ein Transparent mit dem Konterfei der drei vorbereitet, das nun am Geländer vor der Loge befestigt wird.

Dreimal „Övver Ohnder Alaaf“: Tanja Paas (5.v.l.) hat den Überraschungsbesuch bei den Haien organisiert. Gruppenbild auf dem Balkon der Loge.
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Wir wir den Ausflug hierhin finden? Einfach großartig
„Wir wir den Ausflug hierhin finden? Einfach großartig“, sind sich Prinzessin, Bäuerin und Jungfrau einig. Jubelnd verfolgen sie das Einlaufen der Haie auf das Eis, jubeln als plötzlich Haie-Maskottchen Sharky in der Loge steht, und sind aus dem Häuschen, als in der 32. Minute das erste Tor für die Haie fällt. Die Latte liegt hoch, erst zwei Tage zuvor hat der Kölner Eishockey-Club (KEC) einen Rekord in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eingestellt: 16 Spiele hintereinander haben die Haie gewonnen.
An diesem Abend soll es sportlich alles andere als erfolgreich laufen, auch wenn's zunächst gut läuft. Für das Dreigestirn aus Odenthal besonders gut: In der Pause vor dem dritten Drittel steht Ex-KEC-Spieler Mirko Lüdemann in der Tür und fragt, wer mit ans Eis und in die Spielerkabine kommen möchte. Nicht nur Prinzessin, Bäuerin und Jungfrau sind Feuer und Flamme.

Oberodenthals Frauendreigestirn im Glück.
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Ex-Spieler Mikro Lüdemann holt das Dreigestirn für eine Führung durch die Katakomben der Lanxess-Arena ab.
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Nochmal schnell schauen, ob alles sitzt.
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Das Oberodenthaler Dreigestirn auf dem Weg in den Spielerbereich der Lanxess-Arena.
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Als „ihre“ Haie aufs Eis gehen, dürfen die jecken Herrscherinnen aus Oberodenthal (l.) hautnah dabei sein.
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Hier könnte auch das Dreigestirn rasch ein Fernsehinterview geben.
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Jungfrau Alina jubelt dem Publikum in der Lanxess-Arena zu.
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Mit dem erfolgreichen Ex-Profi-Spieler geht's hinunter in die Katakomben der Arena, vorbei an Security-Posten, die sonst niemanden durchlassen – bis das Dreigestirn mit engstem Schmölzchen (nur zehn Personen durften hierhin mit) direkt an der Eisfläche steht, deren Oberfläche von riesigen Maschinen gerade fürs dritte Drittel aufbereitet wird. Kaum haben die Kollosse das Eis verlassen, kommen die Haie zurück aus der Kabine. Staunend und mit gezückten Handys verfolgen Dreigestirn und Schmölzchen die Rückkehr der Spieler – zum Greifen nah. Das Spiel wird danach erstmal zur Nebensache, denn Mirko Lüdemann fragt, wer denn mit in die Spielerkabine wolle. Da überlegt niemand.

Oberodenthals Dreigestirn auf dem Weg in die Spielerkabine.
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Oberodenthals Dreigestirn in der Spielerkabine.
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Ein Alaaf auf Ex-Haie-Profi Mirko Lüdemann.
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Blick in die Spielerkabine des KEC.
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Zwei Minuten später stehen Jessica, Alina und Lena zwischen den Sitzen, auf denen sich die Haie gerade noch auf das dritte Drittel vorbereitet haben. „Gibt's hier eigentlich auch so markige Ansprachen?“ Mirko Lüdemann lächelnd: „Hier ist es eher ruhig, die Assistenten zeigen einigen Spielern vielleicht noch Szenen aus dem Spiel mit ein paar Hinweisen, natürlich sagt auch der Trainer was, aber eher ist es ruhig.“
Die Tollitäten und ihr Gefolge sind beeindruckt. Jeder Platz ist mit dem Namen des Spielers beschriftet, der auf ihm sitzt. „Der Trainer legt fest, wer wo sitzt, das ist auch bei Auswärtsspielen dann gleich, so ist immer klar, wer neben wem seinen Platz hat“, erklärt Lüdemann. Prinzessin Jessica I. fragt, ob sie noch zwei Minuten Zeit hier unten habe. Lüdemann nickt – und bekommt von Ihrer Tollität einen Dreigestirnsorden verliehen. Dreimal „Alaaf “ in der Haie-Umkleide – das Glück für die Jeckenherrscherinnen aus Oberodenthal ist perfekt.

Bäuerin Lena hält die Eindrücke mit dem Handy fest.
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Das Oberodenthaler Dreigestirn auf dem Anzeige-Würfel unter der Arena-Decke.
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Für den KEC läuft's an diesem Abend nicht so gut: 1:4 gegen die Frankfurter Löwen.
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Dass draußen auf dem Eis die Gastmannschaft, die noch dazu die vorletzte in der Tabelle ist, den Ausgleichstreffer erzielt und kurz darauf auch in Führung gehen wird – gerät fast zur Nebensache. „Die erste Niederlage nach 26 Spielen“, sagt Peter Paas, der selbst schon seit jungen Jahren KEC-Fan ist, kopfschüttelnd. Seine Tochter und ihre Dreigestirnskolleginnen sind trotzdem im Glück. „Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du“, sagt Jungfrau Alina ganz ruhig.
Prinzenführer Moritz Notdurft ist selig, von Mirko Lüdemann ein Autogramm bekommen zu haben – und auch die übrigen Begleiter wollen sich von der Heimniederlage ihrer Haie die Stimmung an diesem Abend nicht trüben lassen. „Das war einfach unvergesslich“, sagt Prinzessin Jessica I., als der Dreigestirnsbus zurück Richtung Oberodenthal steuert – mit feiernden Tollitäten an Bord zwischen KEC-Schals und Ornaten.

